Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

100 Inspektoren in unberechenbarer Mission

UNO-Generalsekretär Ban zur Chemiewaffenzerstörung in Syrien

Chemiewaffeninspekteure der UNO in Damaskus (picture alliance / dpa / Andrey Stenin)
Chemiewaffeninspekteure der UNO in Damaskus (picture alliance / dpa / Andrey Stenin)

Tausend Tonnen Chemikalien, verteilt auf 45 Standorte - so sieht nach aktuellen Erkenntnissen das Chemiewaffenarsenal der syrischen Armee aus. Um es zu zerstören, sind 100 Inspektoren notwendig, schätzt UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Das Team werde sich an einem Einsatz versuchen, "der so noch nie zuvor durchgeführt worden ist", schrieb Ban in einem Brief an die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats. Die Umstände seien "gefährlich und unberechenbar". Die gemeinsame Mission der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen werde bis zu einem Jahr für ihren Auftrag benötigen.

Laut dem Papier soll die Einsatzzentrale für das hundertköpfige Team in der syrischen Hauptstadt Damaskus sein. Ein Basislager werde in Zypern eingerichtet.

Derzeit befindet sich nur eine kleine Gruppe von internationalen Waffenexperten in Syrien. Am Sonntag beaufsichtigen sie die Zerstörung die ersten Raketensprengköpfe und Bomben sowie Ausrüstung zum Mischen und Abfüllen von Chemikalien, darunter Senfgas und Sarin.

Chemikalien und Produktionsstätten

Sarin ist nach UNO-Erkenntnissen bei dem Giftgas-Angriff auf Vororte von Damaskus im August zum Einsatz gekommen. Nach Angaben der USA, die das Regime von Präsident Bashar al-Assad der Angriffe bezichtigen, wurden dabei rund 1400 Menschen getötet.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte daraufhin Ende September eine Resolution verabschiedet, wonach das syrische Chemiewaffenarsenal bis Mitte 2014 vernichtet werden soll. Bis 1. November sollen die Produktionsstätten zur Herstellung von C-Waffen zerstört werden.

Mehr auf dradio.de:

Europarat ruft zu Solidarität mit Syrien auf
Chemiewaffenexperten sichern Einsatzorte

"Druck hilft doch"
Der Politologe Volker Perthes zur UN-Resolution gegen Syrien

 

Letzte Änderung: 21.10.2013 11:34 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:30 Uhr Sportgespräch

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Rittel/Karwelat: "Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad"Schockierende Einblicke in eine sadistische Sekte

Cover von "Lasst uns reden. Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad" von Heike Rittel und Jürgen Karwelat. (EFE/EPA/Mario Ruiz/Schmetterling Verlag)

Sie mussten Misshandlungen und Folter ertragen – und viele schauten weg. In "Lasst uns reden" von Heike Rittel und Jürgen Karwelat berichten Frauen über den menschenverachtenden Alltag der Colonia Dignidad in Chile.

Europapolitik der Bundesregierung"Dieses Zaudern und Zögern ist gefährlich"

Der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) spricht in Neumünster bei einem Parteitag. (dpa / Carsten Rehder)

Europa drohe, zu verfallen, sagte Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, im Dlf. Das zögerliche Verhalten der Bundesregierung sei gefährlich, denn für etwas Neues stehe nur ein sehr knappes Zeitfenster zur Verfügung - es gehe um die Zukunft des Westens.

"Eldorado"-Regisseur Markus Imhoof"Das Erste ist, dass es um Menschlichkeit geht"

Eldorado-Protagonist Akhet Téwendé (v.l.n.r.), Regisseur Markus Imhoof und Eldorado-Protagonist Raffaele Falcone.  (Maurizio Gambarini/dpa)

Der Ist-Zustand Europas werde sich durch die Geflüchteten zwangsläufig verändern, meint Markus Imhoof. Das sei auch richtig, so der Regisseur. Für seinen Film "Eldorado" hat er die Mare-Nostrum-Mission zur Seenotrettung begleitet.

Reformprojekt EuropaEine Chance für die Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron  (picture alliance/dpa/Foto: Kay Nietfeld)

Der französische Staatschef Macron profiliert sich mit Reformideen, die Bundeskanzlerin zögert. Doch trotz ihrer Differenzen wollen Paris und Berlin bis zum Sommer Vorschläge für eine EU-Reform vorlegen. Die Chance sollte Merkel nutzen, meint Peter Kapern.

Koschyk zu NordkoreaErfolg der internationalen Gemeinschaft

Hartmut Koschyk (CSU), Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten (imago / reportandum)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Aussetzung seines Atom- und Raketenprogramms verkündet. Dass damit Bewegung in die verfahrene Lage auf der koreanischen Halbinsel gekommen sei, liege am Zusammenhalt der internationalen Gemeinschaft, erklärte CSU-Politiker Hartmut Koschyk im Dlf.

Eine Lange Nacht über Vorbilder in der MusikGlühend verehrt, schmerzlich entzaubert

Der amerikanische Trompeter und Bandleader Harry James  (picture alliance/dpa/Foto: Heinz-Jürgen Göttert)

Der amerikanische Jazztrompeter Harry James war einer der ersten Vorbilder für Trompeter Manfred Schoof. Für die Cellistin Tanja Tetzlaff war musikalisch gesehen Heinrich Schiff prägend. Vorbilder können fördern und fordern. Doch nicht jeder ist auch zum Vorbild berufen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Europarat  Verdacht auf Korruption | mehr

Kulturnachrichten

Brasiliens Kult-Regisseur Dos Santos gestorben | mehr

 

| mehr