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14 Jahre Haft für Lubanga

Verurteilung wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten im Kongo

Der frühere kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga vor dem Internationalen Strafgerichtshof (picture alliance / dpa / EPA / Evert-Jan Daniel Pool)
Der frühere kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga vor dem Internationalen Strafgerichtshof (picture alliance / dpa / EPA / Evert-Jan Daniel Pool)

Verurteilt war der frühere kongolesische Milizenführer bereits, jetzt steht auch das Strafmaß fest. 14 Jahre wird Thomas Lubanga Dyilo insgesamt in Haft verbringen, urteilte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag.

Während des Bürgerkriegs in der Provinz Ituri im Osten Kongos in den Jahren 2002 und 2003 hatte Lubanga Hunderte Kindersoldaten rekrutieren lassen. Unter der Flagge von Lubangas Rebellenorganisation wurden sie zum Töten gezwungen, von seinen Handlangern geschlagen und mit Drogen gefügig gemacht.

Im Prozess sagten einige der früheren Kindersoldaten als Zeugen aus. Der Angeklagte habe sie aktiv in Kriegshandlungen eingesetzt, befand das Den Haager Gericht. "Die Verletzlichkeit von Kindern erfordert einen besonderen Schutz", erklärte der Vorsitzende Richter Adrian Fulford Fulford.

Weltstrafgericht urteilt erstmals

Es ist das erste Urteil, das der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag seit seiner Gründung vor zehn Jahren gesprochen hat. 2006 war Lubanga an das Gericht überstellt worden und sitzt seitdem in Haft. Ihm verbleiben nunmehr acht weitere Jahre im Gefängnis, weil die bisherige Haftzeit angerechnet wird. Die Richter hatten ihn bereits im März dieses Jahres für schuldig befunden, das Strafmaß aber noch offen gelassen.

Während die Anklage 30 Jahre Gefängnis gefordert hatte, gestanden die Richter mildernde Umstände zu, weil sich Lubanga dem Gericht gegenüber kooperativ gezeigt hatte. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

Rebellen auf dem Vormarsch

Unterdessen hat sich die UN-Friedenstruppe im Kongo besorgt über einen Rebellenvormarsch im Osten des Landes gezeigt. Der britische Sender BBC meldet, Aufständische unter Führung des abtrünnigen Generals Bosco Ntaganda bewegten sich auf die Stadt Goma zu. Auch gegen Ntaganda liegt ein Strafbefehl beim Internationalen Strafgerichtshof vor.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:54 Uhr

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