Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

16 Tote bei Amoklauf in Baden-Württemberg

Täter nach Schusswechsel mit Polizei getötet

Forensiker und Polizisten stehen vor der Albertville-Realschule in Winnenden bei Stuttgart. (AP)
Forensiker und Polizisten stehen vor der Albertville-Realschule in Winnenden bei Stuttgart. (AP)

Bei einem Amoklauf eines 17-Jährigen an der Albertville-Realschule im baden-württembergischen Winnenden sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Der Täter habe bei einem Schusswechsel mit der Polizei auch zwei Passanten getötet, sagte der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU).

Der Täter soll gegen 9.30 Uhr in schwarzer Kampfmontur gekleidet das Schulgelände betreten haben. Der Amokläufer sei während des Unterrichts gezielt in zwei Klassenzimmer gegangen und habe um sich geschossen, hieß es. Unter den Opfern befinden sich neun Schüler und drei Lehre.

Nach Angaben der Polizei war der Ex-Schüler anschließend mit einem Auto in das 40 Kilometer entfernte Wendlingen geflohen. Bei einem Schusswechsel des Amokläufers auf dem Gelände eines Supermarktes seien auch zwei Passanten getötet worden, sagte ein Polizeisprecher. Dabei tötete sich der 17-Jährige entgegen früheren Berichten offenbar selbst.

Baden-Württembergs Polizeipräsident Erwin Hettger, Ministerpräsident Günther Oettinger und Innenminister Heribert Rech (v.l.n.r.) treffen vor der Albertville-Realschule in Winnenden bei Stuttgart ein. (AP)Baden-Württembergs Polizeipräsident Erwin Hettger, Ministerpräsident Günther Oettinger und Innenminister Heribert Rech (v.l.n.r.) treffen am Tatort ein. (AP)Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann von der Technischen Universität Darmstadt fordert nach dem Amoklauf von Winnenden Krisenteams an Schulen. Seit dem Amoklauf von Erfurt 2002 gebe es eine Flut von Nachahmern, alle Amoklaufversuche hätten hierbei erkennbare Warnsignale. Das Online-DYRIAS-System seiner Forschungsgruppe hätte das Risiko jeder bislang bekannten deutschen und US-amerikanischen Tat voraussehen können, sagte Hoffmann im Deutschlandfunk.

Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie an der Uni Gießen, erklärte, ein Amoklauf sei kein "Zufall" oder eine "spontane Tat". Aus bisherigen Fällen wisse man, dass die Täter in der Regel die Tat oft über Jahre hinweg geplant und vorbereitet hätten, sagte Bannenberg im Deutschlandradio Kultur.

Klaus Hurrelmann betonte im Deutschlandfunk, man brauche in den Schulen neben den Lehrern auch andere Fachkräfte, die sich mit den Entwicklungsproblemen von Kindern und Jugendlichen beschäftigen würden. Dazu gehörten zum Beispiel Schulpsychologen und Sozialarbeiter. (MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Feature

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Soziale AngststörungenTherapien besser als Medikamente

Eine Frau sitzt vor einem Laptop und schlägt angesichts von Hassbotschaften per Facebook die Hände vors Gesicht. (imago / Reporters)

Für Menschen mit einer sogenannten sozialen Phobie sind Situationen wie das Vortragen von Referaten extrem belastend. Sie kann erhebliche Folgen, wie etwa einen Schul- oder Studienabbruch, nach sich ziehen. Der Psychotherapieforscher Falk Leichsenring rät von einer medikamentösen Behandlung ab.

Neues vom E-ELTStartschuss für das Riesenauge

Eine Animation des European Extremely Large Telescope (E-ELT) (ESO/L. Calçada)

Das geplante Großteleskop der Europäischen Südsternwarte ESO nimmt zunehmend Gestalt an. So wurde vor einigen Wochen in Mainz der Rohling für den Sekundärspiegel mit einem Durchmesser von 4,20 Metern gegossen.

Neuer Trend: Der Öko-ThrillerDie Ökofrage ist im Mainstream angekommen

Angestellte der staatlichen Ölfirma Petroecuador versuchen ein ölverseuchtes Gebiet des Amazonas zu reinigen. (AFP / RODRIGO BUENDIA)

In aktuellen Thrillern zeichnet sich ein Trend ab: Öko-Themen spielen eine immer größere Rolle - immer häufiger geht es um Öko-Verbrecher oder um Mord an Öko-Helden. Eine kleine Genre-Analyse des Krimi-Experten Ulrich Noller - Empfehlungsliste inklusive.

Gamescom"Computerspiele auf allen Ebenen fördern"

Ein Bild aus dem Computerspiel "The Secret of Monkey Island". (picture alliance/ dpa / Lucas Arts)

Wer es ernst meint mit dem "Kulturgut" Computerspiel, dürfe nicht nur die Interessen der Spieleindustrie im Auge haben, meint der Kulturwissenschaftler Christoph Bareither. Sondern Forschung und seriöser Computerspieljournalismus müssten gefördert werden.

Kinder psychisch kranker Eltern Zu viel Verantwortung und große Einsamkeit

Mädchen sitzt in der Schule auf dem Boden (picture alliance / ZB/Britta Pedersen)

Rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen mit sucht- oder psychisch kranken Eltern auf. Oft müssen sie zu früh Verantwortung übernehmen und werden an ihrer freien Entwicklung gehindert. Beratungsstellen bieten Hilfe an - nützen aber vor allem unter einer Voraussetzung.

Zweite Chance für EuropaMehr Demokratie, mehr Rechtsstaat, mehr Gewaltenteilung

Zuschauer mit Europa-Flaggen stehen am 15. Mai 2017 in Berlin vor dem Bundeskanzleramt beim Antrittsbesuch des französischen Präsidenten Macron (picture alliance / Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB)

Die ausgestreckte Hand des europafreundlichen, französischen Präsidenten ergreifen: Das fordert der ehemalige NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Nach der Bundestagswahl im September gehe es darum, mit dem Nachbarn im Westen, das Projekt Europa aus der Krise zu führen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Steinmeier  "Estland hat Deutschlands Unterstützung auch im Konfliktfall" | mehr

Kulturnachrichten

Ein Jahr nach Beben in Italien Kunstwerke gesichert  | mehr

 

| mehr