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42,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht

UNHCR: Die meisten Flüchtlinge stammen aus Afghanistan

Syrische Flüchtlinge im Lager Reyhanli an der türkische Grenze zu Syrien (picture alliance / dpa - Jean Rene Auge/wostok Press)
Syrische Flüchtlinge im Lager Reyhanli an der türkische Grenze zu Syrien (picture alliance / dpa - Jean Rene Auge/wostok Press)

Den 20. Juni hat das UN-Hochkomissariat für Flüchtlinge (UNHCR) zum Weltflüchtlingstag ausgerufen. Kein Land bringt mehr Flüchtlinge hervor als Afghanistan. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe verhandelt heute über die Höhe der Geldleistungen für Asylbewerber.

Flucht bleibt ein Phänomen mit weltweiten Auswirkungen. 2011 verließen dem jährlichen Bericht des UNHCR zufolge 42,5 Millionen Menschen ihre Heimatregionen - aus Angst um ihr Leben oder wegen miserabler Lebensbedingungen. Davon sind 26 Millionen, über die Hälfte, Vertriebene innerhalb ihres Heimatlandes.

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Afghanistan - 2,7 Millionen Afghanen haben in 79 Ländern der Welt Zuflucht gefunden. Afghanistan ist das Exodus-Land schlechthin: Es hat 2,7 Millionen - fast ein Zehntel - seiner knapp 30 Millionen Einwohner verloren.

Zerstörtes Fahrzeug im umkämpften Gebiet der Grenze zwischen Nord- und Südsudan (dpa / picture alliance / EPA / Stringer)Zerstörtes Fahrzeug im umkämpften Gebiet der Grenze zwischen Nord- und Südsudan (dpa / picture alliance / EPA / Stringer)Pakistan nimmt die meisten Flüchtlinge auf

Ein Großteil der Flüchtlinge findet in Pakistan Zuflucht. Das Nachbarland von Afghanistan ist für 1,7 Millionen Flüchtlinge zum Zuhause auf Zeit geworden, gefolgt von Iran und Syrien, die neben Kongo und Kenya als Hauptaufnahmeländer für Flüchtlinge gelten.

Auch aus dem Irak und Syrien sind in den vergangenen Jahren Tausende von Menschen geflüchtet. 1,4 Millionen Iraker befinden sich demnach auf der Flucht. 80.000 Syrer haben ihr bürgerkriegsgeplagtes Land in Richtung Türkei und Libanon verlassen. Aktuell ist auch südliche Sudan ein Gebiet, das in großem Stil verlassen wird. Allein in der vergangenen Woche, so berichtete gestern eine Vertreterin des UNHCR, seien 30.000 Menschen über die Grenze in den Südsudan geflüchtet.

Nur ein Bruchteil in der Europäischen Union

Immer mehr Flüchtlinge flüchten aus Somalia (picture alliance / dpa / Dai Kurokawa)Hunger in Somalia: Flüchtlingsbewegungen haben viele Gründe (picture alliance / dpa / Dai Kurokawa)
Weltweit haben 2011 876,100 Menschen in anderen Ländern Asyl oder Flüchtlingsstatus beantragt. Die Länder der Europäischen Union haben Anfang der 1990er Jahre aufgrund der Kriege im ehemaligen Jugoslawien Tausende von Flüchtlingen aufgenommen - 1992 gab es 672.000 Asylbewerber.
Ende 2009 lag die Zahl der Asylberechtigten und Asylsuchenden in Deutschland noch bei rund 85.000. Knapp 25.000 Menschen verfügen darüber hinaus über einen Aufenthaltstitel, der aufgrund bestimmter Abschiebungsverbote erteilt wird. Die Menschen stammen überwiegend aus der Türkei, dem Irak, Afghanistan und dem Iran.

Ein Großteil der Menschen reist über den griechischen Landweg in die Europäische Union ein. An der Südgrenze der EU, speziell in Südspanien und auf der italienischen Insel Lampedusa, nehmen auch Einwanderungsversuche afrikanischer Flüchtlinge über den Seeweg in den vergangenen Jahren massiv zu.

40 Prozent weniger als Hartz IV

Die Lebensbedingungen von Asylbewerbern in Deutschland sind von heute an auch Thema im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Es verhandelt über die Höhe der Geldleistungen für Asylbewerber.

Es geht um das seit November 1993 geltende Asylbewerberleistungsgesetz, wonach Flüchtlinge in Deutschland mit 225 Euro im Monat auskommen müssen. Das sind 40 Prozent weniger, als ein alleinstehender Erwachsener an Hartz-IV-Leistungen erhält. Die Richter müssen entscheiden, ob diese Summe zur Deckung des im Grundgesetz geschützten menschenwürdigen Existenzminimums ausreicht. Ein Urteil wird vermutlich nach der Sommerpause verkündet.

Weitere Infos:

Berichte und Statistiken des UNHCR

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

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