Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

50 Jahre Elysée-Vertrag

Deutsche und Franzosen feiern 50 Jahre Freundschaft

Der deutsche Dom in Berlin wird zu den Feiern des Elysee-Vertrages mit deutschen und französischen Nationalfarben angestrahlt. (picture alliance / dpa / Marc Tirl)
Der deutsche Dom in Berlin wird zu den Feiern des Elysee-Vertrages mit deutschen und französischen Nationalfarben angestrahlt. (picture alliance / dpa / Marc Tirl)

Zu Ehren des Elysée-Vertrags reist das politische Frankreich nach Berlin. Damit hat der Bundestag erstmals ein komplettes ausländisches Parlament zu Gast. Es gibt viel Lob für die deutsch-französischen Beziehungen, doch die SPD nennt die Frankreich-Politik der Kanzlerin arrogant.

Deutschland und Frankreich feiern heute das 50-jährige Bestehen des Élysée-Vertrags. Höhepunkt der Feierlichkeiten in Berlin ist am Nachmittag eine gemeinsame Sitzung des Bundestages und der Assemblée Nationale unter Vorsitz des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert und seines französischen Amtskollegen Claude Bartolone. Unter den Rednern im Plenarsaal sind auch Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande.

Bereits am Montagabend war Merkel mit Hollande zusammengetroffen. Beide stellten sich den Fragen von etwa 200 jungen Menschen aus beiden Ländern.

Am 22. Januar 1963 hatten die beiden einstigen Kriegsgegner Deutschland und Frankreichmit dem Elysée-Vertrag ihre Aussöhnung besiegelt. Unterzeichnet wurde er im Élysée-Palast - dem französischen Präsidialamt - vom damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle.

Frankreichs Außenminister lobt deutsch-französische Beziehungen

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)Frankreichs Außenminister Laurent Fabius (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)Im Interview mit dem Deutschlandfunk hat der französische Außenminister Laurent Fabius die Beziehungen zwischen Paris und Berlin gelobt: Zwischen beiden Ländern gebe es heute Beziehungen "auf Augenhöhe zwischen gleichberechtigten Partnern". Das Verhältnis zwischen den Nachbarländern sei von der Grundüberzeugung getragen, dass Europa die gemeinsame Zukunft sei. In der Wirtschaftspolitik etwa hätten Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Hollande in der EU zusammen eine Balance zwischen Spar- und Wachstums-Maßnahmen durchgesetzt und auf diese Weise eine Kluft zwischen Nord und Süd verhindert.

Weiter äußerte der französische Außenminister gemeinsam mit deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle (FDP) die Sorge über zunehmenden Nationalismus in Europa: "Wir wollen der Gefahr einer Erosion innerhalb der EU entgegenwirken", schrieben die beiden Politiker in der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Die Neigung zu Populismus und Nationalismus hat im Laufe der europäischen Schuldenkrise bedenklich zugenommen. Dem stellen wir ein deutsch-französisches Bekenntnis für Europa entgegen", betonten Westerwelle und Fabius.

Steinmeier: Deutsch-französischer Motor stottert

Frank-Walter Steinmeier bei der Debatte zur Organspende im Bundestag (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Bundestag (picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini)Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier kritisierte die Haltung der Bundesregierung gegenüber Frankreich: Kanzlerin Merkel und ihre schwarz-gelbe Regierung pflegten «parteipolitische Vorbehalte» und verhielten sich arrogant gegenüber Paris, sagte Steinmeier der "Passauer Neuen Presse". Deutschland könne froh sein, dass der französische Präsident François Hollande «die massive Unterstützung» von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy im französischen Präsidentschaftswahlkampf nicht nachtrage.

Einzelne Vertreter von Union und FDP gingen mit der sozialistischen Regierung von Präsident Hollande um, «als handele es sich nicht um einen Nachbarn, sondern um einen innenpolitischen Gegner». Es habe «schon bessere Zeiten in den deutsch-französischen Beziehungen» gegeben. «Der deutsch-französische Motor stottert vernehmbar.»

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:10 Uhr Das Wochenendjournal

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Early Bird

Aus unseren drei Programmen

Claudia Roth zur Türkei"Eine unvorstellbare Entrechtung des Rechts"

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth (Grüne), äußert sich am 30.05.2016 in Berlin zum Thema Rassismus. (dpa)

In der Türkei sei "eine Art ziviler Putsch in Richtung eines autokratischen Präsidialsystems" in Gange. "Man könnte es auch als Diktatur bezeichnen", sagte die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) im DLF. In dieser Lage müssten die Bundesregierung, die Europäische Union und auch die Nato klare Worte finden.

Terror in DeutschlandNicht in Hysterie verfallen

Vor dem Olympia Einkaufszentrum liegen Blumen, es brennen Kerzen. (picture-alliance / dpa / Felix Hörhager)

Die Angst oder zumindest die Sorge vor weiteren Anschlägen ist allgegenwärtig. Aber wir dürfen jetzt nicht in Hysterie verfallen, meint Marie Sagenschneider, Wortchefin von Deutschlandradio Kultur. Die größte Gefahr bestehe in einer Überreaktion.

Ermittlungen im Darknet"Uns als Polizei sind da Grenzen gesetzt"

Symbolfoto zum Thema Internetkriminalität: eine Hand vor einem Computer-Monitor (imago / epd / Annette Zoepf)

Das Darknet sei ursprünglich geschaffen worden, damit Bürger von Unrechtsstaaten ihre Meinung frei äußern könnten, sagte der Cyberexperte Frank Scheulen vom nordrhein-westfälischen LKA im DLF. Zunehmend hielten sich in dem separaten Bereich des Internets aber auch Kriminelle auf. Für die Polizei sei es schwierig, gegen sie vorzugehen.

Clinton oder TrumpWen wählt der amerikanische Wutbürger?

US-Wahlkampf 2016: Hillary Clinton und Donald Trump kämpfen um das Amt. (picture / alliance / dpa / Collage Deutschlandradio)

Ob die Demokratin Hillary Clinton als erste Frau das US-Präsidentenamt übernimmt oder ob die größte Demokratie der Welt künftig von dem republikanischen Populisten Donald Trump angeführt wird: Ausschlaggebend werden die Stimmen der Unentschlossenen sein.

GesellschaftGlücklichsein gegen den Terror

Ein kleines Mädchen wirft vor Freude die Arme in die Luft. (imago stock&people)

Ist es egoistisch, in Zeiten von Terror und Gewalt auch Glück zu empfinden? Nein, meint die Soziologin Hilke Brockmann. Vielmehr sei das auch ein Statement gegen Terroristen, die genau dieses Glück beschädigen wollten.

Armin Nassehi"Religion ist etwas Wildes"

(dpa / picture alliance / Erwin Elsner)

Der Münchner Soziologe Armin Nassehi ist Sohn einer katholisch sozialisierten Schwäbin und eines Iraners. Er hat sich als junger Mann für die Taufe entschieden. Heute bezeichnet er sich als Kultur-Katholik. Er hadert immer wieder mit der Religion. Denn "sie kann sehr gefährlich sein."

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  Presse sorgt sich vor neuer Verhaftungswelle | mehr

Kulturnachrichten

Regisseur Wedel plant TV-Mehrteiler  auf Mallorca | mehr

Wissensnachrichten

Beziehungen  Bei Streiten an die Zukunft denken | mehr