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50 von 100 gleich 67

Die neue Rentenformel der Sozialdemokraten

Rentner  (AP)
Rentner (AP)

Die SPD schob die Rente mit 67 an, jetzt der Kompromiss: Erst wenn genügend Ältere in Arbeit sind, soll die längere Arbeitszeit kommen. Gut so, sagen die konservativen Sozialdemokraten, während Ex-Chef Müntefering davor warnt. Kommt die Abkehr vom 67er-Modell?

Gesetze muss man den Realitäten anpassen, rechtfertigt Johannes Kahrs vom Seeheimer Kreis die Aufweichung des Urkonzepts. Eine Überprüfung des Vorhabens sei von Beginn an vorgesehen gewesen, sagte Kahrs. Man dürfe das Renteneintrittsalter nur erhöhen, wenn die Menschen auch in Beschäftigung bleiben könnten.

Die SPD-Führung hatte sich darauf verständigt, dass die Rente mit 67 erst dann eingeführt werden soll, wenn mindestens 50 Prozent der über 60-Jährigen erwerbstätig sind. Zurzeit sind es etwa 21 Prozent.

Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) stellt sich den Fragen der Reporter. (AP)Franz Müntefering (SPD) (AP)

Münte warnt

Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering - ebenso wie Frank-Walter Steinmeier - warnte vor einem Kurswechsel. Das sei nicht gut für die Glaubwürdigkeit der SPD und der Politik insgesamt, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Schreiben Münteferings an die Parteispitze zur Rente mit 67.


SPD-Chef Sigmar Gabriel verweist dagegen laut Berliner "Tagesspiegel" auf die Überprüfungsklausel im Gesetz zur Rente mit 67. Diese Vorgabe habe Müntefering wohl nicht ernst genommen, meinte Gabriel.

Die SPD-Linke forderte einen Beschluss des Parteitags zur Aussetzung der Rente mit 67. Man könne nicht den ganzen Sommer über dieses Thema diskutieren und es dann beim Parteitag im September auslassen, sagte der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Ralf Stegner der "Berliner Zeitung". Auch der Sprecher der SPD-Linken, Björn Böhning, verlangte, dass der Parteitag einen endgültigen Beschluss zu der Reform fassen solle.

Ende September soll ein SPD-Parteitag über das Aussetzen oder Festhalten an der 67er-Formel entscheiden.

Fragen und Antworten der Deutschen Rentenversicherung zur Rente mit 67


"Eine billige Rentenkürzung soll es nicht werden": SPD-Politiker Kahrs zu den Rentenplänen seiner Partei
"Ich empfinde das als zynisch": Über den Kompromiss der SPD zur Rente mit 67
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"Wir müssen flexible Übergänge schaffen": Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident über Rente mit 67
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Elke Ferner: Renten sind keine Almosen
Riester-Rente als Pflichtversicherung? Soziologin fordert von Regierung mehr Aufklärung bei Altersvorsorge

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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