Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

60 weitere EHEC-Fälle in Deutschland

Quelle des EHEC-Erregers noch nicht zweifelsfrei gefunden

Das EHEC-Bakterium unter dem Elektronenmikroskop (picture alliance / dpa)
Das EHEC-Bakterium unter dem Elektronenmikroskop (picture alliance / dpa)

Seit gestern sind rund 60 neue Infektionen mit dem Darmkeim EHEC mit schweren Verläufen dazugekommen, meldet das Robert-Koch-Institut. Nachdem gestern EHEC-Darmkeime an Salatgurken aus Spanien nachgewiesen wurden, fordert der deutsche Bauernverband schärfere Regeln für Importgemüse.

In der EU müsse es einheitliche Standards für die Handhabung und Verarbeitung von Lebensmitteln geben, an die sich dann auch Drittstaaten halten müssten, sagte Verbandspräsident Gerd Sonnleitner der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Während in Deutschland sehr strenge Regeln herrschten, würden Einfuhren wesentlich lascher kontrolliert.

Gemüsehändler fühlen sich inzwischen geradezu diskriminiert: Ihre Verkaufszahlen sinken, weil die Verbraucher Angst vor einer Infektion haben. In Berlin erklärte ein Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, ersten Schätzungen zufolge entstehe den Landwirten täglich ein Schaden in Höhe von zwei Millionen Euro. Zuvor hatte das Robert-Koch-Institut vor dem rohen Verzehr bestimmter Gemüsesorten gewarnt.

Das Bundesgesundheitsministerium wies indes Kritik an den Empfehlungen zurück. Der Schutz der Verbraucher habe Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Bärbel Höhn, plädierte im Deutschlandfunk für mehr regionale Produkte. Dank kurzer Wege seien Kontrollen hier besser durchzuführen als im weltweiten Handel.

In Spanien überprüfen die Behörden unterdessen zwei Betriebe, aus denen die belasteten Gurken stammen könnten. Das Gesundheitsministerium in Madrid hält es aber auch für möglich, dass das Gemüse erst bei der Verarbeitung oder Verladung in Deutschland verunreinigt wurde. Dies deckt sich mit Aussagen des spanischen Exporteurs.

Eine konkrete Infektionsquelle des Darmerregers EHEC war bereits am Donnerstag identifiziert worden. An drei spanischen Salatgurken ist das gefährliche Bakterium im Hamburger Hygieneinstitut nachgewiesen worden, erklärte Gesundheitssenatorin der Hansestadt, Cornelia Prüfer-Storcks. Der Ursprung einer vierten belasteten Gurke sei noch nicht geklärt.

Drei Frauen sind bislang nachweislich durch den gefährlichen Darmkeim gestorben, Hunderte Menschen - geschätzt - sind infiziert worden.


Links zum Thema:

EHEC: Informationen des Robert-Koch-Institutes

Deutschlandradio Aktuell: Eine EHEC-Quelle identifiziert

Forschung aktuell: Wissenschaftler vermuten veränderten EHEC-Erreger hinter Durchfall-Erkrankung

RKI warnt vor Gemüse aus Norddeutschland

Gesellschaft für Innere Medizin: Höhepunkt der Krankheitswelle noch nicht überschritten



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:30 Uhr Vollbild

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Doppelte Staatsbürgerschaft"Das wird kein Wahlkampf-Schlager der CDU werden"

Serap Güler, CDU-Landtagsabgeordnete aus NRW (picture alliance / Kay Nietfeld / dpa)

Die CDU-Politikerin Serap Güler hat sich dagegen ausgesprochen, die doppelte Staatsbürgerschaft zum Wahlkampfthema zu machen. Der Doppelpass entscheide nicht über die Zukunft Deutschlands, sagte Güler im Deutschlandfunk. Die Partei wolle aber im Wahlkampf über zukunftsrelevante Themen sprechen.

Ruth Westheimer über Sex und jüdische Tradition:"Sex ist keine Sünde, sondern Obligation"

Die deutsch-amerikanische Sexualtherapeutin und Sachbuchautorin Ruth Westheimer in Hamburg nach der Aufzeichnung der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". (picture alliance / dpa / Georg Wendt)

Ruth Westheimer ist eine der prominentesten Sexualberaterinnen der Welt. Sie lobt jüdische Sexualvorschriften als lustfördernd und plädiert auch mit 88 Jahren weiter für einen freudvollen und neugierigen Umgang mit Sexualität.

Der Negroman auf Solopfaden

Der Negroman - aka Loki aka der eine von Luk&Fil – hat sein gleich betiteltes Debütalbum veröffentlicht. Green goes Black hat Negroman zum Interview getroffen und verschenkt das neue Album auf Vinyl.

Evakuierung Ost-Aleppos "Die UNO darf sich da nicht so weit einmischen"

Syrien-Expertin und Autorin Kristin Helberg auf dem 20. Literaturfestival des Vereins Erfurter Herbstlese 2016. (imago / Viadata)

Die Evakuierung von Zivilisten aus Ost-Aleppo durch Assads Regime sollte nicht als humanitäre Aktion missverstanden werden, sagte Syrien-Expertin Kristin Helberg im DLF. Es handele sich vielmehr um "eine Form von politischer Säuberung". Die UNO befinde sich dadurch in einer schwierigen Situation, betonte die Politologin.

Therapie oder Spleen?Die Kunst des guten Selbstgesprächs

Mann sitzt auf einer Bank. (imago)

Wer in der Öffentlichkeit laut Selbstgespräche führt, gilt als zumindest ein bisschen verrückt. Dabei können Selbstgespräche durchaus eine therapeutische Funktion erfüllen, meint der Publizist Urs Willmann. Aber es komme dabei auf die "Selbstgesprächskultur" an.

Cadmium in KakaoBitterschokolade besonders von Schwermetall betroffen

Eine Tafel Vollmilchschokolade in Nahaufnahme (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Über die Nahrung oder über die Atemwege kann das Schwermetall Cadmium aufgenommen werden. Es gelangt auch in die Nahrung - über Kakao-Pflanzen, vor allem über die, die auf vulkanischem Gestein gewachsen sind. Besonders Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil ist laut Lebensmittelchemikern betroffen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Friedensnobelpreis  Santos widmet Auszeichnung den Opfern des Bürgerkriegs | mehr

Kulturnachrichten

Verleihung des Literaturnobelpreises ohne Dylan  | mehr

Wissensnachrichten

Deutsches Kulturerbe  Ostfriesische Teekultur, Skat und Hebammen gehören dazu | mehr