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Abschied vom Erfinder des kleinen Maulwurfs

Tschechischer Trickfilmer Zdenek Miler gestorben

Von Stefan Heinlein

Der "Maulwurf"-Zeichner Zdenek Miler
Der "Maulwurf"-Zeichner Zdenek Miler (Schnatmeyer Gerhard /dpa)

Große Augen, wenig Haare, rote Stupsnase: In mehr als 50 Zeichentrickfilmen hat der kleine Maulwurf kleine und große Zuschauer verzaubert. Sein "Vater", der tschechiche Trickfilmer Zdenek Miler, ist nun im Alter von 90 Jahren gestorben.

Schwarzes Fell, rote Nase und genau drei Haare auf dem Kopf – das ist der kleine Maulwurf. 1957 wurde er geboren. Sein Vater hat ihn am Reißbrett entworfen. Zdenek Miler ist Zeichner, Autor und Regisseur. Schon seine Lehrer in der mittelböhmischen Industriestadt Kladno erkennen sein Talent. Es folgt ein gerader Weg vom Grafikstudium in die renommierten Prager Zeichentrickstudios. Zdenek Miler findet dort seinen Traumjob – doch mit der Zeit langweilen ihn die Drehbücher:

"Ich wollte eine ganz neue Figur entwerfen, die noch niemand gemacht hat. Aber erst fehlte mir die richtige Idee. Ich machte dann einen langen Spaziergang. Auf einer Wiese bin ich plötzlich über etwas gestolpert. Das war ein Maulwurfhügel. Ich habe gejubelt und mir gesagt. Ja, das ist die Idee – ein Maulwurf."

Von der Idee bis zur Geburt brauchte es jedoch noch eine ganze Weile. Blinde, kleine Augen und lange Krallen – echte Maulwürfe sind hässlich. Wochenlang bastelt Zdenek Miler an seinem neuen Zeichentrickhelden.

"Ich habe ständig Änderungen gemacht. Erst hatte er ein Schwänzchen – das habe ich später weggenommen. Dann habe ich die lange Schnauze, die ihn sehr alt gemacht hat, einfach verkürzt. Erst dadurch ist er ein junger, netter Bursche geworden."

Der junge Bursche war damit zum Leben erweckt. Gleich der erste Film "Wie der Maulwurf zu seiner Hose kam" bekommt auf den Filmfestspielen von Venedig den silbernen Löwen. Der Durchbruch ist geschafft. Die Fernsehsender stehen Schlange, um den kleinen Maulwurf zu adoptieren. Doch der neue Star am internationalen Trickfilmhimmel hat am Anfang noch ein Sprachproblem.

In den folgenden Jahren bleibt der kleine Maulwurf stumm. Ohne Worte, nur mit den Babylauten seiner Kinder wird Krtek – wie er auf Tschechisch heißt – in aller Welt verstanden. Mehr als 50 Episoden und Filme entstehen in den kommenden Jahren. Der kleine Maulwurf fliegt zum Mond, lernt das Autofahren und hilft seinen Freunden – dem Hasen, dem Igel und der Maus.

Sein Erfinder schreibt und zeichnet die Geschichten längst nicht mehr im Alleingang. Ein ganzes Team steht ihm zur Seite. Auch weitere Figuren und Filme stammen aus der Feder von Zdenek Miler. Bis ins hohe Alter steht er am Zeichenbrett. Die Vermarktung mit T-Shirts, Plüschtieren und Kaffeetassen ist ein gutes Geschäft. Ein kleines Häuschen in einem Prager Villenviertel ist der Lohn – doch wichtiger für Zdenek Miler ist der Erfolg bei den Kindern:

"Diese Figur verzaubert, und das liegt an seinem Charakter. Er ist lieb, er löst Probleme für seine Freunde – immer mit Humor und einem Lachen – das ist der Grund, weshalb ihn die Kinder bis heute lieben."



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

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