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Abschied vom Papst

Zehntausende beim letzten Auftritt Benedikts auf dem Petersplatz

Papst Benedikt XVI. bei seiner letzten Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Papst Benedikt XVI. bei seiner letzten Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Der Papst hat sich in Rom verabschiedet: Unter dem Jubel Zehntausender Pilger und Touristen aus aller Welt hat Benedikt XVI. seine letzte Generalaudienz abgehalten. Wegen des großen Interesses fand sie auf dem Petersplatz statt.

In Rom herrschte herrliches "Papstwetter" mit wolkenlosem Himmel, berichtet unser Korrespondent Jan-Christoph Kitzler. Mit rund 150.000 Gläubigen kamen noch einmal rund anderthalb Mal so viele Menschen wie vorab geschätzt. Mit dem Papamobil fuhr Benedikt XVI. vor seiner Ansprache durch die Reihen. Anschließend fand er sehr persönliche Worte über seine Amtszeit.

"Es gab auch schwierige Momente mit hohen Wellen und Gegenwind, und der Herr schien zu schlafen", blickte der Papst zurück. "Aber ich habe immer gewusst, dass in diesem Schiff der Herr ist. Und ich habe immer gewusst, dass das Schiff der Kirche nicht meines, nicht unseres ist, sondern seines." Von begeisterten Rufen des Publikums begleitet, dankte Benedikt den Gläubigen und schloss die ganze Welt in sein Gebet ein.

Heute um 20.00 Uhr endet Benedikts achtjähriges Pontifikat. Am späten Nachmittag ist für ihn der Trubel rund um seine letzten Tage als Papst vorbei. Dann wird der 85-Jährige mit einem Hubschrauber zur päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo vor den Toren Roms fliegen. Die Sicherheit Benedikts ist weiterhin garantiert, die Gendarmerie wird ihren Wachdienst fortsetzen.

Papst Benedikt XVI. hatte am 11. Februar völlig überraschend seinen Rücktritt zum Ende des Monats angekündigt. Seine Kräfte ließen nach, sagte er zur Begründung. Er ist der erste Papst seit Jahrhunderten, der sein Amt freiwillig aufgibt.

Zollitsch würdigt scheidenden Papst: "Danke, Papst Benedikt"

Der Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch (AP)Der Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch (AP)Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat den scheidenden Papst Benedikt XVI. als großen Theologen und Brückenbauer gewürdigt. "Man spürt beim Abschied, was man verliert", sagte der Freiburger Erzbischof in Rom. Mit Benedikt verlasse einer der größten Theologen auf dem päpstlichen Stuhl sein Amt. "Danke, Papst Benedikt", sagte Zollitsch zum Abschied des Deutschen Joseph Ratzinger als Oberhaupt der katholischen Kirche.

Der scheidende Papst hat nach Zollitschs Auffassung maßgeblich dazu beigetragen, "dass unsere Welt etwas menschlicher und christlicher wird". Angesichts der heutigen Herausforderungen an die Kirche habe er gespürt, dass eine neue Sprache gefunden werden müsse, um den Menschen das Evangelium zu verkünden.

Zollitsch gestand unter Hinweis auf die Bemühungen um eine Aussöhnung mit der ultrakonservativen Piusbruderschaft zugleich ein, das dem Papst "nicht alles so geglückt" sei. Benedikt habe "sehr darunter gelitten", dass der Dialog mit der Bruderschaft nicht richtig verstanden worden sei. Verwaltungsfragen seien überdies nie das gewesen, "was sein Herz besonders ausgefüllt hat", sagte Zollitsch mit Blick auf den Vorwurf der Führungsschwäche. Ein neuer Papst müsse nun "Dinge, die nicht in Ordnung waren, neu anpacken".

"Der Dialog von Christen und Muslimen wird ein Zukunftsthema der katholischen Kirche sein, deshalb wünsche ich mir einen Papst mit hoher Sensibilität", sagte die Juniorprofessorin für Systematische Theologie an der Freien Universität Berlin mit Schwerpunkt interreligiöser Dialog Anja Middelbeck-Varwick im Deutschlandradio Kultur.

Zollitsch kann sich nicht-europäischen Papst vorstellen

Peter Kardinal Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)Kardinal Peter Turkson könnte der erste schwarze Papst werden (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)"Ich kann mir durchaus vorstellen, dass nun auch ein Papst von einem anderen Kontinent kommt", sagte Zollitsch am Dienstag am Sitz der Bischofskonferenz in Rom. "Wir sind Weltkirche", fügte er hinzu. Er habe aber auch keine Angst davor, "wenn jetzt ein Italiener Papst wird".

Ein neuer Papst soll möglichst bis Ostern gewählt und im Amt sein. Die Kardinalsversammlung in Rom will Anfang nächster Woche zusammenkommen, um die Papst-Wahl vorzubereiten und über den Beginn des Konklaves zu entscheiden, erklärte Papst-Sprecher Federico Lombardi.

Nach seinem Rücktritt wird sich Benedikt "Emeritierter Papst" oder "Römischer emeritierter Pontifex" nennen, sagte Lombardi weiter. Man werde sich an Joseph Ratzinger aber weiterhin auch mit der Anrede "Eure Heiligkeit" wenden können.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

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