Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Abschied von Margaret Thatcher

London gedenkt der "Eisernen Lady"

Letztes Geleit für die "Eiserne Lady"
Letztes Geleit für die "Eiserne Lady"

Mit einer pompösen Zeremonie hat Großbritannien Abschied von seiner langjährigen Premierministerin Margaret Thatcher genommen. Ihr Sarg wurde nach einem Trauerzug durch die Londoner Innenstadt in die St. Paul's Cathedral gebracht - fast 2300 Gäste aus 170 Ländern nahmen an den Trauerfeierlichkeiten teil.

Bei der großen Zeremonie erwiesen mehr als 2000 Gäste aus aller Welt der früheren britischen Regierungschefin die letzte Ehre - mehr als 4000 Polizisten waren im Einsatz. Außerdem sicherten mehr als 700 Soldaten die Strecke; nach den tödlichen Anschlägen auf den Marathon in Boston waren die Sicherheitsvorkehrungen in London noch einmal verschärft worden. Unter den Trauergästen waren neben Königin Elisabeth II. und ihrem Mann Prinz Philip auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle, Israels Premier Benjamin Netanjahu und sein polnischer Amtskollege Donald Tusk.

Zu den Trauergästen zählten auch politische Weggefährten. Aus den USA reisten die früheren Außenminister James Baker und George Shultz an.

Thatchers Sarg wurde bei einem Trauerzug vom Parlamentsgebäude zur St. Paul's Kathedrale im Osten der Innenstadt gebracht, begleitet von einer Motorradeskorte. Dort fand der Trauergottesdienst für die erste und bisher einzige Frau im Amt des britischen Regierungschefs statt. Der Bischof von London, Richard Chartres, rief in seiner Trauerrede dazu auf, Thatcher nicht als Politikerin, sondern als Mensch zu gedenken. Im Parlament habe es in der vergangenen Woche eine offene Debatte über die Politik der "Eisernen Lady" gegeben, sagte Chartres. "Hier und heute ist dafür weder die richtige Zeit noch der richtige Ort."

Thatchers Beisetzung ist kein Staatsbegräbnis im streng protokollarischen Sinn, denn dafür wäre ein Parlamentsbeschluss notwendig gewesen.

Kosten der Zeremonie sorgen für Kritik

Die Dimension der Veranstaltung steht in Großbritannien in der Kritik. Eine ähnlich große Trauerfeier wurde zuletzt dem legendären früheren Premierminister Winston Churchill zuteil. Erstmals seit dessen Beisetzung im Jahr 1965 wohnte diesmal zudem Königin Elisabeth II. einer solch ehrenhaften Trauerfeier bei. Über die auf bis zu zehn Millionen Pfund (etwa zwölf Millionen Euro) geschätzten Begräbniskosten wird in Großbritannien heftig diskutiert, berichtet ARD-Korrespondent Torsten Huhn im DLF.

Margaret Thatcher wird am 11. Februar 1975 zur Vorsitzenden der britischen Konservativen gewählt. (picture alliance / dpa / UPI)Margaret Thatcher wird am 11. Februar 1975 zur Vorsitzenden der britischen Konservativen gewählt. (picture alliance / dpa / UPI)Margaret Thatcher war am Montag vergangener Woche an den Folgen eines Schlaganfalls im Alter von 87 Jahren gestorben. Sie hatte in den Jahren 1979 bis 1990 in der Downing Street regiert und in dieser Zeit prägende Entscheidungen für ihr Land getroffen. Ihre Politik der Privatisierung gegen den massiven Widerstand auch der Gewerkschaften spaltet bis heute die britische Gesellschaft. Befürworter halten sie für eine Retterin Großbritanniens, Kritiker halten ihr vor, das Land gespalten zu haben. Der Song "Ding dong, the witch is dead" ("Die Hexe ist tot") schaffte nach Thatchers Tod den Einzug in die Charts.



Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Trauer um Margaret Thatcher

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Kontrovers

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:07 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Frankreich-Wahl"Macron als Sozialliberaler genau der Richtige"

Emmanuel Macron nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses der ersten Wahlrunde um die französische Präsidentschaft. (Daniel Fouray/MAXPPP/dpa)

Der Ausgang der ersten Wahlrunde zur französischen Präsidentschaft sei eine gute Nachricht, sagte Alexander Graf Lambsdorff (FDP, Vize-Präsident des Europaparlaments. Er sei sich sehr sicher, dass Emmanuel Macron es schaffen und zum nächsten französischen Präsidenten gewählt werde. Macron stehe für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und habe gleichzeitig den sozialen Ausgleich im Blick.

Frankreich hat gewähltZwei Kandidaten, ein Schock

Unterstützer des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron bejubeln in Paris mit französischen Flaggen die ersten Hochrechnungen.   (dpa Bildfunk / AP / Thibault Camus )

Emmanuel Macron und Marine Le Pen haben es bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich in den zweiten Wahlgang geschafft. Der Erfolg Le Pens heißt für den Geografen und Sozialwissenschaftler Boris Grésillon: Frankreich geht es schlecht.

Emanzipation und FeminismusGleichberechtigung - nicht nur Frauensache

Mit Plakaten und in historischen Gewändern erinnern Frauen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) an die Wahlrechtsdemonstrationen der Suffragetten vor 100 Jahren. (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)

Es gibt kein Übel, an dem der Feminismus nicht schuld ist. So sehen das zumindest dessen Kritiker. Das Gegenteil ist richtig: Gleichberechtigung zielt auf eine menschenfreundliche Kultur - und davon profitieren auch die Männer.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

OLG Düsseldorf  Verfahren wegen Duisburger Loveparade-Katastrophe muss eröffnet werden | mehr

Kulturnachrichten

Loveparade-Unglück nun doch vor Gericht  | mehr

 

| mehr