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Absoluter Triumph für die SPD in Hamburg

Olaf Scholz will wirtschaftliche Vernunft und sozialen Zusammenhalt voranbringen

Olaf Scholz, Hamburgs Spitzenkandidat der SPD, geht eindeutig als Sieger aus der Wahl.  (Carsten Rehder dpa/lno)
Olaf Scholz, Hamburgs Spitzenkandidat der SPD, geht eindeutig als Sieger aus der Wahl. (Carsten Rehder dpa/lno)

Ein haushoher Sieg für Olaf Scholz in Hamburg beschert der SPD Aufwind - in vielerlei Hinsicht: Die Bundes-SPD profitiert und hat unverhofft einen potenziellen Kanzlerkandidaten in petto.

48,3 Prozent erhält Olaf Scholz nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Zweitstimmen-Auszählung bei der Hamburger Bürgerschaftswahl, nach Sitzen also die absolute Mehrheit. Die CDU kommt nur auf 21,9 Prozent und räumt bereits kurz nach der ersten Prognose ihre Wahlniederlage ein.

Es folgen die Grünen als drittstärkste Kraft mit 11,2 Prozent. Für die Partei Die Linke votierten 6,4 Prozent. Die Freien Demokraten schafften mit 6,6 Prozent den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde und sind nach sieben Jahren wieder in der Bürgerschaft vertreten.

Das komplette vorläufige amtliche Endergebnis wird wegen des komplizierten Wahlrechts erst in einigen Tagen feststehen. Die Wahlbeteiligung lag bei 57 Prozent.

Die Auszählungen können online unter www.wahlen-hamburg.statistik-nord.de verfolgt werden.

Analyse der Parteien mit Blick auf das Superwahljahr 2011

Wahl-Logo (dradio.de)Wahl-Logo (dradio.de)Der haushohe Wahlsieg der Hamburg-SPD wird zum Vorbild für die Bundespartei: Parteichef Sigmar Gabriel ruft die von Olaf Scholz gesetzte Kombination aus Wirtschaftsstärkung und sozialer Verantwortung zum neuen Credo der SPD aus.
SPD-Vorsitzender Gabriel zum fulminanten Sieg in Hamburg

Nach dem schwere Schlag für die CDU in Hamburg, hat für Thomas Strobl der SPD-Wahlsieg in Hamburg jedoch keine Signalwirkung für die kommende Wahl in seinem Bundesland Baden-Württemberg. Die CDU habe hier einen klaren Kompetenzvorsprung
Landes-CDU-Generalsekretär Strobl: Hamburg ist nicht Baden-Württemberg

Im Deutschlandradio Kultur sagte der Hamburger FDP-Bundestagsabgeordnete Burkhardt Müller-Sönksen, die Hamburger Liberalen seien sowohl stolz auf das Ergebnis als auch auf die Bundespartei. Diese habe sich in Hamburg sehr stark eingesetzt - "allen voran Guido Westerwelle".
FDP-Abgeordneter Burkhardt Müller-Sönksen: Ein Dank an Guido Westerwelle

Die Grünen sind in Hamburg hinter ihren Rekordumfragewerten auf Bundesebene zurückbleiben. Ihre Partei habe in der "grünen Hochburg" Hamburg die eigenen Erwartungen nicht erfüllt, sagt die Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen, Steffi Lemke. Die Partei sei aber dennoch auf dem richtigen Kurs.
Steffi Lemke: Kein Signal für kommende Landtagswahlen

Für Volker Beck, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, zeigen die Ergebnisse, dass die Beendigung der gemeinsamen Koalition mit der CDU die richtige Entscheidung gewesen sei.
Beck: "Die Hamburger haben uns völlig recht gegeben"

Die Linke in Sachsen-Anhalt sieht das Hamburger Wahlergebnis der Partei als große Hilfe für die eigene Wahl am 20. März. Vorsitzender Matthias Höhn Betrachtet damit die "ideologische" Debatte um Kommunismus und Sozialismus als erledigt.
Vorsitzender in Sachsen-Anhalt sieht Stabilisierung seiner Partei

Auftakt zum Superwahljahr in Hamburg

Die Hansestadt machte damit den Auftakt im Superwahljahr 2011. 1,3 Millionen Hamburger waren aufgerufen, die neue Bürgerschaft in einer vorgezogenen Wahl zu bestimmen.

Der ehemalige Innensenator Christoph Ahlhaus hatte erst im Sommer 2010 nach dem Rücktritt von Ole von Beust das Ruder an der Spitze der schwarz-grünen Koalition in Hamburg übernommen. Doch das Experiment zwischen CDU und GAL hielt unter seiner Führung nicht lange. Im November zerbrach die Koalition endgültig – wegen fehlenden Vertrauens in den neuen Bürgermeister, so die Grünen.

Neues Wahlrecht bei der Hamburg-Wahl

Stimmzettel und Umschläge für die Hamburger Bürgerschaftswahl 2010 (AP)Stimmzettel und Umschläge für die Hamburger Bürgerschaftswahl 2010 (AP)Fest steht bereits, dass die Auszählung der Stimmen länger dauern wird. Bei der Bürgerschaftswahl 2010 gilt ein neues Wahlrecht und die Wähler in Hamburg können auf vier Stimmzetteln insgesamt 20 Kreuze machen - jeweils zehn für die Bürgerschaft sowie die ebenfalls stattfindende Wahl der Bezirksversammlung. Mit den ersten Hochrechnung ist erst zwei Stunden nach Schließung der Wahllokal gegen 20 Uhr zu rechnen.

Ergebnisse der letzten Hamburg-Wahl

Bei der Bürgerschaftswahl 2008 hatte die CDU noch 42,6 Prozent der Stimmen erreicht. Die SPD erhielt damals 34,1 Prozent. Die GAL bekam 9,6 und die Linke 6,4 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,8 Prozent.

Akutelle Infos zu Wahl in Hamburg bei ARD und ZDF:
Bürgerschaftswahl 2011 im NDR
Die Wahl 2011 in Hamburg im ZDF.

Externe Links:
Analysen zur Wahl in Hamburg 2011 (Infratest Dimap)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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