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Achtungserfolg für Alexej Nawalny

Putin-Kritiker holt ein Viertel der Stimmen bei Bürgermeisterwahl in Moskau

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny (picture alliance / dpa / Sergei Bobylev)
Kreml-Kritiker Alexej Nawalny (picture alliance / dpa / Sergei Bobylev)

Obwohl der Putin-Kritiker Alexej Nawalny mit rund 27 Prozent die Bürgermeisterwahl in Moskau offenbar verloren hat, ist sein Ergebnis eine Sensation. Nach Auszählung fast aller Stimmzettel teilte die Wahlleitung mit, Amtsinhaber Sergej Sobjanin habe mit rund 51,27 Prozent klar gewonnen.

Wie erwartet, scheint der Amtsinhaber Sergej Sobjanin die Bürgermeisterwahl in der russischen Hauptstadt Moskau für sich entschieden zu haben. Allerdings schaffte sein Gegner, der 37-jährige Oppositionspolitiker und Putin-Kritiker Alexej Nawalny, bei seiner ersten Teilnahme an einer Wahl offenbar eine Sensation, da er fast doppelt so viele Stimmen wie erwartet für sich verbuchen konnte.

Nawalny will Stichwahl und spricht von "eindeutigen Fälschungen"

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin (l.) und sein Herausforderer Alexej Nawalny (picture alliance / dpa / Pochuyev Mikhail / Nikolsky Alexei / dradio)Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin (l.) und sein Herausforderer Alexej Nawalny (picture alliance / dpa / Pochuyev Mikhail / Nikolsky Alexei / dradio)Der prominente Anti-Korruptionskämpfer Nawalny, der die zersplitterte Protestbewegung gegen Präsident Putin anführt, räumte zwar ein, dass Sobjanin die meisten Stimmen erhalten habe. Seiner Meinung nach hat das aber nicht für einen Sieg im ersten Wahlgang gereicht. Nawalny sprach in der Nacht von "eindeutigen Fälschungen" und forderte eine zweite Wahlrunde. Für heute Nachmittag rief er zu Protesten auf. DLF-Korrespondentin Gesine Dornblüth rechnet nicht mit Massenprotesten. Für die heutige Demonstration seien lediglich 2500 Menschen angemeldet.

Die unabhängige Organisation Golos bezweifelte ebenfalls, dass Sobjanin die nötigen 50 Prozent im ersten Wahlgang tatsächlich erreicht hat.

Bei der Bürgermeisterwahl in der viertgrößten russischen Stadt Jekaterinburg zeichnet sich dagegen ein Sieg des Oppositionskandidaten Jewgeni Roisman ab. Es wäre das erste Mal, dass sich in einer großen Stadt ein Regierungsgegner durchsetzt.

Stimmungstest für Präsident Putin

Es war die erste Bürgermeisterwahl in Moskau seit zehn Jahren mit Tausenden Wahlbeobachtern im Einsatz. Insgesamt traten sechs Kandidaten an. Kommentatoren nannten die Wahl eine Krönung für Nawalny als Galionsfigur einer zerstrittenen Opposition.

Die Abstimmung galt als wichtiger Stimmungstest für das Machtlager von Kremlchef Putin. Die Wahlbeteiligung war extrem niedrig - vermutlich liege sie bei nur 30 Prozent, berichtete das russische Staatsfernsehen.

Nawalny war im Juli in einem umstrittenen Prozess wegen Veruntreuung öffentlicher Mittelzu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde allerdings bis zu einem Berufungsverfahren ausgesetzt, um dem 37-Jährigen die Teilnahme am Wahlkampf zu ermöglichen. Der Blogger, der oft nationalistische Töne anschlägt, führte seinen Wahlkampf vor allem auf der Straße und im Internet.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:17 Uhr

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