Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Adäquates, rechtzeitiges und entschlossenes Handeln"

Weltklimagipfel in Cancun hat begonnen

Flaschenpost am Strand von Cancun anlässlich der UN-Klimakonferenz (AP)
Flaschenpost am Strand von Cancun anlässlich der UN-Klimakonferenz (AP)

Mit eindringlichen Aufrufen zum Handeln gegen den Klimawandel hat im mexikanischen Cancún die 16. UN-Klimakonferenz begonnen. Sie soll nach dem enttäuschenden Gipfel von Kopenhagen Lösungen im Kampf gegen die Erderwärmung finden.

Wenn der Temperaturanstieg nicht gestoppt werde, drohten unumkehrbare Folgen, sagte der Chef des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, zum Auftakt des Weltklimagipfels. Er warnte unter anderem vor einem deutlichen Anstieg des Meeresspiegels und dem Aussterben von Tier- und Pflanzenarten. Auf der zweiwöchigen UNO-Konferenz wollen Delegierte aus fast 200 Staaten über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll von 1997 verhandeln. Ein Jahr nach dem gescheiterten Gipfel von Kopenhagen gilt ein Durchbruch auch jetzt als unwahrscheinlich.

Experten halten allenfalls Fortschritte in Teilbereichen für möglich, etwa beim Schutz der Wälder und bei der langfristigen Finanzierung von Klimahilfen für arme Länder.

Logo der Klimakonferenz in Cancun (United Nations Climate Change Conference)Logo der Klimakonferenz in Cancun (United Nations Climate Change Conference)Die Realisierungschancen eines neuen Abkommen haben sich seit dem Gipfel in Kopenhagen im vergangenen Jahr aber eher noch verschlechtert. Ein großes neues Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase sei kaum zu erwarten, sagt der Energieexperte Niklas Höhne, Direktor der Energieberatungsfirma Ecofys in Köln. Doch auch kleine Schritte seien von Bedeutung.

Es müsse Ergebnisse geben, sonst würden einige Staaten ihr Engagement wieder herunterfahren, warnt EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Die europäische Politik zeige außerdem, dass klare Vorgaben Innovation geradezu hervorzwinge.

Ergebnisse des Gipfels in Kopenhagen hatten für Enttäuschung gesorgt

Der Gipfel in Kopenhagen war ohne konkretes Ergebnis gegangen. Es wurde als Ziel genannt, die Erwärmung der Erde auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Zudem sollen die Entwicklungsländer bis 2012 bis zu 30 Milliarden Dollar für den Klimaschutz erhalten. Bis 2020 soll der Betrag auf 100 Milliarden Dollar pro Jahr steigen. Alle Länder sollen zudem ihre Klimaschutzmaßnahmen überprüfen lassen.

Holland in Not
Wenn im Kampf gegen den Klimawandel zu wenig getan wird - dann ist zum Beispiel Holland in Not. Denn das Wasser drückt mit steigenden Nordseepegel von vorn, mit steigendem Rheinpegel von hinten, mit steigendem Grundwasser von unten und mit mehr Regen auch von oben.

Wenn das Eis den Bach runter geht
Im Bericht des Weltklimarates fand sich 2009 ein Zahlendreher: Schon 2035 könnten die Gletscher des Himalaya schmelzen - tatsächlich bezog sich die Prognose auf 300 Jahre später. Daran, dass die Klimaerwärmung erhebliche Auswirkungen auf die Gletscherregionen hat, lässt sich aber nicht rütteln.

Basis aller heutigen Überlegungen zum Klimawandel ist unter anderem das Klimaprotokoll von Kyoto von 2005, das nun ausläuft.

Mehr zum Thema Cancun und dem Klimawandel:

Umwelt und Verbraucher: Holland in Not! FünfteiligeSendereihe: "Was passiert, wenn in Cancun nichts passiert"

"Zwei Grad mehr haben massive Folgen" <br> Klimaforscher: Grundfakten sind völlig unumstritten

Forscher rehabilitiert - "Climategate" verlief im Sande

"Die Uhr tickt" <br> EU-Klimakommissarin und ihre Erwartungen an den Klimagipfel in Cancun

Klimaexperte: Kein neues großes Abkommen in Cancun zu erwarten <br> Niklas Höhne über den bevorstehenden Klimagipfel in Mexiko

Der Rückzug der Vielfalt - <br> Schwerpunkt zum Internationalen Jahr der Biodiversität

Das Kyoto-Protokoll als Klimasünder <br>Wirtschaftswissenschaftler fordert eine neue CO2-Bilanzierung

Feuer in der Tundra <br>Klimawandel bringt Blitz und Donner in den Polarkreis

Asiens Wassertürme im Klimawandel <br>Gletscherschmelze wirkt sich sehr unterschiedlich auf Asiens Megaflüsse aus

Spenden gegen den Klimaschutz <br>Chemie- und Energiekonzerne sollen Klimaschutzgegner unterstützt haben

"Wir müssen uns auf Extreme einstellen" - Klima-Experte über Sommerhitze in den Städten



Mehr bei deutschlandradio.de

 

Externe Links:

Klimakonferenz in Cancun

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr Konzertdokument der Woche

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Musikfeuilleton

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Landlust/Landfrust (1/2)Dorfleben im Wandel

Zwei ältere Dame tragen nach einem Einkauf ihre Lebensmittel nach Hause. (picture alliance/ dpa/ David Ebener)

Die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und Dorfidylle ist in der Gesellschaft groß. Mit der Realität hat diese Vorstellung des Landlebens oft wenig zu tun. Kerstin Faber hat sich intensiv mit ländlichen Regionen auseinandergesetzt. Ein Problem seien Dörfer mit großer Überalterung, sagte sie im DLF. "Da haben wir es mit einem Abbau der Daseinsvorsorge zu tun."

Berlinale 2017"Vollmundiger Jahrgang mit kratzigem Abgang"

Die Filmkritiker Peter Körte ("FAS") und Katja Nicodemus ("Zeit") nach ihrem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale 2017. (Deutschlandradio / Cornelia Sachse)

Das Gleichnis eines guten Weines fällt der Filmkritikerin Katja Nicodemus zum Wettbewerb des diesjährigen Berliner Filmfestivals ein. "Ich habe wenig gesehen, was mich umgehauen hätte", hält ihr Kollege Peter Körte dagegen.

Hanya Yanagihara: "Ein wenig Leben"Ein umwerfender und suspekter Roman

"Ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara. Im Hintergrund: die Skyline von New York. (Hanser / picture-alliance / dpa)

Dieser Roman geht an Grenzen: Die amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara erzählt in "Ein wenig Leben" von exzessivem menschlichen Leid. Im Zentrum stehen vier Männer aus New York. Einer von ihnen, Jude, ist von einem düsteren Geheimnis umgeben, das seine Freunde, aber auch den Leser in Bann hält.

Deutscher KolonialismusUnheilvolle Kontinuitäten

A performance shows the treatment of Hereros in 1904 at a ceremony commemorating the killing of thousands of Hereros by German troops, at Okakarara, 250 km northwest of Windhoek, Namibia, Saturday, 14 August 2004. Germany on Saturday asked the Herero people of Namibia to forgive it for the massacres committed by its troops during a three year uprising 100 years ago. (picture alliance / dpa / WIEBKE GEBERT)

Prügel mit dem Tauende oder doch mit der Nilpferdpeitsche? Die Frage, wie die zwangsverpflichteten schwarzen Arbeiter in den deutschen Kolonien "zur Arbeit erzogen", "zivilisiert" werden sollen, diskutierten Politiker und Mediziner vor etwas mehr als hundert Jahren in aller Öffentlichkeit.

GewaltenteilungFinanz als vierte Gewalt?

Legislative, Exekutive, Judikative und Finanzwesen: So zählt der Kulturwissenschaftler und Philosoph Joseph Vogl die Gewaltenteilung auf. Das mit dem Finanzwesen kennen wir aber so nicht aus der Schule. Er sagt: Wer das Finanzwesen als vierte Macht im Staate nicht (an)erkennt, sitzt einer Legende auf.

Petras inszeniert O'NeillSippe mit unheilvoller Vergangenheit

Armin Petras, der Intendant des Schauspiels Stuttgart, steht am 02.06.2016 im Opernhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Foyer an einer Treppe. (picture alliance / dpa / Bernd Weißbrod)

Eine Familie steuert in den Untergang: Überraschend fein und intim inszeniert Armin Petras "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O'Neill am Schauspiel Stuttgart. In der Rolle der schuldbeladenen Mutter glänzt - der Schauspieler Peter Kurth.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bericht  BAMF soll Identität von Asylbewerbern durch Handy-Überprüfung feststellen | mehr

Kulturnachrichten

Solidaritätsaktion: Berliner Autokorso für Deniz Yücel  | mehr

Wissensnachrichten

Trump-Rede  Schweden scherzen über angeblichen Anschlag | mehr