Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ägypten: Armee erklärt Gewaltverzicht

Weiter Massenproteste gegen Mubarak

Demonstranten auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo fordern den Rücktritt von Präsident Mubarak. (AP)
Demonstranten auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo fordern den Rücktritt von Präsident Mubarak. (AP)

In Kairo haben sich trotz Ausgangssperre erneut Zehntausende Menschen versammelt, um gegen die Regierung von Präsident Mubarak zu demonstrieren. Im Staatsfernsehen erklärte ein Armeesprecher, die Armee werde keine Gewalt gegen die Bevölkerung einsetzen.

Auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo forderten die Demonstranten den Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak. Soldaten hatten zwar Stellung bezogen, griffen aber nicht ein. Für Dienstag rief ein Bündnis mehrerer Oppositionsgruppen um den Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei zu einem Generalstreik und einem "Marsch der Million" auf.

Unter dem Druck der Straße hatte Mubarak bereits seine Regierung umgebildet und Geheimdienstchef Omar Suleiman zum Vizepräsidenten ernannt. Doch das Ziel der Demonstranten ist klar: Mubarak muss weg!

Besorgnis in Israel

In Israel werden die Entwicklungen im Nachbarland Ägypten sorgenvoll beobachtet. Ägypten gilt seit 30 Jahren als einziger verlässlicher Partner Israels im arabischen Raum und Mubarak als Garant des Friedens. Bei einem Sturz Mubaraks wird ein Machtvakuum befürchtet, das sich radikalislamische Elemente zunutze machen könnten. Bei den deutsch-israelischen Regierungskonsultationen erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Jerusalem, die eingeleiteten Maßnahmen Mubaraks seien nicht ausreichend, der Dialog mit den Demonstranten müsse intensiviert werden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer dramatischen Situation in Ägypten. Merkel kritisierte zugleich den israelischen Siedlungsbau als hinderlich für den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern.

Die EU-Außenminister mahnten in Brüssel unterdessen freie und faire Neuwahlen in Ägypten an. Angesichts der Massenproteste müsse ein geordneter Übergang zu einer demokratischen Regierung gelingen.

Westerwelle fordert Achtung von Freiheits- und Bürgerrechten

Bundesaußenminister Westerwelle hat die ägyptische Regierung aufgefordert, die Freiheits- und Bürgerrechte zu achten. Präsident Mubarak dürfe die Proteste nicht mit Gewalt unterdrücken, sagte Westerwelle im Deutschlandfunk.

Der Nahost-Experte Michael Lüders forderte von der Bundesregierung, den demokratischen Wandel in Ägypten zu begrüßen und nicht länger an der Regierung Mubarak festzuhalten. Man laufe Gefahr, von den Ereignissen überrollt zu werden, sagte Lüders im Deutschlandfunk.

Das Auswärtige Amt "rät von Reisen nach Ägypten aufgrund der instabilen Lage derzeit ab". Dies gelte insbesondere für die großen Städte Kairo, Alexandria und Suez. Die USA und die Türkei forderten ihrer Bürger zur Ausreise auf.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:10 Uhr Geistliche Musik

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Stopp den StressWir meditieren!

Bei der Hitze in diesen Tagen geraten nicht nur technische Geräte unter Dauerstress, auch wir Menschen kriegen Probleme - egal wie alt wir auch sein mögen. Und langfristig gesehen ist es nicht die Hitze, die uns unter Druck setzt. Das erledigen wir schon selbst. .

Jan Fabres "Mount Olympus"Wie man 24 Stunden Theater erlebt

Szene aus der Performance "Mount Olympus" von Jan Fabre (Wonge Bergmann)

"Ein dionysisches Festival des 21. Jahrhunderts", so nennt Jan Fabre seine 24-Stunden-Performance "Mount Olympus" in Berlin. Unsere Theaterredakteurin Susanne Burghardt hat diese Langzeiterfahrung mitgemacht.

Unterwasserhockey"Kein Sport für Zuschauer"

Unterwasserhockey-Spieler in Aktion bei der WM 2013. (picture alliance / dpa / EPA / Peter Komka)

Wasserball, Hockey und Unterwasserrugby ist bekannt. Doch Unterwasserhockey? Eine Sportart mit vielleicht weltweit 15.000 Spielern muss sich ihren Platz im Schwimmbecken hart erkämpfen, wie Nationalspieler Ralf Cahn im Deutschlandfunk schildert.

AfD-VorsitzPetry gewinnt Machtkampf gegen Lucke

Die Afd-Vorsitzende Frauke Petry spricht am 04.07.2015 in Essen beim Parteitag der AfD. (Federico Gambarini, dpa picture-alliance)

Frauke Petry führt die Alternative für Deutschland künftig allein. Sie erhielt beim außerordentlichen Bundesparteitag der AfD in Essen 60 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen Partei-Mitbegründer Bernd Lucke durch. Während seiner Rede kam es zu Tumulten.

Verhüllter Reichstag und die Demokratie"Das Haus ist nicht schuldig“

Verhüllter Reichstag 1995, ein Projekt von Christo und Jeanne-Claude (dpa / picture alliance / Wolfgang Kumm)

Vor 20 Jahren verhüllten Christo und Jeanne-Claude das Reichstagsgebäude – ein Kunst-Event, das Millionen Besucher in seinen Bann schlug. Den Deutschen eröffnete das einen ganz neuen Blick auf die komplizierte Geschichte des Hauses, so der Architektur-Historiker Michael S. Culllen.

Griechenland"Diese Krise ist hausgemacht"

Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis sitzt gestikulierend auf einem Stuhl im Parlament in Athen, er ist umringt von Parlamentsmitgliedern.  (Alexandros Vlachos, dpa picture-alliance)

Egal wie die Griechen abstimmen, die griechische Regierung sei "so oder so am Ende", sagte Eckart Stratenschulte, Direktor der Europäischen Akademie Berlin. Eine schnelle Lösung der jetzigen Situation werde es nicht geben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Griechenland  Referendum über künftige Sparpolitik ist angelaufen | mehr

Kulturnachrichten

Filmfest München ehrt portugiesischen Beitrag  | mehr

Wissensnachrichten

Produktüberarbeitung  Luftpolsterfolie, die sich nicht mehr knibbeln lässt | mehr