Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ägyptisches Regime spielt auf Zeit

Proteste in Kairo gehen weiter

Demonstranten versammeln sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo.  (AP)
Demonstranten versammeln sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo. (AP)

In der Nacht haben unzählige Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo campiert und bereits am Morgen mit Protesten begonnen - ungeachtet des Treffens zwischen Regierung und Opposition.

<p>Laut Medienberichten sollen am Sonntag Schüsse auf dem Platz gefallen sein - heute blieb es bisher den Umständen entsprechend ruhig. Am Sonntag waren <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="203802" text="Opposition und Regierung in Kairo zu Gesprächen" alternative_text="Opposition und Regierung in Kairo zu Gesprächen" /> zusammengekommen. Vize-Präsident Omar Suleiman verhandelte unter anderem mit Mitgliedern der Muslim-Bruderschaft. Dennoch hielten die Oppositionsführer, darunter ein Abgesandter des Friedensnobelpreisträgers Mohamed El Baradei, an ihrer Forderung nach einem Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak fest. Dem Vernehmen nach wurde die Gründung eines Komitees beschlossen, das innerhalb eines Monats Veränderungen an der Verfassung ausarbeiten soll.<br /><br />Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag</LI_1382136>, äußerte im Deutschlandradio Kultur die Ansicht, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="163793" text="ein sofortiger Rücktritt Mubaraks nutzte alleine dem alten Regime und den Moslembrüdern in Ägypten." alternative_text="ein sofortiger Rücktritt Mubaraks nutzte alleine dem alten Regime und den Moslembrüdern in Ägypten." /> Wörtlich sagte der CDU-Politiker: <br /><br />&quot;Wenn man innerhalb der nächsten, ich sage mal, zwei Monate jetzt zu Wahlen in Ägypten käme, hätten wohl nur die Kräfte des alten Regimes, vielleicht unter neuem Namen, oder die Moslembrüder eine Chance, denen man ja eine gute Untergrundorganisation nachsagt.&quot;<br /><br /></p><p><strong>Cohn-Bendit kritisiert EU-Außenbeauftragte Ashton</strong></p><p><papaya:media src="e5ccd55b5c73ec5878a39e4ad291ed71" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Ein Regierungsgegner in Ägypten" popup="yes" />Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Europäischen Parlament, Daniel Cohn-Bendit, sagte, der Außenbeauftragten der EU, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="69639" text="Catherine Ashton, fehle der Mumm, entscheidende Schritte zur Lösung der Krise in Ägypten zu gehen." alternative_text="Catherine Ashton, fehle der Mumm, entscheidende Schritte zur Lösung der Krise in Ägypten zu gehen." /> Auf europäischer Ebene sei man in den Verstrickungen einer verfehlten Realpolitik verfangen.<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="69637" text="Asiem El Difraoui, Ägypten-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik" alternative_text="Asiem El Difraoui, Ägypten-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik" />, schätzte die politische Lage in dem Land folgendermaßen ein: <br /><br />&quot;Ich glaube, die meisten Ägypter wollen wirklich, dass Mubarak jetzt sofort zurücktritt. Aber das Regime spielt auf Zeit, sie probieren, die Situation zu verwässern, probieren, die Opposition ein bisschen zu teilen, und wenn sie noch ein paar Zugeständnisse machen werden kann es auch sein, dass Mubarak bis zum September im Amt bleibt.&quot;<br /><br />Der <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="146015" text="Ethnologe Samuli Schielke berichtete über die Situation in Kairo" alternative_text="Ethnologe Samuli Schielke berichtete über die Situation in Kairo" />: <br /><br />&quot;Die Ägypter debattieren auch sehr viel untereinander, wenn man auf die Straßen geht, läuft eigentlich ständig eine politische Debatte über die aktuelle Situation und wie man damit umzugehen hat.&quot; <br /><br />Über die Lage auf dem Tahrir-Platz in Kairo sagte Schielke, dass dort keine chaotischen Zustände herrschten. <br /><br />&quot;Tahrir-Platz ist eigentlich einer der am besten geordneten Plätze in ganz Ägypten im Moment, wo Leute sehr gut die Müllabfuhr, die Essensversorgung, die Kontrolle, die Eingangskontrollen organisiert haben. Es läuft unglaublich geordnet auf dem Tahrir-Platz, das hat fast etwas Festliches.&quot; <br /><br /><br /><br /><strong>Linktipps:</strong><br /><br />Laufend aktualisierte Informationen zu den Ereignissen in Ägypten erhalten sie in den <papaya:link href="/nachrichten/" text="Deutschlandradio-Nachrichten" title="Nachrichten auf www.dradio.de" target="_self" />.<br /><br />Alle Beiträge auf dradio.de zu den Krisen im Nahen und Mittleren Osten im Überblick: <papaya:addon addon="13ce92bc07c8e837729a6ac5022b9a1b" portal="70" text="Der arabische Aufstand" alternative_text="Der arabische Aufstand" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 11:30 Uhr Sonntagsspaziergang

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:30 Uhr Die Reportage

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 12:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Joschka Fischer"Marine Le Pen wäre für Deutschland der Super-GAU"

Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) sitzt am 12.03.2015 im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne in Köln (Nordrhein-Westfalen) auf der Bühne, wo er über sein neues Buch "Scheitert Europa?" spricht. (dpa)

Deutschland könne Europa nicht alleine führen, sagte der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer im Deutschlandfunk. Von daher sei es für die EU und Deutschland existenziell, dass Marine Le Pen, die Frankreich aus der EU führen will, nicht französische Präsidentin werde. Ein anderer Wahlausgang wäre katastrophal.

Der Adel und der Wald in DeutschlandUnterwegs durch Privatwälder

Philipp zu Guttenberg – Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände. (Deutschlandradio / Nana Brink)

Die "Deutschlandrundfahrt" spaziert sowohl mit adeligen Waldbesitzern durch ihr Refugium als auch mit einem Waldphilosophen durch den Dschungel der Eigentumsfragen.

70 Jahre nach der "Aktion Weichsel"Gedenken an die Vertreibung der Ukrainer

Der Marktplatz von Przemysl. (imago/Brockes)

Vor 70 Jahren wurden über 100.000 Ukrainer aus Südostpolen zwangsumgesiedelt. An der sogenannten Aktion Weichsel wurde nun im südostpolnischen Przemyśl gedacht. Doch die nationalkonservative PiS-Regierung will die Erinnerung nicht unterstützen.

Die Lolas 2017Anerkennung für den Autorinnen-Film

Anne Zohra Berrached, Maren Ade und Nicolette Krebitz bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (dpa / Britta Pedersen)

Anne Zohra Berrached, Maren Ade und Nicolette Krebitz - drei Frauen standen vor dem Galapublikum beim deutschen Filmpreis in Berlin auf der Bühne und freuten sich über ihre Lolas. Drei Frauen, die eint, dass sie als Regisseurinnen ihren Stoff selbst entwickelt haben.

NaturphänomeneMacht der Vulkane

Die Isländer behaupten, der Ausbruch einer ihrer Vulkane habe die französische Revolution ausgelöst. Und auch der Machtverlust der Kirche gehe auf das Konto eines Naturereignisses. Klingt abwegig? Ist es nicht: Tatsächlich bestimmen Vulkanausbrüche, Erdbeben und andere Katstrophen seit jeher den Lauf der Geschichte.

Die Lange Nacht über Jim Morrison und den DoorsIch kann alles - ich bin der Eidechsenkönig

Die Bilder der Rockmusiker Jim Morrison (l-r), Elton John und David Bowie des Künstlers Jürgen D.Flohr stehen in der Galerie " Niagara" in Düsseldorf (Foto vom 18.11.2008). Für seine neue Ausstellung in der Galerie "Niagara" in Düsseldorf hatte Flohr einen Zyklus von 12 großformatigen Portraits mit dem Titel "Rockstar Mythen III" geschaffen. Die Bilder, von Hand in Acryl auf Leinwand gemalt, haben alle die Maße 250x150 Zentimeter und zeigen verschiedene Rockstars.  (dpa / picture alliance / Horst Ossinger)

Mit ihrer Mischung aus Jazz und Rock waren die Doors eine der schillerndsten Bands der 60er-Jahre. Und doch waren sie nichts ohne ihren Sänger Jim Morrison (1943 - 1971). Jim Morrison begriff sich als Dichter, seine Texte als Poesie.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit  May will gleichzeitige Verhandlungen über EU-Austritt und Handelsabkommen | mehr

Kulturnachrichten

Sybille Steinbacher tritt bundesweit erste Holocaust-Professur an  | mehr

 

| mehr