Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Afghanistan-Truppe wird kleiner

Kabinett beschließt neues Mandat: Neue Zielmarke 3.300 Soldaten

Abzug Schritt für Schritt: Bundeswehrsoldaten beobachten eine Landstraße am Stadtrand von Kunduz in Afghanistan (AP)
Abzug Schritt für Schritt: Bundeswehrsoldaten beobachten eine Landstraße am Stadtrand von Kunduz in Afghanistan (AP)

Derzeit sind 4600 Mann am Hindukusch stationiert. Bis Ende 2014 sollen alle deutschen Kampftruppen abgezogen werden. Danach bleiben Bundeswehrsoldaten nur noch, um afghanische Sicherheitskräfte auszubilden. Der Bundeswehrverband fordert den Verbleib einer Reservetruppe.

Die Truppenreduktion auf 3300 Mann beschloss das Bundeskabinett heute in Berlin, nun muss das Parlament noch zustimmen. Das neue Bundeswehrmandat läuft 13 statt bisher 12 Monate - wie es danach weitergeht, entscheidet nach der Bundestagswahl die nächste Regierung. Bei ihrer Sitzung bekräftigte die Ministerrunde das Ziel, bis Ende 2014 alle deutschen Kampftruppen aus Afghanistan abzuziehen. Auch danach werden dort weiter Bundeswehr-Soldaten stationiert sein - unterstützend, beratend, aber eben ohne Kampfmandat.

Fortschrittsbericht: "Instabile Sicherheitslage"

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich dem jüngsten Fortschrittsbericht zufolge 2012 leicht verbessert. Demnach gab es wie bereits 2011 "weniger sicherheitsrelevante Zwischenfälle". Die Einsatzbereitschaft der afghanischen Kräfte sei mittlerweile "gut entwickelt". Zugleich ist von einer instabilen Sicherheitslage in vielen Teilen des Landes die Rede. Dort seien vor allem die radikalislamischen Taliban weiterhin "handlungsfähig".

Zudem wachse die Bedrohung durch sogenannte innere Angriffe, also Angriffe afghanischer Kräfte auf ISAF-Soldaten sowie auf eigene Kollegen. Durch solche Binnentäter seien in diesem Jahr bis Mitte November 48 NATO-Soldaten getötet worden, hieß es in dem Bericht. Pro Monat werden 500 afghanische Soldaten und Polizisten durch Angriffe verwundet oder getötet, berichtet auch ARD-Korrespondent Kai Küstner.

Der Bericht wurde gemeinsam vom Auswärtigem Amt und den Ministerien für Verteidigung, Inneres sowie Entwicklung unter Leitung des Sonderbeauftragten Michael Koch erstellt. Deutschland werde an der Entscheidung zu einer "verantwortungsvollen Verringerung" der Truppen bis Ende 2014 festhalten, heißt es darin.

Bundeswehrverband fordert Reservetruppe in Afghanistan

Der Bundeswehrverband fordert dagegen die Stationierung deutscher Kampftruppen in Afghanistan auch nach dem Jahr 2014. Eine solche Reserve sei nötig, "um auf Krisen reagieren zu können", sagte Verbandschef Ulrich Kirsch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Nur unterstützend tätig zu sein und allein die afghanischen Sicherheitskräfte Gefechte mit den Aufständischen führen zu lassen, wird nicht gelingen."

Informationen zum Thema auf Deutschlandradio.de:

Wo bleibt die sicherheitspolitische Debatte?
Kommentar von Christian Thiels

Für Deutschland gestorben
Öffentliche Debatten über gefallene Soldaten

Kleinere Bundeswehrtruppe in Afghanistan
Opposition signalisiert Zustimmung für neues Mandat

Milliarden für Afghanistan bis zum Militärabzug
Deutschland sagt Kabul 430 Millionen Euro pro Jahr zu

42,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht
UNHCR: Die meisten Flüchtlinge stammen aus Afghanistan

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Die neue Platte XL

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

TrendsWie sich Blogger als "Tastemaker" positionieren

Berliner Fashion Week 2017 (Deutschlandradio / Laura Naumann)

Modemagazine waren gestern. Die schnelllebige Zukunft gehört den Blogs und deren Machern, den Tastemakern und Influencern. Und jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben, weil sich damit unter Umständen auch Geld verdienen lässt, wie Modeexperte Sebastian Schwarz sagt.

TiefseeDer Ozean als Bergwerk

Der Meeresgrund ist voller Rohstoffe. Vor allem die mineralischen Ressourcen sind spannend für uns, denn die sind knapp und wir brauchen sie für Hightechgeräte wie unsere Smartphones. Staaten, Forscher und Unternehmen prüfen schon lange die Möglichkeiten des kommerziellen Tiefseebergbaus.

SimbabweHoffen auf ein Ende der Ära Mugabe

Simbabwes Präsident Robert Mugabe mit seiner Frau Grace beim Parteitag der ZanuPF. (AFP/Jekesai Nijikizam)

Simbabwe ohne Präsident Robert Mugabe? Für viele Menschen ist das kaum vorstellbar, denn der 93-Jährige herrscht seit der Unabhängigkeit 1980 autoritär über das Land, will sogar noch einmal kandidieren. Er und seine Machtclique haben aber das einst florierende Land heruntergewirtschaftet. Auf der Straße formiert sich trotz massiver Repressalien immer lauter Protest.

Schulz und Merkel im WahlkampfNur Ankündigungen sind zu wenig

Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz im Gespräch auf dem EU-Gipfel am 15. Dezember 2016 in Brüssel.  (picture-alliance / Belga / Christophe Licoppe)

Ob SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die Politik wieder streitbarer mache, bleibe abzuwarten, meint Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Noch fehle ihm dafür der Widerpart. Angela Merkel mobilisiere derzeit eher die parteiinternen Gegner als die eigenen Wähler.

Visual Effects bei der Oscar-VerleihungDie perfekte Illusion

Mowgli (gespielt von Neel Sethi) und Bagheera aus dem Film "The Jungle Book" (2015 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved)

Aufwändige Spezialeffekte entführen uns in fantastische Bildwelten. Fünf Filme können sich nun Hoffnungen auf einen Oscar für ihre Effekte machen. Für "Vollbild" kommentieren zwei Experten die nominierten Filme - an einem haben sie sogar selber mitgearbeitet.

Post, Drucker und KopiererLand der Papierverschwender

Der New Yorker Jim Kavanaugh meint: Hey, ihr Deutschen recycelt wie die Weltmeister, aber warum verbraucht ihr immer noch so schrecklich viel Papier?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Washington  Trump kommt nicht zum Korrespondenten-Dinner | mehr

Kulturnachrichten

Gabriel drängt zu schneller Entscheidung im Fall Yücel  | mehr

Wissensnachrichten

Geld  Alte Ein-Pfund-Münze bald nutzlos | mehr