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"Afghanistan wird nie ein ganz ruhiges sicheres Land werden"

Bundesverteidigungsminister zu Truppenbesuch in Afghanistan

Auch Verteidigungsminister de Maizière plädiert für Verhandlungen mit den Taliban (picture alliance / dpa / Fabrizio Bensch)
Auch Verteidigungsminister de Maizière plädiert für Verhandlungen mit den Taliban (picture alliance / dpa / Fabrizio Bensch)

Die Sicherheitslage im nordafghanischen Einsatzgebiet der Bundeswehr ist nach den Worten von Thomas de Maizière hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Derweil mehren sich in Deutschland die politischen Stimmen, die Friedensgespräche mit den Taliban befürworten.

"Die Sicherheitslage im Land bleibt labil", sagte de Maizière zum Abschluss seines Truppenbesuchs in Masar-i-Scharif. "Wir haben uns größere Fortschritte erhofft im Vergleich der letzten zwei Jahre."Man sei dennoch auf einem ordentlichen, guten, aber eben keinem vollständig zufriedenstellenden Weg, so der CDU-Politiker. "Dieses Land wird nie ein ganz ruhiges sicheres Land werden, wie wir das in Deutschland gewohnt sind. Aber wir arbeiten an einem angemessenen Sicherheitsniveau in afghanischer Verantwortung, und da bleibe ich begrenzt zuversichtlich."

Die Bundeswehr musste Ende Mai ihre Statistik korrigieren und einräumen, dass die Zahl gewaltsamer Zwischenfälle im vergangenen Jahr im Norden um ein Viertel zugenommen hatte. Der NATO-Kampfeinsatz in Afghanistan soll in eineinhalb Jahren beendet werden.

"Taliban in die politische Verantwortung nehmen"

Bereits gestern hatte sich Bundesverteidigungsminister de Maizière für Friedensgespräche mit den Taliban ausgesprochen. Auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Erler hält die Aufnahme offizieller Gespräche mit den Taliban für richtig. Bedingungen seien die Anerkennung der afghanischen Verfassung und die Trennung von der Terrororganisation Al-Kaida, sagte Erler im Deutschlandfunk. Man müsse versuchen, die Kämpfer in die politische Verantwortung zu nehmen. In Doha, der Hauptstadt Katars hatten die Taliban in dieser Woche ein Verbindungsbüro eröffnet.

Der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, bescheinigte den Taliban, sich tatsächlich ein stück weit gewandelt zu haben, seit sie 2001 von der Macht vertrieben worden seien. "Die Taliban wollen raus aus dem pakistanischen Exil, sie sind ähnlich ermüdet wie viele andere afghanische Akteure und sie wollen wieder Legitimität haben", sagte Perthes im Deutschlandfunk. Da sie wüssten, dass dies am leichtesten erreichbar sei, wenn sie neben ihren militärischen Aktivitäten auch auf politische setzten, müsse man ihre derzeitige Strategie schon als konsequent bezeichnen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

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