Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Agenda Monti für Italien"

Bisheriger Ministerpräsident zieht in Wahlkampf

Will als Italiens Regierungschef weitermachen: Mario Monti
Will als Italiens Regierungschef weitermachen: Mario Monti (picture alliance / dpa / Jonathan Brady)

Der scheidende italienische Premierminister Mario Monti hat sich festgelegt: Bei den Parlamentswahlen im Februar will er an der Spitze einer Koalition der Mitte in den Wahlkampf ziehen. Für den Senat plant der Parteilose, eine eigene Liste zu gründen.

"Ich übernehme die Rolle des Chefs der Koalition", sagte Monti nach mehrstündigen Beratungen mit Zentrumspolitikern und Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in Rom. Er wolle sich für diese Allianz einsetzen und "den Erfolg garantieren". Schon nach seinem Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten hatte der parteilose Politiker gesagt, dass er bereit sei, Italien weiter zu führen. Zu seinem avisierten Programm zählen ein neues Antikorruptionsgesetz, weitere Maßnahmen zur Haushaltssanierung und Strukturreformen für die Wirtschaft.

Die althergebrachte politische Unterscheidung in links und rechts habe historischen und symbolischen Wert, so Monti heute: "Sie verkörpert aber nicht die echte Allianz, die Italien braucht - eine, die sich auf Europa und auf Reformen konzentriert." Der frühere EU-Kommissar führte seit rund einem Jahr eine Regierung mit parteilosen Ministern an. Seit seinem Rücktritt am vergangenen Freitag ist er nur geschäftsführend im Amt. Am 24. und 25. Februar sollen die Wahlen zu beiden Kammern des italienischen Parlaments stattfinden.

Monti muss sich selbst nicht um ein Mandat bemühen, weil er Senator auf Lebenszeit ist, eine vom italienischen Präsidenten verliehene Ehrenwürde. Montis Name soll aber auf einer neuen Listenverbindung für den Senat erscheinen, vermutlich unter dem Titel "Agenda Monti für Italien". Im Unterhaus, der Abgeordnetenkammer, will er als Spitzenkandidat mehrerer bestehender Parteien fungieren. Darunter befindet sich die Unione di Centro (UdC).

UdC-Frontmann Pier Ferdinando Casini twitterte nach Montis Pressekonferenz: "Heute entsteht keine private Partei, sondern eine Hoffnung für alle Italiener. Los, an die Arbeit, alle miteinander!" Für die Mitte-Rechts-Partei FLI schrieb Gianfranco Fini: "Montis angekündigte Koalition gibt Italien eine Perspektive auf Erneuerung. Meine Partei wird dabei sein."

Mehr auf dradio.de:

Monti schließt Kandidatur nicht aus - Italiens Regierungschef zieht positive Bilanz seiner Amtszeit
Monti gibt sein Amt auf - Italiens Regierungschef reicht Rücktritt offiziell ein

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Deutsche RüstungsexporteWas Abgeordnete wissen dürfen

Ein Soldat begutachtet einen deutschen Leopard-Panzer.

Der Bundessicherheitsrat berät darüber, welche Kriegsgerätexporte erlaubt werden sollten. Das Parlament wird darüber nur dürftig informiert, beklagen hauptsächlich die Grünen. Das Verfassungsgericht könnte für mehr Transparenz sorgen. 

Billy IdolKeinen Versuchungen getrotzt

Der britische Rockmusiker Billy Idol singt in Hamburg bei einem Konzert.

Er gehörte zur Keimzelle der Londoner Punkszene, stand mit Generation X ganz oben in den Charts und startete später eine Solokarriere in New York. Dass Billy Idol als Megastar fast zerbrochen wäre, lässt sich nachlesen in seiner offen-humorvollen Autobiografie.

Fliegen-Genetik Der Apfel fällt doch weit vom Stamm

Fliegeneier in einer Dose

Forscher aus Sydney haben bei einer Fliegenart eine ungewöhnliche Eigenschaft in der Fortpflanzung entdeckt: Offenbar kann ein früherer Sexualpartner die Entwicklung der Eier eines Weibchens beeinflussen - auch wenn seine Samen die Eier gar nicht befruchtet haben. 

FlüchtlingeUlrich Wickert: Entsetzliche Bürokratie

Fernsehjournalist Ulrich Wickert

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland, die Kommunen behaupten, sie seien mit der Aufnahme der Menschen überfordert. Für den Journalisten und Buchautor Ulrich Wickert ist das nur eine Ausrede. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, die deutsche Gesellschaft sei in der Vergangenheit immer egoistischer geworden. 

Islamischer StaatAuktionshäuser verdienen am Terror

Spuren einer frühchristlichen Kirche in Syrien

Wer ein antikes Kulturgut beispielsweise aus Syrien ersteigert, finanziert so möglicherweise unwissentlich die Terrormiliz Islamischer Staat mit. Die Erlöse aus dem Handel mit Kulturgütern gelten als eine der Haupteinnahmequellen des IS - und die deutschen Auktionshäuser verdienen mit.

WissenschaftFröhliche Frühlingskinder

Sag mir, wann du geboren bist und ich sage dir, wer du bist. Das klingt nach Astro-TV, es geht aber um eine Studie ungarischer Wissenschaftler. Die haben herausgefunden: Die Jahreszeit beim Geburtsmonat beeinflusst unser Wesen. Frühlingskinder sind am besten gelaunt, Winterkinder sind eher depressiv, dafür weniger reizbar.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Lufthansa:  heute auch Streiks auf Langstreckenflügen | mehr

Kulturnachrichten

Fotos von Che Guevara machten ihn berühmt:  René Burri ist tot | mehr

Wissensnachrichten

Schleswig-Holstein  Influenza tötet massenhaft Seehunde | mehr