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Ai Weiwei bleibt spurlos verschwunden

Peking verbittet sich Einmischung anderer Länder

Der chinesische Künstler Ai Weiwei (AP)
Der chinesische Künstler Ai Weiwei (AP)

Chinas Regierung wirft dem international renommierten Künstler Ai Weiwei "Wirtschaftsverbrechen" vor. Er war am Sonntag am Flughafen von Peking festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht worden. Einen offiziellen Haftbefehl gibt es nicht.

Die internationale Kritik am Verschwinden des Künstlers wies ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums scharf zurück. China sei ein "Rechtstaat". Andere Länder hätten kein Recht, sich einzumischen.

Die China-Korrespondentin Ruth Kirchner sagte dazu im Deutschlandfunk (MP3-Audio): "Man hatte am Sonntag den Eindruck, dass es sich um eine sehr genau vorbereitete Aktion gegen den Künstler handelte". Zuvor sei bereits sein Studio in Peking durchsucht worden. Mehrere seiner Computer seien beschlagnahmt worden. Bereits Anfang des Jahres war sein Atelier in Schanghai abgerissen worden.

Menschenrechtsorganisationen werfen der chinesischen Regierung vor, in den letzten Wochen verschärft gegen Aktivisten, Dissidenten und Bürgerrechtler vorzugehen, nachdem im Internet zu so genannten "Jasmin-Protesten" nach dem Vorbild der Aufstände in der arabischen Welt aufgerufen worden war.

Viele Chinesen seien erschrocken, weil sie vermuteten, dass Ai Weiweis Festsetzung Teil einer größer angelegten Kampagne sei und "weil sich die Hardliner in der Regierung möglicherweise durchgesetzt haben", so DLF-Korrespondentin Kirchner. Offenbar versuchten die Machthaber, "die kleinen Fortschritte, die man hier in der Zivilgesellschaft in den letzten Jahren gemacht hat", wieder zurückzunehmen.

Nach chinesischem Recht hätte Ai Weiweis Familie spätestens drei Tage nach dessen Verhaftung informiert werden müssen. Das ist bisher nicht passiert. "Man wird den Eindruck nicht los, dass China immer wieder gegen seine eigenen Gesetze verstößt", so die Journalistin Ruth Kirchner.

Mehr zum Thema in unserem Programm:

Recht und Realität: Der Umgang mit Ai Weiwei verstößt gegen das chinesische Gesetz (DKultur, MP3-Audio)

"Was da genau passiert ist, können wir noch nicht genau absehen" - China-Experte Eberhard Sandschneider zur Verhaftung des Regimekritikers Ai Weiwei (DKultur)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

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