Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ai Weiwei ist frei

Chinesischer Künstler aus Haft entlassen

Der chinesische Künstler Ai Weiwei ist gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. (picture alliance / dpa)
Der chinesische Künstler Ai Weiwei ist gegen Kaution aus der Haft entlassen worden. (picture alliance / dpa)

Die chinesische Regierung hat den Künstler und Systemkritiker Ai Weiwei gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen. Als Gründe wurden sein schlechter Gesundheitszustand sowie ein Geständnis Weiweis der ihm zur Last gelegten Steuervergehen genannt.

Ai Weiwei war im April auf dem Pekinger Flughafen festgenommen worden und saß seitdem im Gefängnis. Seine Verhaftung hatte weltweit Empörung und Protest ausgelöst. Menschenrechtsorganisationen warfen der chinesischen Regierung vor, verschärft gegen Aktivisten, Dissidenten und Bürgerrechtler vorzugehen, nachdem im Internet zu sogenannten "Jasmin-Protesten" nach dem Vorbild der Aufstände in der arabischen Welt aufgerufen worden war.

Die Angehörigen Ai Weiweis waren zunächst wochenlang nicht darüber informiert worden, wo der Künstler festgehalten wurde und wie genau die Vorwürfe gegen ihn lauteten. Im Mai hatte Weiweis Ehefrau ihn schließlich besuchen dürfen. Von offizieller Seite hieß es, ihm würden "Wirtschaftsverbrechen" vorgeworfen - nach Meinung der DLF-Kommentatorin Sabine Pamperrie ein Vorwand, um den rechtsstaatlichen Anschein zu wahren. Die Nachrichtenagentur Xinhua meldet jetzt, eine Firma Weiweis, "The Beijing Fake Cultural Development Ltd.", habe eine "riesige Summe" an Steuern hinterzogen und Buchungsunterlagen zerstört.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao in Berlin (AP)Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao bei einem früheren Treffen in Berlin. (AP)

Freilassung rechtzeitig zur Europareise Wen Jiabaos

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao bricht am Freitag zu einer fünftätigen Europareise auf, die ihn unter anderem nach Berlin führt. Peking-Korrespondentin Ruth Kirchner sagte im Deutschlandfunk, es sehe danach aus, als wollte die chinesische Führung im Vorfeld dieser Reise das heikle Thema Ai Weiwei etwas entschärfen. Klar sei, Wen Xiabao würde in Europa überall auf die Verhaftung des Künstlers angesprochen werden. Mit der Freilassung auf Kaution wolle das Regime der Kritik der mangelnden Rechtsstaatlichkeit entgegenwirken.


Mehr Informationen auf dradio.de:

Chinesische Regierung will mit Freilassung Ai Weiweis "Gesicht wahren" - Tilman Spengler: Ausland sollte seinen Einfluss nicht überschätzen
Kommentar: Kriminalisierung eines Dissidenten
"Aktuell" vom 7. April 2011: Ai Weiwei bleibt spurlos verschwunden - Peking verbittet sich Einmischung anderer Länder
Die Ästhetik des Widerstands - Der Fall Ai Weiwei
Einschüchtern und abschrecken - Die Repressionen gegen Bürgerrechtler sind in China so hart wie seit 1989 nicht mehr
Chinas Umgang mit den Menschenrechten - Vor der Nobelpreisvergabe an Liao Xiaobo

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:10 Uhr Informationen am Abend

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:05 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:00 Uhr Update

Aus unseren drei Programmen

Parlamentswahl in GrönlandUnabhängigkeit dank Klimawandel?

Abenddämmerung in Kulusuk, Grönland. (imago/Westend61)

Grönland will von Dändemark unabhängig werden. Die finanzielle Grundlage dafür sollen Rohstoffe liefern, die unter dem Eis vermutet werden. Doch weil dem Land Know-how und Kapazitäten für den Abbau fehlen, drohen neue Abhängigkeiten, meint der Politologe Tobias Etzold.

Radio für die kosmische EwigkeitSoweit die Funkwellen tragen

Abell 2744 ist ein typischer Galaxienhaufen  (NASA)

"Wer schreibt, der bleibt", lautet ein altes Sprichwort. Doch auch Papier ist vergänglich und nichts Geschriebenes hält für immer. Ganz anders ist das beim Radio.

100. Geburtstag von Elisabeth Mann Borgese Anwältin der Meere

Elisabeth Mann Borgese 1998 vor einem Familienfoto im Lübecker Buddenbrookhaus. Die Wissenschaftlerin, Schriftstellerin und Mitbegründerin des "Club of Rome" lebte von 1918 - 2002. Sie war die jüngste Tochter des Schriftstellers Thomas Mann. (picture alliance / dpa / Rolf Rick)

Sie war das Lieblingskind von Thomas Mann und ist von ihm auch in der Literatur verewigt worden. Und doch kannte in Deutschland kaum jemand Elisabeth Mann Borgese. Umso mehr hat sie sich international als Seerechtsexpertin einen Namen gemacht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Washington  Trump auf Annäherungskurs | mehr

Kulturnachrichten

Notre-Dame soll renoviert werden | mehr

 

| mehr