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Algerien: Regierung lehnt Verhandlungen ab

Belagerung nach Geiselnahme dauert an

Das Ölfeld In Amenas existiert seit 2006. (picture alliance / dpa)
Das Ölfeld In Amenas existiert seit 2006. (picture alliance / dpa)

Algeriens Regierung will weitherhin nicht mit den Geiselnehmern verhandeln. Unklar ist, wie viele Mitarbeiter sich noch in der Gewalt der Islamisten befinden. Die algerische Armee hat offenbar rund 650 Mitarbeiter der Erdgas-Anlage befreit. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur APS.

<p>Nach wie vor verbarrikadieren sich zahlreiche Islamisten auf der Industrieanlage im Süden Algeriens. Soldaten einer Elitetruppe versuchen, sie zum Aufgeben zu bewegen.<br /><br />Nun hat sich auch US-Außenministerin Hillary Clinton eingeschaltet. Sie appellierte an die algerische Regierung, die in der Gewalt der Islamisten verbliebenen Geiseln nicht zu gefährden. Clinton sagte in Washington, sie habe in einem Telefonat mit Ministerpräsident Abdelmalek Sellal auf die extrem schwierige Lage hingewiesen. Algeriens Kommunikationsminister Said schloss Verhandlungen mit den Geiselnehmern aus. Es dürfe kein Nachlassen im Kampf gegen den Terrorismus geben, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur APS.<br /><br /></p><p><strong>Noch immer Mitarbeiter in der Gewalt der Geiselnehmer</strong></p><p>Weiterhin ist unklar, wie viele Menschen bei der Befreiungsaktion getötet wurden. Der Einsatz der Sicherheitskräfte gegen die schwerbewaffneten Geiselnehmer laufe noch, für eine abschließende Bilanz sei es zu früh. <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/01/18/dlf_20130118_2311_9176c5b2.mp3" title="Korrespondentenbericht im Deutschlandfunk (MP3-Audio)">Insgesamt sind fast 650 Geiseln frei; mehr als 65 Ausländer konnten in Sicherheit gebracht werden, </a> berichtet Alexander Göbel</a> im Deutschlandradio Kultur. Nach Informationen des Senders Radio France sollen sich zwischen sieben und zehn Personen noch in der Gewalt der Geiselnehmer befinden. <br /><br />Der britische Premierminister David Cameron erklärte in London, er sei von seinem algerischen Amtskollegen informiert worden, dass der Einsatz nahe der Stadt In Aménas noch andauere. Die Soldaten suchten "nach jedem denkbaren Weg, die Krise zu lösen", sagte David Cameron in London. Unter den Festgehaltenen seien neben Briten und Algeriern Menschen aus mindestens sieben anderen Ländern. <br /><br />Die Situation auf dem Erdgasfeld rund 1300 Kilometer südwestlich von Algier ist weiterhin sehr unklar. Islamisten einer Gruppe namens "Die mit dem Blut unterschreiben" hatten die Anlage am Mittwoch unter ihre Kontrolle gebracht. Nach eigenen Angaben nahmen sie hunderte einheimische Mitarbeiter und etwa 40 Ausländer, darunter Briten, Norweger, US-Bürger, Franzosen und Japaner, als Geiseln. Eine österreichische Geisel, ein 36-Jähriger, sei wohlauf, teilte das Außenministerium in Wien mit. Deutsche waren nach Angaben der Bundesregierung nicht betroffen. <br /><br /></p><p><strong>Zusammenhang mit Mali-Einsatz</strong></p><p>Die Islamisten fordern ein Ende des <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234763" text="französischen Militäreinsatzes" alternative_text="französischen Militäreinsatzes" /> im Nachbarland Mali; außerdem einen Gefangenaustausch mit Gesinnungsgenossen, die in den USA inhaftiert sind. Beim Angriff der algerischen Armee auf die Geiselnehmer sollen zahlreiche Menschen getötet worden sein, darunter auch Geiseln: Sicherheitskräfte sprechen von 30 toten Geiseln.<br /><br />Normalerweise arbeiten rund 700 Personen auf der Anlage mitten in der Wüste. Die westlichen Unternehmen BP und Statoil sind nach BP-Angaben mit weniger als 20 Mitarbeitern vertreten. Die übrigen Kräfte sind Algerier und Mitarbeiter von Vertragsfirmen. Neben der Förderanlage befindet sich eine kleine Wohnstadt mit Sportstätten, Kino und medizinischen Einrichtungen.<br /><br /></p><p><strong>Terroristen: Wir machen weiter</strong></p><p>Unterdessen haben die islamistischen Geiselnehmer weitere Aktionen angekündigt. Die mauretanische Nachrichtenagentur ANI zitiert einen Sprecher der Gruppe mit den Worten, man plane weitere Operationen. Alle Algerier seien aufgerufen, Standorte ausländischer Unternehmen in dem Land zu meiden. Internationale Ölkonzerne haben begonnen, Personal aus dem Land abzuziehen. Der Sprecher forderte einen Gefangenenaustausch mit in den USA inhaftierten mutmaßlichen Terroristen.<br /><br />Die Gasförderung in In Amenas wurde laut APS inzwischen stillgelegt. Damit solle der Gefahr von Explosionen vorgebeugt werden. <br /><br /><em>Mehr zum Thema bei dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234538" text="Kommentar: Europa lässt Frankreich im Stich" alternative_text="Kommentar: Europa lässt Frankreich im Stich" /> - Die Mali-Krise offenbart politische Schwächen der EU<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234674" text="Polenz erwartet zusätzliches Mandat für Mali" alternative_text="Polenz erwartet zusätzliches Mandat für Mali" /> - CDU-Außenpolitiker warnt vor einem zweiten Somalia<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234520" text="Rainer Arnold: Mali-Einsatz braucht ein Bundestagsmandat" alternative_text="Rainer Arnold: Mali-Einsatz braucht ein Bundestagsmandat" /> - SPD-Politiker kritisiert Alleingang der Bundesregierung<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234522" text="&quot;Wir müssen die Franzosen hier unterstützen&quot;" alternative_text="&quot;Wir müssen die Franzosen hier unterstützen&quot;" /> - Niederländischer Außenminister: Liefern Transportflugzeuge für Mali-Konflikt<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="234270" text="SPD-Verteidigungsexperte gegen deutsche Kampftruppen in Mali" alternative_text="SPD-Verteidigungsexperte gegen deutsche Kampftruppen in Mali" /> - Hans-Peter Bartels befürwortet unterstützende Hilfe</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

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