Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Amnesty International berichtet von systematischer Folter und Tötungen in Syrien

Sprecherin: "Organisiertes Muster schwerwiegender Übergriffe"

UN-Bericht: Gewalt gegen Kinder in Syrien (picture alliance / dpa / Valeriy Melnikov)
UN-Bericht: Gewalt gegen Kinder in Syrien (picture alliance / dpa / Valeriy Melnikov)

Willkürliche Tötungen und Festnahmen, Folter und Zerstörung: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtet von schweren Menschenrechtsverletzungen durch Regierungstruppen und regimetreue Milizen in Syrien.

In dem 70-seitigen Bericht, den die Menschenrechtsorganisation in London vorlegte, heißt es, es gebe neue Beweise für die dramatische Eskalation der Gewalt - und klare Hinweise darauf, dass die syrische Bevölkerung systematisch terrorisiert wird.

Folter bis zum Tod

Amnesty-Mitarbeiter haben von Mitte April bis Mitte Mai 23 Städte und Dörfer im Nordwesten Syriens besucht und mehr als 200 Interviews geführt. Überall in den Provinzen Aleppo und Idlib hätten Familien berichtet, Soldaten und regierungsnahe Shahiba-Milizen hätten Verwandte verschleppt und erschossen, darunter immer wieder auch Kinder. Wohnhäuser seien niedergebrannt, Zivilisten wahllos beschossen worden.

Gefangene, auch kranke und alte, würden routinemäßig gefoltert, teilweise bis zum Tod. Viele Menschen gelten als verschwunden. Auch von der gezielten Zerstörung der Existenzgrundlage von Dorfbewohnern ist die Rede: Vieh werde abgeschlachtet und die Ernte verbrannt.

Amnesty fordert "entschiedenes internationales Vorgehen"

Donatella Rovera, leitende Krisenberaterin der Organisation, sprach von einem "organisierten Muster schwerwiegender Übergriffe", das auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen beinhalte. Der Bericht unterstreiche "die drängende Notwendigkeit eines entschiedenen internationalen Vorgehens", sagte Rovera bei der Vorstellung des neuen Berichts. Die Organisation rief den UN-Sicherheitsrat auf, den Fall an den Internationalen Strafgerichtshof zu überweisen, sowie ein Waffenembargo zu verhängen. Seit gestern bezeichnet die UNO den Syrien-Konflikt offiziell als Bürgerkrieg.

Im Mai waren bei einem Massaker im syrischen Hula 108 Menschen hingerichtet worden, darunter 49 Kinder und 34 Frauen. Die westliche Welt sieht die Verantwortung dafür beim Regime von Präsident Bashar al-Assad.

Politologe: Assad-Nachfolger gesucht

Im Deutschlandfunk sagte der russische Politologe Andrej Zagorski, bei der Suche nach Frieden in Syrien gehen es auch um die Suche nach einem Assad-Nachfolger und damit um eine politische Persönlichkeit, "die für beide großen Gruppen akzeptabel wäre." "Über die Namen spricht man natürlich in dieser Lage noch gar nicht", räumte er allerdings ein.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Kontrovers

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Lesart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

CDU-Generalsekretär zu Sondierungs-Abbruch"Es gab keinen Grund, den Raum zu verlassen"

CDU-Generalsekretär Peter Tauber (picture alliance/ dpa/ Kay Nietfeld)

Nach Ansicht von CDU-Generalsekretär Peter Tauber waren die anderen Parteien der FDP in den Sondierungsgesprächen weit entgegengekommen, etwa bei der Vorratsdatenspeicherung oder beim Abschmelzen des Solis. "Das hat offensichtlich nicht gereicht, damit die FDP sich traut und Verantwortung übernimmt", sagte Tauber im Dlf.

Trittin (Grüne) kritisiert FDP"Man fühlt sich ein Stück weit veräppelt"

Konstituierende Sitzung des Deutschen Bundestags, Reichstagsgebäude am 24.10.2017. (imago stock&people)

In der Analyse über die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen geht Grünen-Politiker Jürgen Trittin mit den Kollegen von der FDP hart ins Gericht. Wenn man in dem Moment, wo ein Angebot auf dem Tisch liege, eine vorbereitete Pressemitteilung aus der Tasche ziehe und gehe, "dann fühlt man sich ein Stück weit veräppelt", sagte Trittin im Dlf.

Volker Wissing zum Jamaika-Aus"Merkel hat keinen Konflikt zur Lösung gebracht"

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) im Mai 2017 auf einer Pressekonferenz in Mainz. (picture alliance / Arne Dedert/dpa)

Für das Jamaika-Aus macht FDP-Politiker Volker Wissing vor allem den Schlingerkurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel verantwortlich. "Wir fragten die ganze Zeit die Kanzlerin, wie soll das enden, wann werden die großen Konflikte eigentlich geklärt, und ganz offensichtlich fehlte dort jedes Konzept", sagte Wissing im Dlf.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Jamaika-Gespräche  Diskussion über Neuwahlen | mehr

Kulturnachrichten

Hindu-Nationalisten wüten gegen Literaturverfilmung  | mehr

 

| mehr