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An Guttenberg scheiden sich die Geister

Reaktionen auf Stellungnahme des Verteidigungsministers in der Plagiatsaffäre

Verteidigungsminister zu Guttenberg steht dem Bundestag Rede und Antwort (picture alliance / dpa)
Verteidigungsminister zu Guttenberg steht dem Bundestag Rede und Antwort (picture alliance / dpa)

Den Doktor-Titel ist Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) nun auch offiziell los. Wenige Stunden nach seiner Stellungnahme im Bundestag gab die Universität Bayreuth die Aberkennung des Titels bekannt. Die Öffentlichkeit ist weiterhin gespalten.

"Lügner", "Täuscher", "Betrüger", "Hochstapler", das waren nur einige der Schmähwörter, die sich Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner gestrigen Stellungnahme zu den Plagiatsvorwürfen im Bundestag anhören musste. Aber es gab auch viele Verteidiger. Die Meinungen in der Plagiatsaffäre um zu Guttenbergs Doktorarbeit gehen weiterhin auseinander.

Grünen: Glaubwürdigkeit von zu Guttenberg beschädigt

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt von den Grünen sieht die Glaubwürdigkeit des Ministers schwer beschädigt, auch wenn er sich gestern im Bundestag reumütig gezeigt habe. Im Nachmittag berät der Ältestenrat des Bundestags über die Minister-Vergehen. Klärungsbedarf besteht vor allem in der Frage, ob zu Guttenberg den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags missbräuchlich für seine Zwecke eingespannt hat.

"SZ"-Redakteur Heribert Prantl hält das politische Überleben des Verteidigungsministers für nicht gesichert. Durch sein ungeschicktes Krisenmanagement habe sich zu Guttenberg selbst disqualifiziert.

Verlassen kann sich zu Guttenberg dagegen weiterhin auf die Unterstützung der "Bild-Zeitung". Der Grund für den Rückhalt beim Boulevard-Blatt: Guttenberg-Stories verkauften sich besser als Schlagzeilen über Thomas de Maizière, so der frühere Chefredakteur der "Bild am Sonntag", Michael Spreng. Der Verteidigungsminister sei der erste "Popstar" der Politik. Und Fans blieben ihrem Idol treu, egal in welche Skandale es gerate.

Konsequenzen der Plagiatsaffäre für Wissenschaftsbetrieb

Welche Konsequenzen die Affäre für den Wissenschaftsbetrieb in Deutschland hat, ist unklar. Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat die Entscheidung der Universität Bayreuth, ihrem Kabinettskollegen den Doktortitel abzuerkennen, begrüßt. Es sei gut, dass die Universität die Dissertation zügig geprüft habe, sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandradio Kultur. Sie verwehrt sich gegen den Vorwurf, das Wissenschaftssystem habe im Fall zu Guttenberg versagt.

Auch im Internet schlägt die Aberkennung des Doktortitels hohe Wellen. DRadio Wissen fasst zusammen, wie sich die Meinungen der Netzbesucher unterscheiden.


Mehr zum Thema:
Aktuell vom 23.03.2011:Opposition legt zu Guttenberg Rücktritt nahe - Uni Bayreuth entzieht Verteidigungsminister den Doktortitel
Interview vom 23.03.2011: "Die Menschen lieben das Lädierte" <br> Meinungsforscher zu Folgen der Plagiatsaffäre für Guttenberg-Image

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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