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Anknüpfen an alte Beziehungen

Deutschland und Irak wollen wirtschaftlich enger zusammenarbeiten

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den Premierminister des Irak, Nuri al-Maliki,  in Berlin (AP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den Premierminister des Irak, Nuri al-Maliki, in Berlin (AP)

Deutschland und Irak wollen zukünftig enger kooperieren, vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet. Das vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki in Berlin. "Wir möchten mit ihnen zusammenarbeiten", sagte al-Maliki nach einem einstündigen Gespräch mit Merkel. Beide Länder hätten die Möglichkeit, ein neues Kapitel in ihren Beziehungen aufzuschlagen, sagte Merkel.

<p>Der Irak habe in Punkto Sicherheit starke Fortschritte gemacht, betonte auch Maliki. Das Land habe alle Hindernisse aus dem Weg geräumt, die bislang einem Engagement deutscher Firmen entgegengestanden hätten. Die Lage sei so sicher, dass deutsche Firmen ins Land kommen könnten. Deutsche Firmen seien in allen Bereichen willkommen. Er nannte unter anderem die Sektoren Stahl und Zement.<br /><br />Auch Kanzlerin Merkel sah Verbesserungen der Sicherheitslage. Doch sei noch nicht alles sicher, schränkte sie ein. Deutschland könne den Aufbau des Landes auf vielen Gebieten unterstützen, unter anderem im Bereich der Ausbildung und auf wirtschaftlicher Ebene. Die Regierung könne außerdem helfen bei der Ausarbeitung eines föderalen Staatssystems und bei der Ausbildung von Beamten und Ministeriumsmitarbeitern.<br /><br />Der deutsche Botschafter im Irak, Hanns Heinrich Schumacher, sieht eine deutliche Verbesserung der Sicherheitslage in dem Land. Zwar stürben noch immer täglich Menschen eines gewaltsamen Todes, aber die Lage bessere sich, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="161976" text="sagte er im Deutschlandradio Kultur." alternative_text="sagte er im Deutschlandradio Kultur." /><br /><br /></p><p><strong>Wirtschaft sieht Wachstumspotenzial</H4> <br />Große Erwartungen an die zukünftigen deutsch-irakischen Beziehungen hat die deutsche Wirtschaft, die sich lukrative Aufträge im Zweistromland erhofft. So erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in den nächsten Jahren zweistellige Wachstumsraten in den Handelsbeziehungen. Dabei möchte man an alte Zeiten anknüpfen: In den 70er und 60er Jahren war die deutsche Wirtschaft für den Irak einer der wichtigsten Handelspartner überhaupt", sagte DIHK-Außenwirtschafts-Chef Axel Nitschke der "Passauer Neuen Presse". Das Potenzial sei riesig.<br /><br />Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wird am Mittwoch den irakischen Ministerpräsidenten empfangen. Dabei soll erörtert werden, wie die Irak-Krise in einem regional bezogenen Gesamtkonzept gelöst werden kann.<br /><br />Kein Zweifel: im Irak lässt sich Geld verdienen, meint Michael Groth im "Kommentar" von Deutschlandradio Kultur. Die Fakten sprächen für sich. Das Land verfüge über die drittgrößten Erdölreserven, sowie über die fünftgrößten Erdgasreserven. Es sei zerstört und brauche Investoren. Die Gretchenfrage aber bleibe: Ist der Irak heute in der Lage, deutschen Unternehmern neben Gewinnen auch hinreichend Sicherheit zu gewähren? (<papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="155168" text="Text" alternative_text="Text" />)<br /><br /><h4>Debatte um irakische Flüchtlinge</strong></p><p> Der irakische Ministerpräsident äußerte nach dem Treffen mit Kanzlerin Merkel den Wunsch, die irakischen Flüchtlinge mögen in ihre Heimat zurückkehren. Alle Iraker würden für den Wiederaufbau des Landes benötigt und alle seien willkommen, unabhängig von ihrer Religion. <br /><br />Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hingegen glaubt nicht an eine schnelle Stabilisierung des Landes. Folglich werde Europa bei der "Resettlement-Politik" einen Beitrag leisten müssen. Er zeigte sich verwundert über den Widerstand aus den Bundesländern hinsichtlich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge. Schäuble wird im Rahmen der bilateralen Gespräche mit seinem irakischen Amtskollegen Jawad Al-Bulani zusammenkommen. Am Donnerstag treffen sich die EU-Innenminister, um über die mögliche Aufnahme irakischer Flüchtlinge zu beratschlagen.<br /><br />In der laufenden Debatte plädierte Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet für eine differenzierte Lösung. Zwar sei es wichtig, vor allem verfolgte Minderheiten wie Christen aufzunehmen, entscheidend sei aber der humanitäre Aspekt. (<papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="161977" text="Text" alternative_text="Text" />/ <papaya:link href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/07/22/drk_20080722_0651_ebe20421.mp3" text="MP3-Audio" title="Gespräch mit Armin Laschet als MP3-Audio" target="_self" />)</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:30 Uhr

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