Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Anschlag auf Israelis in Bulgarien war vermutlich Selbstmordattentat

Netanjahu macht Iran und Hisbollah verantwortlich

Der Bus sollte israelische Touristen nach ihrer Landung in das Terminal bringen (picture alliance / dpa / EPA / Stringer)
Der Bus sollte israelische Touristen nach ihrer Landung in das Terminal bringen (picture alliance / dpa / EPA / Stringer)

Nach dem Anschlag im bulgarischen Burgas mit sieben Toten gehen die Behörden von der Tat eines Selbstmordattentäters aus. Der Mann konnte noch nicht identifiziert werden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte den Iran und die Hisbollah für den Anschlag verantwortlich.

"Die Explosion wurde von einem Mann hervorgerufen, der bei dem Anschlag getötet wurde", hat der bulgarische Innenminister Zwetan Zwetanow am Morgen erklärt. Der Mann hätte einen gefälschten Führerschein aus dem US-Bundesstaat Michigan als Reisedokument bei sich, so der Minister weiter. Man schätze den Mann auf etwa 36 Jahre, so Zwetanow.

Überwachungskameras hatten den mutmaßlichen Täter fast eine Stunde vor dem Anschlag am Flughafen der Schwarzmeerstadt Burgas aufgezeichnet. Zu sehen war ein schlaksiger Mann mit langen Haaren, bekleidet mit kurzen Hosen, einem T-Shirt sowie einer Baseballkappe. Der Mann trug einen großen Rucksack sowie eine kleinere Tasche. Seine Identität sei noch nicht geklärt, allerdings hätte man die Fingerabdrücke des Attentäters sicherstellen können. "Wir arbeiten mit unseren Kollegen vom FBI und der CIA daran", erklärte Ministerpräsident Boiko Borisow.

Der gestrige Anschlag am Flughafen von Burgas hatte sich gegen einen Bus gerichtet, der israelische Touristen nach ihrer Landung in das Terminal bringen sollte. Sie waren kurz zuvor aus Israel kommend in einer Maschine mit 151 Menschen an Bord in Burgas gelandet. Insgesamt wurden beim dem Anschlag sieben Menschen getötet - fünf Israelis, der bulgarische Fahrer und der Selbstmordattentäter. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Bisher hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Netanjahu: Anschlag ist "iranische terroristische Offensive"

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (picture alliance / dpa / Martin H. Simon)Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (picture alliance / dpa / Martin H. Simon) Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte die vom Iran unterstützte radikalislamische Hisbollah für den Anschlag in Bulgarien verantwortlich. Der Iran und sein Protegé, die Hisbollah, würden seit mehr als einem Jahr eine "weltweite Terrorkampagne" gegen Israelis und andere führen, sagte Netanjahu. So habe die Hisbollah auch das Attentat vom Mittwoch verübt.

Unterdessen haben iranische Medien Berichte über eine mutmaßliche Verwicklung Teherans in den Anschlag zurückgewiesen. Die Äußerungen Netanjahus seien "lächerlich", hieß es in einem Kommentar auf der Internetseite des iranischen Staatsfernsehens. Es handle sich dabei um einen Versuch, den Iran und seine Verbündeten, wie etwa Syrien, zu diskreditieren.

Weltweites Entsetzen

Barack Obama (AP)US-Präsident Barack Obama (AP)Internationale Staats- und Regierungsvertreter äußerten sich empört über den Anschlag. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "barbarischen Terroranschlag". Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte: "Die Täter müssen gefunden und für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden." Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

Israelis werden im Ausland immer wieder Opfer von Anschlägen. Erst im Januar war einem Bericht der "Jerusalem Post" zufolge ein verdächtiges Päckchen an Bord eines Busses gefunden worden, der israelische Touristen von der Türkei nach Bulgarien brachte. Die israelische Regierung hatte Befürchtungen geäußert, ihre Bürger könnten im Ausland zum Ziel von Anschlägen der Hisbollah werden. Am Mittwoch jährte sich zudem der Bombenanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires mit 85 Toten zum 18. Mal.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:35 Uhr Presseschau

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Italienische KücheNonnenbrüstchen und Heiligenphallus

Italienisches Gebäck, von oben fotografiert (imago stock&people)

Italien ist ein katholisch geprägtes Land. Das gilt auch für die italienische Küche. Hunderte Rezepte gibt es, die an Heiligenfiguren erinnern. Eine Journalistin und eine Historikerin haben die Geschichten und Rezepte jetzt in einem Buch zusammengefasst. In Italien sind die "Heiligen Zubereitungen" bereits ein Bestseller.

Vor 100 Jahren geborenUS-Präsident John F. Kennedy und sein Rendezvous mit dem Schicksal

Der amerikanische Präsident John F. Kennedy gibt am 22.10.1962 in Washington in einer Fernsehansprache an die Nation die Blockade Kubas bekannt. (epa afp)

Als jüngster jemals gewählter US-Präsident verkörperte John Fitzgerald Kennedy mit seinem strahlenden Charisma für viele Zeitgenossen den Aufbruch in eine hellere Zukunft. Doch hinter dem Mythos JFK verbarg sich ein von Todeserfahrungen geprägter Charakter. Innen- wie außenpolitisch setzte er wegweisende Akzente. Heute vor 100 Jahren wurde Kennedy geboren.

Life-HacksBasteln mit Bierkästen

Bierkästen sind toll - weil sie ein köstliches Getränk beherbergen - und weil es kaum einen Gegenstand gibt, der besser für Life-Hacks geeignet ist.

Filmpreise in CannesSatire "The Square" gewinnt Goldene Palme

Ruben Östlunds "The Square" gewinnt in Cannes die Goldene Palme (28. Mai 2017) (AFP / Alberto Pizzoli)

Der schwedische Regisseur Ruben Östlund erhält für seine Gesellschaftssatire "The Square" die Goldene Palme. Sehr verdient, urteilt unser Filmkritiker Patrick Wellinski. Als beste Schauspielerin wurde Diane Kruger im deutschen Wettbewerbsbeitrag von Fatih Akin ausgezeichnet.

Nach Trumps erster AuslandsreiseDie Bilanz der Veteranen

US-Außenminister Rex Tillerson steht neben dem Rolling-Thunder-Gründer Artie Muller (3. von rechts  (AFP / Paul Richards)

Am Memorial Day gedenken die USA alljährlich ihrer Kriegsgefallenen. Auch Zigtausende von Veteranen sind auf ihren Harleys nach Washington DC gekommen. Viele von ihnen sind Trump-Fans nach der einfachen Formel: Harley = Veteran = Trump. Gefragt nach der Bilanz von Trumps erster Auslandsreise fällt das Urteil ziemlich eindeutig aus.

Trekkingräder im TestNicht immer überzeugend

Ein Mann fährt auf einem Trekkingrad. (imago / Westend61)

Mehr als vier Millionen neue Fahrräder kauften die Deutschen im vergangenen Jahr. Und rund ein Drittel sind Trekkingräder, die als ideal für die Stadt, aber auch für längere Touren über Land gelten. Die Stiftung Warentest hat Modelle für Damen und Herren untersucht. Längst nicht alle konnten überzeugen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nordkorea  Kim Jong Un kündigt Entwicklung weiterer Waffen an | mehr

Kulturnachrichten

Wolf Erlbruch  erhält Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis | mehr

 

| mehr