Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Apple-Chef Steve Jobs tritt ab

Ende einer Ära bei dem US-Computerkonzern

Von Klaus Remme

Auch wenn Steve Jobs dem Konzern als Verwaltungsratschef zunächst erhalten bleibt: Bei Apple geht eine Ära zu Ende.  (AP)
Auch wenn Steve Jobs dem Konzern als Verwaltungsratschef zunächst erhalten bleibt: Bei Apple geht eine Ära zu Ende. (AP)

Steve Jobs hat das Ruder bei Apple aus der Hand gegeben. Hintergrund sind offenbar gesundheitliche Probleme. Jobs hatte Apple in den 70er-Jahren gegründet und in der Folge zu einem der teuersten Unternehmen der Welt gemacht.

Alle wussten, dieser Moment würde kommen und doch ist der jetzige Zeitpunkt jetzt für die meisten überraschend. Steve Jobs hat das Ruder abgegeben und er hat dies nicht freiwillig getan, so viel steht fest.

In einem offenen Brief erklärte er, dass er die Aufgaben und Erwartungen als Apple Chef nicht länger erfüllen könne. Die Mitteilung kam nach Börsenschluss, die Apple Aktie verzeichnete schnell Verluste um fünf Prozent. Der 56-jährige Jobs hat seit Jahren schwere gesundheitliche Probleme, ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse 2004 und eine neue Leber 2009, angesichts eines offensichtlichen Gewichtsverlusts hielten die Spekulationen um seine Gesundheit bis zuletzt an. Bereits im Januar hatte sich der Apple Chef vom Tagesgeschäft verabschiedet, Geschäftsführer Tim Cook wurde immer wichtiger, Cook wurde inzwischen, dem Wunsch Jobs entsprechend, als neuer Mann an der Spitze installiert.

Die Apple-Gründer Steve Jobs (l.) und Steve Wozniak (r.) in einer Aufnahme von 1984. Dazwischen der damalige Apple-CEO John Sculley (AP Photo/Sal Veder, File)Die Apple-Gründer Steve Jobs (l.) und Steve Wozniak (r.) in einer Aufnahme von 1984. (AP Photo/Sal Veder, File)Auch wenn Steve Jobs dem Konzern als Verwaltungsratsvorsitzender zunächst erhalten bleibt: Bei Apple geht eine Ära zu Ende. Die Leistung von Steve Jobs sucht ihresgleichen, ein Genie, der technologische Maßstäbe setzte, seine Produkte mit beispiellosem Design verband, Benutzerfreundlichkeit neu erfand und gleichzeitig die Marketing-Klaviatur perfekt beherrschte. Zusammen mit seinem Freund Steve Wozniak gründete der Studienabbrecher Jobs am 1. April 1976 Apple. Acht Jahre später der erste Geniestreich:

Wer damals einen Macintosh kaufte, konnte lange vor PC-Benutzern mit einer Maus auf dem Bildschirm herumfahren, für die meisten schlicht Zauberei. Jobs beschrieb die ersten Jahre in einer Rede 2005 damals so:

"Wir haben damals in der Garage meiner Eltern angefangen, ich war zwanzig und Apple wurde in zehn Jahren zum zwei Milliarden Unternehmen mit 40 Mitarbeitern. Gerade hatten wir den Macintosh vorgestellt, ich war 30 und dann haben sie mich rausgeschmissen."

In der Tat, Mitte der 80er, zog Jobs nach einem Strategiekonflikt in der Führung den Kürzeren, musste gehen. Zwölf Jahre später kam er zurück, Apple ging am Stock, Jobs brachte ein Betriebssystem mit, dass die Grundlage für die Renaissance des Konzerns legte.

Ach ja, in der Zwischenzeit hatte er Pixar auf die Beine geholfen, heute das größte Studio für Animationsfilme weltweit. Die dann folgende Erfolgsserie Apples hält bis heute an: der iMac 98, das iBook 99, der iPod 2001, das iPhone 2007, das iPad 2010.

Heute gehört Apple mit einem Börsenwert von knapp 350 Milliarden Dollar zu den teuersten Unternehmen der Welt. Die besten Tage hat Apple noch vor sich, zeigt sich Jobs in seinem Brief zuversichtlich.

Tim Cook folgt Steven Jobs als CEO bei Apple (dapd / Mark Lennihan)Hat Tim Cook auch den genialen Touch? Er folgt Steven Jobs als CEO bei Apple (dapd / Mark Lennihan)Doch Fragezeichen müssen erlaubt sein. Kein anderer Unternehmer steht für die Marke wie Jobs für Apple. Tim Cook kennt den Konzern wie nach Jobs kein Zweiter, das operative Geschäft scheint in guten Händen. Doch die Vision, den genialen Touch, den kann man nicht lernen.

Ob Apple diese Zeitenwende gesund übersteht, wird sich wohl erst in einigen Jahren zeigen. Kommende Produkte sind längst in der Planung und Jobs hat als Verwaltungsratsvorsitzender noch immer die Chance, den Übergang so schadlos wie möglich zu gestalten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:30 Uhr Vollbild

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Doppelte Staatsbürgerschaft"Das wird kein Wahlkampf-Schlager der CDU werden"

Serap Güler, CDU-Landtagsabgeordnete aus NRW (picture alliance / Kay Nietfeld / dpa)

Die CDU-Politikerin Serap Güler hat sich dagegen ausgesprochen, die doppelte Staatsbürgerschaft zum Wahlkampfthema zu machen. Der Doppelpass entscheide nicht über die Zukunft Deutschlands, sagte Güler im Deutschlandfunk. Die Partei wolle aber im Wahlkampf über zukunftsrelevante Themen sprechen.

Ruth Westheimer über Sex und jüdische Tradition:"Sex ist keine Sünde, sondern Obligation"

Die deutsch-amerikanische Sexualtherapeutin und Sachbuchautorin Ruth Westheimer in Hamburg nach der Aufzeichnung der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". (picture alliance / dpa / Georg Wendt)

Ruth Westheimer ist eine der prominentesten Sexualberaterinnen der Welt. Sie lobt jüdische Sexualvorschriften als lustfördernd und plädiert auch mit 88 Jahren weiter für einen freudvollen und neugierigen Umgang mit Sexualität.

Der Negroman auf Solopfaden

Der Negroman - aka Loki aka der eine von Luk&Fil – hat sein gleich betiteltes Debütalbum veröffentlicht. Green goes Black hat Negroman zum Interview getroffen und verschenkt das neue Album auf Vinyl.

Evakuierung Ost-Aleppos "Die UNO darf sich da nicht so weit einmischen"

Syrien-Expertin und Autorin Kristin Helberg auf dem 20. Literaturfestival des Vereins Erfurter Herbstlese 2016. (imago / Viadata)

Die Evakuierung von Zivilisten aus Ost-Aleppo durch Assads Regime sollte nicht als humanitäre Aktion missverstanden werden, sagte Syrien-Expertin Kristin Helberg im DLF. Es handele sich vielmehr um "eine Form von politischer Säuberung". Die UNO befinde sich dadurch in einer schwierigen Situation, betonte die Politologin.

Therapie oder Spleen?Die Kunst des guten Selbstgesprächs

Mann sitzt auf einer Bank. (imago)

Wer in der Öffentlichkeit laut Selbstgespräche führt, gilt als zumindest ein bisschen verrückt. Dabei können Selbstgespräche durchaus eine therapeutische Funktion erfüllen, meint der Publizist Urs Willmann. Aber es komme dabei auf die "Selbstgesprächskultur" an.

Cadmium in KakaoBitterschokolade besonders von Schwermetall betroffen

Eine Tafel Vollmilchschokolade in Nahaufnahme (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Über die Nahrung oder über die Atemwege kann das Schwermetall Cadmium aufgenommen werden. Es gelangt auch in die Nahrung - über Kakao-Pflanzen, vor allem über die, die auf vulkanischem Gestein gewachsen sind. Besonders Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil ist laut Lebensmittelchemikern betroffen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Friedensnobelpreis  Santos widmet Auszeichnung den Opfern des Bürgerkriegs | mehr

Kulturnachrichten

Verleihung des Literaturnobelpreises ohne Dylan  | mehr

Wissensnachrichten

Deutsches Kulturerbe  Ostfriesische Teekultur, Skat und Hebammen gehören dazu | mehr