Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Arabische Liga entsendet Beobachter nach Syrien

Internationale Proteste nach Berichten über Massaker

Syriens Präsident Bashar Assad will nun arabische Beobacher ins Land lassen (picture alliance / dpa / SYRIAN ARAB NEWS AGENCY)
Syriens Präsident Bashar Assad will nun arabische Beobacher ins Land lassen (picture alliance / dpa / SYRIAN ARAB NEWS AGENCY)

Lange hatte sich die syrische Regierung gegen unabhängige Beobachter im Land gesträubt. Am Donnerstag ist eine Delegation der Arabischen Liga nach Damaskus gereist. Gleichzeitig wurden Meldungen über neue Massaker an Zivilisten bekannt.

Laut Medienberichten hat die Arabische Liga erste Beobachter nach Syrien entsendet. Die 14-köpfige Gruppe bereitet die eigentliche Beobachtermission vor, die Ende Dezember beginnen soll. Das erklärte Ziel besteht darin, den Abzug der Militärs und die Freilassung politischer Gefangener zu überwachen. Laut Informationen der Vereinten Nationen sind bei den Protesten gegen das Regime des syrischen Präsidenten Assad bisher über 5.000 Menschen gestorben.

Mission nur eine Farce?

Die Beobachter-Mission droht nach Ansicht von Menschenrechtlern zu einer Farce zu werden. Wenzel Michalski von Human Rights Watch sagte im ARD-Fernsehen, er knüpfe keine großen Hoffnungen an die Aktion der Arabischen Liga. Denn den Beobachtern sei es nicht erlaubt, in Gebiete zu reisen, die das Regime als "militärisch sensibel" einstufe. Außerdem dürften sie nicht unbeobachtet mit Oppostionellen sprechen.

Ankara protestiert gegen Assad-Regime

Die türkische Regierung antwortete mit scharfer Kritik auf die neuen Meldungen über Gewalt gegenüber der Zivilbevölkerung. Das Assad-Regime richte trotz der Vereinbarungen mit der Arabischen Liga ein Blutbad an. Man müsse Zweifel haben, was die wahren Absichten Syriens seien.

Ähnliche Töne kamen von der US-Regierung. "Das Assad-Regime hat immer wieder demonstriert, dass es nicht verdient, Syrien zu regieren", hieß es aus dem Weißen Haus in Washington. Das Statement war die Antwort auf neue Berichte über Massenerschießungen. Nach Angaben von Aktivisten wurden innerhalb von zwei Tagen mehr als 200 Menschen getötet.

Tauziehen um internationale Verurteilung

Die deutsche Diplomatie bemüht sich nun um eine Syrien-Resolution des Weltsicherheitsrats. "Die Situation ist dramatisch und wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte der deutsche UNO-Botschafter Peter Wittig. Das Problem ist vor allem die Haltung der russischen Regierung. Moskau hatte eien eigenen Resolutionsentwurf eingebracht, der aber anderen Ländern im Sicherheitsrat nicht weit genug geht.

Links zum Thema

Angesichts der Beschränkungen für die Arbeit von Journalisten in Syrien sind unabhängige Informationen von dort nur schwer zu bekommen. Augenzeugenberichte finden sich im Kurznachrichten-Dienst Twitter. Der US-amerikanische Journalist Andy Carvin vom National Public Radio verfolgt über Twitter die Geschehnisse im Nahen Osten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:50 Uhr Sport aktuell

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Konzert

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Rittel/Karwelat: "Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad"Schockierende Einblicke in eine sadistische Sekte

Cover von "Lasst uns reden. Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad" von Heike Rittel und Jürgen Karwelat. (EFE/EPA/Mario Ruiz/Schmetterling Verlag)

Sie mussten Misshandlungen und Folter ertragen – und viele schauten weg. In "Lasst uns reden" von Heike Rittel und Jürgen Karwelat berichten Frauen über den menschenverachtenden Alltag der Colonia Dignidad in Chile.

Europapolitik der Bundesregierung"Dieses Zaudern und Zögern ist gefährlich"

Der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) spricht in Neumünster bei einem Parteitag. (dpa / Carsten Rehder)

Europa drohe, zu verfallen, sagte Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, im Dlf. Das zögerliche Verhalten der Bundesregierung sei gefährlich, denn für etwas Neues stehe nur ein sehr knappes Zeitfenster zur Verfügung - es gehe um die Zukunft des Westens.

"Eldorado"-Regisseur Markus Imhoof"Das Erste ist, dass es um Menschlichkeit geht"

Eldorado-Protagonist Akhet Téwendé (v.l.n.r.), Regisseur Markus Imhoof und Eldorado-Protagonist Raffaele Falcone.  (Maurizio Gambarini/dpa)

Der Ist-Zustand Europas werde sich durch die Geflüchteten zwangsläufig verändern, meint Markus Imhoof. Das sei auch richtig, so der Regisseur. Für seinen Film "Eldorado" hat er die Mare-Nostrum-Mission zur Seenotrettung begleitet.

Reformprojekt EuropaEine Chance für die Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron  (picture alliance/dpa/Foto: Kay Nietfeld)

Der französische Staatschef Macron profiliert sich mit Reformideen, die Bundeskanzlerin zögert. Doch trotz ihrer Differenzen wollen Paris und Berlin bis zum Sommer Vorschläge für eine EU-Reform vorlegen. Die Chance sollte Merkel nutzen, meint Peter Kapern.

Koschyk zu NordkoreaErfolg der internationalen Gemeinschaft

Hartmut Koschyk (CSU), Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten (imago / reportandum)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Aussetzung seines Atom- und Raketenprogramms verkündet. Dass damit Bewegung in die verfahrene Lage auf der koreanischen Halbinsel gekommen sei, liege am Zusammenhalt der internationalen Gemeinschaft, erklärte CSU-Politiker Hartmut Koschyk im Dlf.

Eine Lange Nacht über Vorbilder in der MusikGlühend verehrt, schmerzlich entzaubert

Der amerikanische Trompeter und Bandleader Harry James  (picture alliance/dpa/Foto: Heinz-Jürgen Göttert)

Der amerikanische Jazztrompeter Harry James war einer der ersten Vorbilder für Trompeter Manfred Schoof. Für die Cellistin Tanja Tetzlaff war musikalisch gesehen Heinrich Schiff prägend. Vorbilder können fördern und fordern. Doch nicht jeder ist auch zum Vorbild berufen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ungarn  Großkundgebung gegen Orban | mehr

Kulturnachrichten

Denkmal soll an Rupert Neudeck erinnern | mehr

 

| mehr