Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Arbeitsmarkt in Deutschland bleibt stabil

Erwerbslosenzahl sinkt im November minimal

Die Agentur für Arbeit verzeichnet nur einen minimalen Rückgang der Erwerbslosenzahl. (AP)
Die Agentur für Arbeit verzeichnet nur einen minimalen Rückgang der Erwerbslosenzahl. (AP)

Die Konjunktur schwächelt, doch der Arbeitsmarkt bleibt im November robust. Der im Herbst übliche Rückgang der Erwerbslosenzahl fällt in diesem Jahr allerdings nur gering aus. Agenturchef Frank-Jürgen Weise rechnet für 2013 mit einem Anstieg der Kurzarbeit.

"Der Arbeitsmarkt reagiert auf die nachlassende konjunkturelle Dynamik robust", erklärte Frank-Jürgen Weise, Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), bei der Vorstellung der aktuellen Arbeitslosenzahlen in Nürnberg. Die Erwerbsquote blieb im November unverändert bei 6,5 Prozent, die Zahl der Jobsucher sank im Vergleich zum Oktober nur geringfügig um 2000 auf 2,75 Millionen.

Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im November sei üblich, er fiel in diesem Jahr aber etwas schwächer aus als in den vergangenen Jahren, teilte die Arbeitsagentur mit. "Die aktuellen Daten zeigen überwiegend eine Seitwärtsbewegung", erklärte Weise. Er rechnet im Januar mit einem Anstieg auf drei Millionen Arbeitslose und für 2013 mit deutlich mehr Kurzarbeit.

Im Vergleich zum Vorjahr waren in diesem November 38.000 Menschen mehr auf Arbeitssuche. Die Quote stieg binnen Jahresfrist um 0,1 Punkte an. Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ging zurück. Im November waren laut Arbeitsagentur in Deutschland 451.000 offene Stellen gemeldet, das sind 41.000 weniger als im Vorjahresmonat. Besonders gesucht sind derzeit Fachleute aus den Bereichen Mechatronik, Energie und Elektro, Logistik, Maschinen- und Fahrzeugbau, Metall, Verkauf und Gesundheit.

Agenturen vor Ort sind pessimistisch

Saisonbereinigt legte die Arbeitslosenzahl im November um 5000 auf knapp 2,94 Millionen zu. Dabei stieg sie um jahreszeitliche Einflüsse wie den Herbstaufschwung im Westen um 8000 an. Im Osten ging sie um 3000 zurück.

Allerdings beurteilen immer mehr Arbeitsagenturen vor Ort die Lage auf dem Arbeitsmarkt pessimistisch. "Sie sehen, dass die Arbeitslosigkeit tendenziell ansteigen wird - und nicht nur wegen des bevorstehenden Winters", sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Er berief sich dabei auf eine Umfrage der Behörde unter den örtlichen Arbeitsagenturen. "In einigen Agenturen stehen die Ampeln bereits auf Rot, in anderen auf Rot-Gelb", berichtete Becker.

Grüne Ampeln, die im internen Berichtssystem der BA eine gute Arbeitsmarktlage signalisieren, gebe es nur noch bei verhältnismäßig wenigen Agenturen. Derzeit bestehe vor allem ein erheblicher Beratungsbedarf in Sachen Kurzarbeit, berichtete Becker.


Mehr zum Thema:
Alt, abgebrannt, abgehängt - Das Phänomen der Altersarmut und die Konzepte der Politik
So viele Grundsicherungsempfänger wie noch nie - Für immer mehr Menschen reicht die Rente im Alter nicht
Opposition rügt "beispiellosen Kahlschlag" in von der Leyens Etat - Sozialministerin verteidigt Einsparungen in ihrem Haushalt

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 04:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Cate Blanchett: "Der Moment der Wahrheit"Star ohne Paparazzi

Die Schauspielerin Cate Blanchett  (picture alliance / dpa / Frédéric Dugit)

In ihrem neuen Film "Der Moment der Wahrheit" spielt Cate Blanchett eine investigative Journalistin. Anna Wollner hat mit der zweifachen Oscarpreisträgerin, über den Film und das Leben als Star gesprochen.

Chinas ExpansionskursDer Konflikt im Südchinesischen Meer

Pag-asa Island ist von den Philippinen besetzt. Die Ansprüche im Südchinesischen Meer sind umstritten. (picture alliance / dpa / Maxppp)

Mehrere Staaten erheben Anspruch auf das Südchinesische Meer. Seitdem China dort Atolle aufschüttet und militärische Einrichtungen baut, steigt das Konfliktpotenzial. Die USA betrachten das Meer als neuralgischen Punkt.

Szenen aus einer beunruhigten WeltLeben im Ausnahmezustand

Eine Frau hält den Kopf in den Händen. (imago / Science Photo Library)

Die Echtzeit präsentiert Szenen aus einer beunruhigten Welt: Was bedeutet es etwa, im Ausnahmezustand zu leben? Damit ist keine Wertung gemeint, sagen die, um die es in der Echtzeit geht. Sie machen einfach das Beste daraus.

NeurologieDie Macht der Musik

Musik hören und Musik machen ist nicht nur schön, sondern es verändert uns auch. Unter anderem kann Musik uns schlauer und kooperativer machen. Musik regt sogar neuroplastische Veränderungen in unserem Gehirn an.

Arbeitsbedingungen an TheaternSchauspieler am Limit

Blick in einen leeren Theatersaal mit geschlossenem Vorhang. (dpa/picture alliance/Stefan Sauer)

"Es ist Zeit für eine Theaterreform", fordert Lisa Jopt, Schauspielerin und Mitbegründerin des "Ensemble Netzwerk". Die Initiative will bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechtere Bezahlung für Schauspieler und Theatermacher durchsetzen.

Zustand der Linken"Rot-Rot-Grün steht 2017 nicht zur Debatte"

Der Politologe Eckhard Jesse in seinem Haus in Niederbobritzsch bei Freiberg (dpa / picture alliance / Wolfgang Thieme)

Ein rot-rot-grüner Kanzlerkandidat sei aus Sicht der Linkspartei eine "Schnapsidee", sagte der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse im Deutschlandfunk. Das müsse auch Gregor Gysi akzeptieren. Die Wählerschaft der Partei sei dabei zum Teil nicht links - und dadurch verliere die Partei Stimmen an die AfD.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Parteitag  Die Linke will ihren außenpolitischen Kurs bestimmen | mehr

Kulturnachrichten

Schauspieler Giorgio Albertazzi gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Mehr-Jahres-Studie  Kann Handystrahlung Krebs erzeugen? | mehr