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24.9.2004
Rechtsextremismus an Schulen und unter Jugendlichen
Gespräch mit Günter Piening, Beauftragter des Senats von Berlin für Integration und Migration

Teilnehmer einer Neonazi-Demonstration (Bild: AP)
Teilnehmer einer Neonazi-Demonstration (Bild: AP)
Rechtsradikalismus unter Jugendlichen hat zugenommen, unter den NPD-Wählern in Sachsen etwa waren viele Erstwähler. Auch in Berlin gibt es "Angsträume", Stadtteile oder Orte wie zum Beispiel manche Bahnhöfe, an die sich linke Jugendliche oder Ausländer nur ungern begeben. Was kann an Schulen oder durch zivilgesellschaftliche Projekte gegen Rechtsextremismus und Versuche rechter Indoktrination unternommen werden? Fragen an den Integrationsbeauftragten der Stadt Berlin, Günter Piening, der in dieser Woche eine Zwischenbilanz des Berliner Programms gegen Rechtsextremismus vorstellte.

In Berlin hat 2003 die Zahl rechtsextremer Gewalttaten zugenommen. In einigen Quartieren erzeugen rechte Cliquen durch Propaganda und Einschüchterungsversuche gegen Andersdenkende ein Klima der Angst. Die NPD schickt sich an, in Köpenick Fuß zu fassen. Es gebe, so Piening, eine Kontinuität rechtsextremen Denkens und eine erschreckende Akzeptanz rechten Gedankenguts, insbesondere unter Jugendlichen.

Das Berliner Programm gegen Rechtsextremismus, das sind 35 Projekte mit einem breiten Ansatz, der sich nicht nur an Jugendliche richtet. Ziel ist die Stärkung der Zivilgesellschaft sowie der demokratischen Alltagskultur.

Günter Piening sieht als Hauptprobleme in Bezug auf rechtsextreme Jugendliche den Freizeitsektor. Rechte Organisationen bieten Jugendlichen eine Gesamterlebniswelt, von Ferienfreizeiten bis zu Squashkursen. Ehemals linke Forderungen werden verstärkt von Rechten besetzt, wie zum Beispiel die Forderung nach autonomen Jugendzentren. Und rechte Jugendliche und Funktionsträger werden argumentativ immer besser, gehen immer offensiver in Diskussionen. Das Bild vom dumpfen rechten Schläger passt nicht mehr. Piening sieht in der Stärkung demokratischer Alltagskultur die beste Strategie.

Dazu mehr auf der Internetseite des Integrationsbeauftragten:

Zwischenbilanz des Berliner Programms gegen Rechtsextremismus

Maßnahmen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus
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