BildungsZeit
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18.11.2004
Wie durchlässig ist das deutsche Schulsystem?
Ein Gespräch mit Gertrud Hovestadt von der Uni Duisburg-Essen

Das deutsche Schulsystem auf dem Prüfstand (Bild: AP)
Das deutsche Schulsystem auf dem Prüfstand (Bild: AP)
Die 15-jährigen Schülerinnen und Schüler haben bei PISA I schlecht abgeschnitten. Ein Grund für das unterdurchschnittliche Abschneiden sowohl bei den Spitzenergebnissen als auch für das Entstehen einer großen "Risikogruppe" von über 20 Prozent mit unzureichender Lesekompetenz scheint in dem auf hohe Auslese ausgerichteten Schulsystem zu liegen.

Wer einmal in einer Schulform steckt, hat es schwer, in eine Höhere zu gelangen. Das Aufsteigen zum Beispiel von der Realschule zum Gymnasium gestaltet sich äußerst schwierig. Dagegen ist das "Abrutschen" nach unten (Hauptschule) sehr viel einfacher. Das wissen wir aus den vergangenen Bildungsstudien der OECD.

Dr. Gertrud Hovestadt von der AG Bildungsforschung der Universität Duisburg-Essen, hat mit Kollegen das Phänomen der Selektivität im deutschen Schulsystem untersucht und ist Gesprächspartnerin der BildungsZeit. Folgende Fragen sind zu diskutieren:

• Kommen Sie zu dem gleichen Urteil wie die OECD, dass es leicht ist, in der deutschen Schule abzusacken, aber schwer aufzusteigen?

• Warum ist die Durchlässigkeit nach oben so schlecht und wen betrifft dies am meisten?

• Welche Möglichkeiten hat derzeit ein Hauptschüler, um zum Beispiel zum Abitur zu kommen? Welche Schwierigkeiten hat er zu überwinden?

• Es gibt in Reformschulen teilweise unkonventionelle Methoden, zu einem Schulabschluss zu gelangen, zum Beispiel durch die Verknüpfung von Praxis und Schule oder durch projektbezogenes Lernen. Da gibt es dann keinen Lehrplan mehr, den man abarbeiten muss. Haben Sie herausgefunden, ob solche Methoden mehr Schüler erreichen?

• Welche kurzfristigen Maßnahmen schlagen Sie vor?

• Was muss sich langfristig ändern?

Studie: "Selektivität und Durchlässigkeit im allgemeinbildenden Schulsystem"
Autoren: Prof. Dr. Klaus Klemm, Prof. Dr.Gabriele Bellenberg und Dr. Gertrud Hovestadt von der AG Bildungsforschung der Universität Duisburg-Essen
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