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27.1.2005
Studiengebühren in Großbritannien

Verbessern Studiengebühren auch das Studium? (Bild: AP)
Verbessern Studiengebühren auch das Studium? (Bild: AP)
Studiengebühren ja oder nein? In Großbritannien ist diese Diskussion längst gelaufen. Wer studiert, zahlt und zwar zurzeit 1200 Pfund pro Jahr. Das sind umgerechnet 1800 Euro jährlich. Unabhängig von Studienfach oder Universität, der Betrag ist fix und muss vor Beginn des Kurses an die Universität gezahlt werden.

Ungefähr zwei Millionen Briten studieren in England. Viele davon auf Kosten ihrer Eltern. Denn für einen Universitätsabschluss braucht man in Großbritannien nicht nur vier Jahre Zeit, sondern auch mindestens 7200 Euro. Nur für die Studiengebühren. Kosten für Unterkunft, Lebenshaltung und Bücher sind da nicht mit gerechnet.

My parents help me, because my student loan would no cover my accommodation and my tuition fees and my art materials and living expensives it wouldn´t cover it. So obviously parents have to pay quite a lot towards, it´s no very fair really.
Meine Eltern unterstützen mich, den das Studiendarlehen, was ich erhalte, reicht nicht aus um, Unterkunft, Studiengebühren, Materialien und Lebenshaltungskosten abzudecken. Das machen viele Eltern. Fair ist das natürlich nicht.


Emma ist 21 Jahre alt und studiert Kunst und Kulturwissenschaften am University College in London. Sie bekommt 3000 Pfund pro Jahr vom Staat, ein Darlehen, das sie nach dem Studium zurückzahlen muss. Zieht sie die Gebühren für die Universität davon ab, bleiben 1800 Pfund übrig. Davon kann sie gerade mal vier Monate lang ihre Miete zahlen. Ohne Unterstützung von zuhause, könnte sie nicht studieren. Emma ist ein klassischer Fall, sagt Nicolas Barr, Professor für öffentliche Finanzen.

The problem with the British reform is, when we had a start at 1990, in 1997 we took a bit of a wrong step, we introduce tuitions fees, but huge mistake we didn´t introduce student loans to cover these fees, so someone had to pay up front fees and this was parents.
Das Problem in Großbritannien ist, dass wir 1997 einen falschen Weg eingeschlagen haben, wir haben Studiengebühren eingeführt, aber - und das ist ein Riesenfehler gewesen - wir haben keine günstigen Darlehen angeboten, über die Studenten diese Gebühren finanzieren können. Irgendjemand muss aber diese Gebühren vorab bezahlen und das sind heute meistens die Eltern.


Ab 2006 soll dieses System geändert werden, sagt Nicolas Barr. Er hat ein neues Studienfinanzierungsmodell für die britische Regierung erarbeitet, das allen Studenten eine ausreichende Finanzierung garantiert. Die Studiengebühren bleiben, sagt der Experte, denn ohne sie, ließen sich die Universitäten nicht mehr finanzieren. Und sie werden flexibler, in Zukunft soll jede Universität selbst entscheiden, wie viel sie verlangt. Maximal dürfen das 3000 Pfund im Jahr sein.
Die wichtigste Neuerung ist aber: Jeder Student erhält unabhängig vom Einkommen der Eltern ein Darlehen vom Staat, das Studiengebühren und Lebenshaltungskosten umfasst.

There will be tuition fees but the student won´t pay these fees, the student's loan administration will pay the fees. It will be free to students when they are students is graduated to a repay.
Wir werden weiter Studiengebühren haben, aber die Studenten werden sie nicht bezahlen. Der Staat wird sie bezahlen. Das heißt, für Studenten ist das Studium umsonst. Sie müssen erst nach ihrem Abschluss zahlen.


Wirklich umsonst ist das Studium natürlich auch ab 2006 nicht. Aber es soll jedem, unabhängig von Einkommen der Eltern, der Zugang zur Universität ermöglich werden, verspricht die Regierung.
Denn zurzeit meiden zahlreiche Abiturienten den Weg an die Unis. Das Handwerk hat in den vergangenen zwei Jahren einen extremen Zulauf erlebt. Viele Schulabgänger mit Einser-Zeugnissen lassen sich zum Beispiel zum Klempner ausbilden.
Eine Umfrage unter Studenten hat kürzlich ergeben, dass jeder 3. Studierende in England einen Nebenjob hat und dass an die 40 Prozent über ihre Verhältnisse verschuldet sind.

A lot more of student are doing law or medicine as a result, because they know the can get a job after it, to pay it´s parents back, because there is a job at the end of it at there education.
Viele Studenten studieren nur deshalb Medizin oder Jura, weil sie hoffen, dass sie danach vielleicht leichter einen Job bekommen und alles ihren Eltern zurückzahlen können.


Sagt Emma. Denn im Durchschnitt beendet derzeit ein britischer Student sein Studium mit Schulden in Höhe von 19.550 Pfund. Das sind knapp 30.000 Euro.

Students having to rely there parents. Is bad to have a system with forces student to rely there parents. Parents want to help there children and if the children are prepared to except, this is wonderful, and there is nothing in the British System that interferences with those arrangements But to assume that parents will help or to assume that young people work, is a bad way of designing a system.
Studenten sind heute auf ihre Eltern angewiesen. Und das ist schlecht. Eltern wollen ihren Kindern immer helfen, das ist wundervoll und die britische Regierung wird das sicher nicht unterbinden wollen. Aber vorauszusetzen, dass Eltern ihre Kinder unterstützen oder vorauszusetzen dass Studenten für ihr Studium arbeiten, ist der falsche Weg.


Den Studierenden das notwendige Geld aus Steuermittel zu leihen, ist der vernünftigste Weg, sagt Nicolas Barr. Erstens zahlt am Ende nur der, der tatsächlich studiert hat. Und zweitens muss er erst dann zahlen, wenn er auch wirklich Geld verdient. Das heißt, zunächst kann jeder studieren, ohne sich Gedanken über die Kosten zu machen. Und dieses System, so der Experte, sei auch für Deutschland das Beste.
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