BildungsZeit
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21.2.2005
Lässt sich das dreigliedrige Schulsystem reformieren?
Rot-grün in Schleswig-Holstein will Gemeinschaftsschule einrichten

Ist das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland noch zeitgemäß? (Bild: AP)
Ist das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland noch zeitgemäß? (Bild: AP)
Die Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist vorbei und natürlich wird bereits darüber spekuliert, welchen Einfluss die Bildungspolitik auf das Wahlergebnisse hatte. Denn im Vorfeld versprach die rot-grüne Regierung, nach einem Wahlsieg peu à peu das dreigliedrige Schulsystem abzuschaffen und eine Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein einzurichten. Und damit brach eine heftige Debatte los.

Wir sprachen mit dem Bildungsforscher Manfred Prenzel, Geschäftsführender Direktor des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaft (IPN) an der Universität Kiel und Mitglied im PISA-Konsortium, über folgende Fragen:

• Die Gliederung unseres Schulsystems in Hauptschule, Realschule und Gymnasium wird nicht nur in Schleswig-Holstein als altbacken und nicht mehr zeitgemäß kritisiert. Sie haben sich mehrfach dafür ausgesprochen, das System zu erhalten. Warum?

• Welche Reformmöglichkeiten sehen Sie? Wie sollen Sie umgesetzt werden?

• Wenn sich das Schulsystem reformieren lässt, warum ist es dann nicht längst geschehen, sondern erweist sich in der Praxis als so zäh und unflexibel?

• Das dreigliedrige Schulsystem ging historisch einher mit dem Dreiklassenwahlrecht. Auch wenn heute die Schultypen Kinder aller gesellschaftlichen Schichten aufnehmen, so zeigen doch die letzten Bildungsstudien, dass Kinder aus einfachen Verhältnissen im Gymnasium nicht annähernd so gut vertreten sind wie Akademikerkinder. Was kann man dagegen machen?

Programmhinweis

Merkmal, 21.2.2005, 16.15
Wie Preußen das dreigliedrige Schulsystem erfand
Von Georg Biemann und Ulrich Land
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