BuchTipp
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29.5.2003
Der Krieg in unseren Städten
Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern
Udo Ulfkotte

Udo Ulfkotte hat Recherchen auf einem heiklen Terrain betrieben und einen nüchternen Bericht darüber vorgelegt, "Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern" - so der Untertitel des im Eichborn-Verlag erschienenen Buches. Es ist von erstaunlicher Informationsdichte und der Autor gibt sich viel Mühe, den deutschen Leser mit hundert arabischen Namen bekannt zu machen, das Organisationstalent und Prestige aktiver Muselmanen in den eigenen Reihen zu beschreiben und dann die islamischen Organisationen und Einrichtungen selbst vorzustellen. So präsentiert uns der Autor eine verblüffende Sonderwelt auf deutschem Staatsgebiet, die das Staatsvolk in dieser Form so nicht erwartet hätte, auch eine beängstigende, weil Organisationen und das sogenannte Vereinsleben alles das widerspiegeln, was wir inzwischen unter Nicht-Integration von Zuwanderern registrieren und unter der Bezeichnung Parallelgesellschaften fürchten. Ulfkottes Recherche zeigt eines deutlich: die Grenze zwischen islamischer Religionslehre und dem in sie eingebauten islamistischen Eifer, ihre Macht und ihren Geltungsbereich auszudehnen, ist fließend, - sie überhaupt ziehen zu wollen, ist einfältig. Die moderne Welt verkennt die Gewalt und Unbeirrbarkeit hinter religiöser Erweckung, die sich zur politischen Bewegung formiert. Sie dringt auf ihren heimischen Kontinenten Afrika und Asien ständig vor und will offenbar den Islam im modernen demokratischen Europa (mit den bereits dort lebenden 15 Millionen Muslimen verschiedenster Herkunft und Glaubensrichtung) Wurzeln schlagen und wachsen lassen. Dass es sich dabei nicht um weither geholte Meinungen oder grundlose Ängste handelt, zeigen die "Visionen" des Präsidenten der "Islamischen Gemeinschaft in Deutschland":

"... Die Zukunft des Islam in diesem unseren Land, in Deutschland, gestalten wir, die wir hier geboren und aufgewachsen sind, wir, die wir die deutsche Sprache sprechen und die Mentalität dieses Volkes kennen ... Ich glaube nicht, dass es unmöglich ist, dass der Bundeskanzler im Jahre 2020 ein in Deutschland geborener und aufgewachsener Moslem ist, dass wir im Bundesverfassungsgericht einen moslemischen Richter oder eine moslemische Richterin haben ... Dieses Land ist unser Land, und es ist unsere Pflicht, es positiv zu verändern. Mit der Hilfe Allahs werden wir es zu unserem Paradies auf der Erde machen, um es der islamischen Ummah der Menschheit insgesamt zur Verfügung zu stellen."

Um die Recherche auch noch zu veranschaulichen, ist der Bucheinband zugleich ein aufklappbarer Organisationsplan, aus dem alle wichtigen Vereine, Firmen, Moschee-Zentren mit ihren Querverbindungen in Deutschland selbst und zum Nahen Osten zu ersehen sind.

In den Medien wird Udo Ulfkottes Buch nicht allein wegen seines brisanten Inhalts erwähnt. Es mehren sich Meldungen über einstweilige Verfügungen und rechtliche Schritte mit einschüchternd hohem finanziellen Streitwert, die islamische Vereinigungen gegen den Verlag angestrengt haben, um die weitere Auslieferung des Buches zu verhindern. Sollte dies Schule machen - und angesehene Medien halten es für möglich - dann ist in erster Linie das eigene Land und seine Geistesverfassung das Problem und erst in zweiter Linie der islamistische Aufbruch mit seinen gewalttätigen Seiten:

"Wir beherbergen und finanzieren in Deutschland genügend Islamisten, denen wir aus falsch verstandener Toleranz jegliche Gelegenheit bieten, um in aller ruhe und Verschwiegenheit ein Netzwerk des Terrors aufzubauen."

Ob Staat, Behörden und die deutsche intellektuelle Deutungskaste fähig oder willens sind, daraus wirksame Schlussfolgerungen zu ziehen, ist das eigentlich Spannende an der Sache.

Wer in hysterischer nationaler Selbstbeobachtung verharrt und meint, dass nur das einheimische Volk zu kontrollieren sei und weniger die Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen, wird das Heraufziehen des Halbmonds über Deutschland politisch korrekt verschlafen.

Wer aus weltfrommer Multkulti-Seeligkeit den florierenden Moscheebau nur als Bereicherung religiöser Einfallslosigkeit des Westens begreift und meint, Dialogtechniken würden den Islam schon auf die Fährte westlicher Aufklärung locken, macht sich mitschuldig an einem Gesellschaftswechsel von kontinentalem Ausmaß.

Rechtsstaat und freie Meinungsäußerung werden bei exzessivem Einsatz von Rechtsmitteln zur Angelegenheit eines Prozess-Etats und damit zur Farce.

Staat und Gesellschaft in Deutschland fällt es leicht, staatsgefährdende Vergehen zu orten und einzustufen, die mit der Abkehr von Nazismus und Diktatur zu tun haben. So gesehen ist der Rechtsradikalismus des Staatschützers liebster, weil vertrautester Feind: da kennt er sich aus und da ist auch kaum was falsch zu machen. Doch wie bekämpft man den festen Willen außereuropäischer Einwanderer, im Abendland das Banner des Propheten aufzupflanzen? Das ausschließliche Warnen vor Ausländerfeindlichkeit - in dieser Form, wie man weiß, unbegründet - die Verdammung bodenständiger Leitkultur und Verdächtigung jedweden Nationalbewusstseins: sie verstopfen mit vergangenheitsbezogener Moral die Denkwege und die Realitätswahrnehmung für Gegenwart und Zukunft. Eine solche Geistesverfassung macht just in einer Lage, welche die gesamte europäische Kultur und Identität bedroht, übervorsichtig, zaghaft und feige. Die Demokratie braucht Zivilcourage und Vernunft nach allen bedrohlichen Seiten hin, und nicht nur nach den allgemein gebilligten und bequemen.
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