BuchTipp
Archiv | BuchTipp | Sonn- und Feiertag • 12:50
20.7.2003
Unter Männern
Mein Leben in der Politik
Heide Simonis
Dieses wunderschöne Land, regiert von einer einzigen Frau", Worte eines kopfschüttelnden schleswig-holsteinischen Bauern nach dem Amtsantritt von Heide Simonis im Mai 1993. Worte, die die SPD-Politikerin im Ohr behalten hat, zumal der Herr noch anfügte: "das darf doch nicht wahr sein". "Ist aber wahr" stellt sie mit Genugtuung fest - auch in ihrem jetzt erschienen Buch.
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13.7.2003
Augenzeugenschaft
Bilder als historische Quellen
Peter Burke
Was nicht in den Akten ist, ist nicht in der Welt. Das glauben Beamte, und lange Zeit glaubten es auch die Historiker, aber nicht alle. Altes Silber mit seinen Merkzeichen, Gravuren und Benutzungsspuren enthält ebenso Nachrichten über Lebensformen und Mentalitäten wie Möbel oder Architektur. Ein Stadtplan, eine Kulturlandschaft oder auch die tabula rasa des Krieges oder der Revolution sind begehbare Geschichte, die der Historiker, wenn er gut ist, zum Sprechen bringen kann. Doch die meisten Historiker, man sieht es an ihren Büchern und Zeitschriften, sind visuelle Analphabeten. Wilhelm von Humboldt, der zusammen mit Goethe die deutsche Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts prägte, sagte auch einmal, dass ein Historiker, der diesen Namen verdient, auch noch aus der kleinsten Begebenheit, dem kleinsten Zeichen menschlicher Tätigkeit das Ganze des Lebens entwickeln kann. Das mag übertrieben sein. Aber Peter Burke, Cambridge-Don, einer der interessantesten älteren britischen Historiker, ein großer Kenner der Renaissance, sieht das nicht anders. Indessen konzentriert er sich auf den Quellenreichtum der Images, Imagines, der Bilder.
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6.7.2003
Hamburg 1943
Literarische Zeugnisse zum Feuersturm
Volker Hage, Hrsg.
Neue Schreckensnachrichten treffen aus Hamburg ein. Bei den Phosphorangriffen soll der Asphalt zu brennen beginnen, so dass die Fliehenden in ihn einsinken und zu Kohle verglüht werden. Sodom ist erreicht."
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29.6.2003
Marken, Moden und Kampagnen
Illustrierte deutsche Konsumgeschichte
Dirk Schindelbeck
Konsum und Unterhaltung halten eine Gesellschaft zusammen, formen sie und erziehen sie. Der Schein bestimmt das Bewusstsein: Mehr noch als die Produktionsverhältnisse, schreibt Dirk Schindelbeck in seiner Einführung zur deutschen Konsumgeschichte, mehr noch als sie, bestimmen die Konsumptionsverhältnisse das Selbstverständnis dieser Gesellschaft.
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22.6.2003
Hitlers Schloss
Die Führerresidenz in Posen
Heinrich Schwendemann, Wolfgang Dietsche
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15.6.2003
Ein Nerz und eine Krone
Die Lebenserinnerungen des deutschen Fräuleinwunders
Susanne Erichsen und Dorothée Hansen
Als ich 1947 abgerissen, verlaust und mit Hungerödemen überzogen aus der Sowjetunion nach Hause zurückkam, hätte niemand - und schon gar nicht ich - sich vorstellen können, dass ich nur drei Jahre später an einer Schönheitskonkurrenz teilnehmen würde. Und dennoch stand ich hier. Ich war kein Einzelfall. In diesen Jahren entwickelten sich wahre Bilderbuchkarrieren, die auch jenen Hoffnung machten, denen es schlechter ging."
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9.6.2003
Journal intime
Rückkehr nach Berlin 1982/83
Nicolaus Sombart
As time goes by. Auch die achtziger Jahre sind inzwischen Geschichte. Die große Wende am Ende jenes Jahrzehnts lässt in der Rückschau so machen Mythos verblassen. Doch wenn man genau hinzugucken verstand, wirkte schon damals vieles angestaubt und fragwürdig. Man musste nur den fremden Blick haben, musste unbestechlich sein und gleichzeitig bereit, sich auf seine Umgebung einzulassen. Die achtziger Jahre im alten West-Berlin: Da denkt, wer dabei war, an die große Entrümpelung durch die "neue deutsche Welle", denkt an Punks und Hausbesetzer, an die neuen wilden Maler in der "Zeitgeist"-Schau im Gropius-Bau und an die zu Nobilität gelangte "neue" Schaubühne am Lehniner Platz.
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8.6.2003
Der 17. Juni 1953
Hubertus Knabe
Als es die DDR noch gab, war der 17. Juni ein merkwürdig zwiespältiger Feiertag in Deutschland-West: eher unbeliebt bei Politikern und Würdenträgern, die pflichtschuldig mit Reden im Deutschen Bundestag und öffentlichen Kranzniederlegungen die Einheit der Deutschen in Freiheit beschworen und der Opfer gedachten, die der Arbeiter- und Bauernaufstand gegen das SED-Regime gefordert hatte. Höchst beliebt hingegen beim breiten Publikum, das diesen meist sonnenbeschienenen Tag zum Familienausflug ins Grüne nutzten, oft genug ahnungslos, wem sie diesen arbeitsfreien Tag eigentlich zu verdanken hatten. Prompt wurde dieser Feiertag im Jahr nach der Wiedervereinigung aus dem Kalender gestrichen, wobei sich manche Ostdeutsche verwundert die Augen rieben: Wir haben damals - 1953 - den Aufstand gemacht, ließen sie die Westdeutschen mit einer Prise bitterer Ironie wissen, Ihr habt den Feiertag aus diesem Anlass genossen. Jetzt aber, da wir diesen Tag gemeinsam feiern könnten, habt Ihr ihn uns wieder weggenommen.
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1.6.2003
Die Globalisierung und ihre Gegner
Claus Leggewie
Claus Leggewie ist selbst engagiert. Und der Leser wird es merken. Er lehnt nicht rundweg ab, sondern ist interessiert zu gestalten. Und darum arbeitet er im wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland mit.
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29.5.2003
Der Krieg in unseren Städten
Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern
Udo Ulfkotte
Udo Ulfkotte hat Recherchen auf einem heiklen Terrain betrieben und einen nüchternen Bericht darüber vorgelegt, "Wie radikale Islamisten Deutschland unterwandern" - so der Untertitel des im Eichborn-Verlag erschienenen Buches. Es ist von erstaunlicher Informationsdichte und der Autor gibt sich viel Mühe, den deutschen Leser mit hundert arabischen Namen bekannt zu machen, das Organisationstalent und Prestige aktiver Muselmanen in den eigenen Reihen zu beschreiben und dann die islamischen Organisationen und Einrichtungen selbst vorzustellen. So präsentiert uns der Autor eine verblüffende Sonderwelt auf deutschem Staatsgebiet, die das Staatsvolk in dieser Form so nicht erwartet hätte, auch eine beängstigende, weil Organisationen und das sogenannte Vereinsleben alles das widerspiegeln, was wir inzwischen unter Nicht-Integration von Zuwanderern registrieren und unter der Bezeichnung Parallelgesellschaften fürchten. Ulfkottes Recherche zeigt eines deutlich: die Grenze zwischen islamischer Religionslehre und dem in sie eingebauten islamistischen Eifer, ihre Macht und ihren Geltungsbereich auszudehnen, ist fließend, - sie überhaupt ziehen zu wollen, ist einfältig. Die moderne Welt verkennt die Gewalt und Unbeirrbarkeit hinter religiöser Erweckung, die sich zur politischen Bewegung formiert. Sie dringt auf ihren heimischen Kontinenten Afrika und Asien ständig vor und will offenbar den Islam im modernen demokratischen Europa (mit den bereits dort lebenden 15 Millionen Muslimen verschiedenster Herkunft und Glaubensrichtung) Wurzeln schlagen und wachsen lassen. Dass es sich dabei nicht um weither geholte Meinungen oder grundlose Ängste handelt, zeigen die "Visionen" des Präsidenten der "Islamischen Gemeinschaft in Deutschland":
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