Fazit
Fazit • Kultur vom Tage
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23.1.2005
Primat der Fernsehästhetik
Bilanz des 26. Max Ophüls Festivals 2005
Nach einem Bericht von Heinz Kersten

Szene aus "Am Tag als Bobby Ewing starb" (Bild: Jörg Landsberg)
Szene aus "Am Tag als Bobby Ewing starb" (Bild: Jörg Landsberg)
Der Regisseur Lars Jessen ist der Gewinner des Max Ophüls Preises 2005. Jessen erhielt die mit 18.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Film "Am Tag als Bobby Ewing starb", der von einem jugendlichen Atomkraftgegner im Jahr 1986 erzählt. Auffällig war beim diesjährigen Nachwuchsfestival, dass viele junge Regisseure einer konventionellen Fernsehästhetik folgen.

Der Gewinnerfilm "Am Tag als Bobby Ewing starb" spielt 1986 in einer ländlichen Kommune und erzählt vom 17-jährigen Atomkraftgegner Niels. Es war der einzige Film im Wettbewerb, der in der Vergangenheit spielt, bemerkt der Kritiker Heinz Kersten in Fazit. Alle anderen Wettbewerbsbeiträge sind sehr gegenwartsbezogen, fast die Hälfte von ihnen befasst sich mit der Situation in Ostdeutschland.

So auch "Hallesche Kometen", der Gewinner des Filmpreises des saarländischen Ministerpräsidenten. Schauplatz ist eine triste Plattenbausiedlung in Halle. Der Film zeigt, wie ein Sohn seinem alkoholkranken Vater hilft.

Generell seien Vater-Sohn-Themen in diesem Jahr sehr stark vertreten, meint Heinz Kersten. Auffällig sei allerdings, dass viele Filme einer konventionellen Fernsehästhetik folgen. Das mag dem Umstand geschuldet sein, dass vor allem das Fernsehen Geldgeber für die Nachwuchsprojekte ist.

Doch dass sich die jungen Talente schon von vornherein ästhetisch auf die spätere Fernsehverwendung einschränken, trübt ein wenig den Ruf des Festivals als innovative Nachwuchsplattform. Formal aus dem Rahmen Fallendes gab es in diesem Jahr zumindest nicht zu bestaunen.
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