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30.1.2005
Treffen der "Indies"
Sundance Independent Film Festival in Park City/Utah
Nach einem Gespräch mit Florian Fricke

Sean McAllister, rechts, gewann mit "The Liberace of Baghdad" den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm (Bild: AP)
Sean McAllister, rechts, gewann mit "The Liberace of Baghdad" den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm (Bild: AP)
Beim Sundance Filmfestival in Park City/Utah hat der Film "40 Shades of Blue" von Ira Sachs den Spielfilmpreis gewonnen. Darin geht es um eine russische Immigrantin, die einen alternden Rockstar heiratet, um eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten.

Bei den Dokumentarfilmen gewann der Film "Why we fight" von Eugene Jarecki, der den Irakkrieg der USA in einen geschichtlichen Zusammenhang setzt und zeigt, welche ökonomischen und politischen Kräfte den amerikanischen Militarismus antreiben.

Den Publikumspreis erhielt der Film "Hustle & Flow" von Craig Brewer über einen schwarzen Zuhälter aus Memphis in der Midlife-Crisis, der seine Liebe zum HipHop entdeckt. Dieser Film war auch kommerziell der erfolgreichste: Für über 9 Millionen Dollar wurde er an Paramount verkauft.

Erstmals in der Geschichte des Festivals wurden auch Preise an internationale Filmemacher vergeben, wovon auch der deutsche Regienachwuchs profitierte: Maren Ade gewann den Spezialpreis der Jury für "Der Wald vor lauter Bäumen". Auch ein etwas bekannterer deutscher Regisseur, der in den USA lebende Werner Herzog, konnte einen Preis in Empfang nehmen: er bekam den Alfred P. Sloan Preis für Dokumentation und damit 20.000 US-Dollar Cash. Den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm erhielt Sean McAllister für "The Liberace of Baghdad".

Das Sundance Independent Filmfest wurde in den 80er Jahren von Hollywood-Star Robert Redford gegründet und ist das größte Treffen unabhängiger Filmemacher in den USA. Da das Festival immer größer wurde und sich längst auch die Hollywood-Größen auf dem roten Teppich auf die Füße treten, wurde immer wieder die Kritik laut, dass der echte "Independent-Spirit" fehle. Gründer Robert Redford meinte beim Festival 2002 dazu: "Der Unterschied besteht nicht in den Produktionskosten, sondern darin, dass einem Independent-Künstler nicht die Kontrolle und Aussage seines Werks aus der Hand genommen wird. Hollywood dagegen ist Business."
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