Politisches Feuilleton
Archiv | Politisches Feuilleton | Montag bis Samstag • 7:20
12.11.2004
Bush bleibt Bush
Von Eckhard Fuhr
Die politische Klasse in Deutschland hat mit einer Mixtur aus widersprüchlichen Empfindungen auf die Wiederwahl George W. Bushs reagiert. Die Hauptkomponenten dieser Mixtur sind Enttäuschung, Erleichterung und Erschrecken. In der Enttäuschung darüber, dass das amerikanische Volk dem in Europa unbeliebten Präsidenten eine überraschend klare demokratische Legitimation für seine Politik verschafft hat, sind sich die Politiker mit dem allergrößten Teil der Bevölkerung einig.
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11.11.2004
Die Zukunft der Bundeswehr
Michael Wolffsohn über den Einsatz deutscher Soldaten
Von Michael Wolffsohn
Als Deutschland wiedervereinigt wurde, dachte kaum jemand daran, dass deutsche Soldaten in Kürze besonders auf dem Balkan oder in Afghanistan stationiert und fast weltweit im Anti-Terror-Einsatz wären. Die Bundeswehr schlitterte in die Rolle einer Interventionsarmee. Beispiel Kosovo. Beispiel Afghanistan. Beide Staaten gehören bekanntlich nicht zu Deutschlands Nachbarn.
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10.11.2004
Das Ende der Mitbestimmung
Von Klaus Leciejewski
Die Mitbestimmung ist nicht ein international zukunftsweisendes Modell, sondern ein rein deutsches Modell geblieben, ohne auch nur den allergeringsten Zuspruch in anderen Ländern. Die Mitbestimmung konnte nirgendwo Unternehmen wirtschaftlich sicherer machen und hat auch nicht zu einer besseren Teilnahme an den Unternehmensentscheidungen geführt. Eine Position zur Verteidigung der Mitbestimmung spielt jedoch in der öffentlichen Diskussion immer noch eine wichtige Rolle.
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9.11.2004
Amerika hat gewählt
Was nun?
Von Werner Sonne
Genau eine Woche nach den Wahlen heißt es nun Farbe bekennen. Sind wir nun für George Bush oder gegen ihn? Für die Polit-Profis in Berlin ist das einfach. Sie haben sich schnell und erwartbar entschieden. Was aber ist mit uns? Wir, die klare Mehrheit der Bürger in diesem Lande, wir sind tief enttäuscht. Denn wir müssen uns, ob wir es wollen oder nicht, mit einem neuen Amerika-Bild vertraut machen - eines, das so ganz anders ist als das idealisierte Image unserer Jugend.
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8.11.2004
Die Demokratiemaschine
Architektursymbolische Bemerkungen zum Berliner Regierungsviertel
Von Reinhard Knodt
Das "Paul-Löbe-Haus" und das "Marie-Elisabeth-Lüders-Haus" diesseits und jenseits der Spree neben dem Reichstag sind das symbolträchtige Zentrum der parlamentarischen Arbeit. Auch architektonisch erscheinen sie gelungen. Man hat den Eindruck von Freiheit und Weite eines Baues, der fantasievoll und kühn anmutet. "Doch!", dachte ich zunächst, "Deutschland hat da eine Art neue Sprache der politischen Architektur gefunden, etwas Leichtes, Demokratisches, Transparentes."
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6.11.2004
Der Islam im Westen
Von Mariam Lau
Fast genau ein Jahr ist es her, dass Paul Wolfowitz, stellvertretender amerikanischer Außenminister und einer der Hauptstrategen des Projekts "Demokratisierung des Nahen Ostens" auf Inspektionstour durch den Irak reiste. Am Abend wurde sein Hotel von einer Salve Raketenschüsse getroffen, abgefeuert aus einem Eselkarren.
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5.11.2004
Journalismus und Gesinnung
Ein Feuilleton von Klaus Bölling
Von Klaus Bölling
Es gibt in Deutschland eine Reihe von Preisen für begabte Journalisten. Das Motto des Hanns-Joachim-Friedrich-Preises für Fernsehjournalisten heißt: "Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache." Dieses Motto, meint der Journalist, Autor und ehemalige Diplomat Klaus Bölling, sei problematisch.
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4.11.2004
Blumen auf Stalins Grab
Zur Renaissance des Che-Guevara-Kults
Von Hans Christoph Buch
Wer war Ernesto Guevara de la Serna, wie Che mit bürgerlichem Namen hieß, und welches geistig-politische Erbe hinterlässt er der revoltierenden Jugend, die sich heute wieder auf ihn beruft? Che Guevara sei, polemisiert der Autor Hans Christoph Buch, auf der ganzen Linie gescheitert - als Militärstratege, Partei-Ideologe und Politiker.
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3.11.2004
Auf dem Wege zur Einsicht?
68 und seine Übersetzungsprobleme
Von Alexander Schuller
Wer von 68 redet, redet auch von den Eltern der 68er. Die waren ja, so geht die Mär, repressiv, prüde, faschistisch. Sie flüchteten ins Vergessen. Von Berckeley bis Berlin stürmten die Roten Garden über ihre Eltern her und prügelten die Wahrheit aus ihnen heraus. Bei uns in Deutschland hieß das dann Vergangenheitsbewältigung. Inzwischen hat sich einiges getan. Der Markt wird überschwemmt mit Büchern, die die Großeltern der 68er in den Blick rücken und damit so etwas wie geschichtliches Bewusstsein ermöglichen.
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2.11.2004
Der Nanny-Staat: Mit schlechtem Beispiel voran
Von Konrad Adam
Neulich hat der Bundeskanzler den Deutschen ihre Mitnahmementalität vorgehalten. Überall griffen sie zu, meinte er, verlangten Hilfen, Zuschüsse und Beistand von oben, auch da, wo sie es gar nicht nötig hätten, weil sie allein, auf sich gestellt, ganz gut zurechtkämen. Die Mahnung war berechtigt, richtete sich allerdings an die falsche Adresse. Denn mitnehmen kann man ja nur, was angeboten wird. Und angeboten wird vom Staat, von seinen Ämtern und Behörden, und zwar im Überfluss. Namens des Staates kritisierte der Kanzler eine Verhaltenform, die dieser Staat selbst angeregt, gepäppelt und großgezogen hat.
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