Politisches Feuilleton
Archiv | Politisches Feuilleton | Montag bis Samstag • 7:20
27.9.2004
Die Krise der politischen Glaubwürdigkeit
Von Peter Frei
Tapfer sollen sie sein, unsere Politiker, und die Wahrheit sagen. Das fordert Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Freilich, der braucht ja nicht mehr wieder gewählt zu werden. Die Glaubwürdigkeitskrise, in der sich unsere Politikmacher, vor allem die in den großen Volksparteien CDU und SPD befinden, hat viele Ratgeber auf den Plan gerufen, vom Bundespräsidenten bis zu Meinungsforschern und nicht zuletzt auch unsere Zunft, die der Journalisten.
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25.9.2004
An die Kräfte des Marktes glauben?
Von Reinhard Kreissl
Wir befinden uns mitten in einem Religionskrieg. Die Opfer verdienen kein Mitleid, sie haben die Möglichkeit, zum richtigen Glauben zu konvertieren. Letzte versprengte Widerstandsnester von Abtrünnigen werden von den Suchtrupps der Inquisition erspäht, ausgeräuchert und auf dem Altar geopfert. Die andächtige Gemeinde durchfährt ein erhabener Schauer: Seht her, so geht es denen, die nicht unserem Bekenntnis folgen.
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24.9.2004
Europa und die Türkei
Thomas Schmidt über eine Geschichte voller Paradoxien
Von Thomas Schmid
Soll die Türkei in die Europäische Union? Es geht hier um eine lange, windungsreiche Geschichte, in der auf allen Seiten viel geflunkert worden ist. Die europäischen Befürworter des Beitritts haben die Frage, ob die Türkei kulturell zu Europa paßt, lange sträflich mißachtet. Und die türkischen Befürworter eines EU-Beitritts ihres Landes haben - materielle Interessen im Blick - gerne so getan, als sei die Integration des einstigen osmanischen Reiches eine friedenssichernde Großtat.
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23.9.2004
Die Orientierungslosen
Von Jürgen Engert
Extreme Verunsicherung geht um in Deutschland. Und die wird nicht nur gegossen in Gefäße, die sich auf Rechts- und Linksaußen anbieten. Die Orientierungslosen, sie sind die einzige und die größte gesamtdeutsche Volkspartei. Eine riesige Versammlung von Westlern und Ostlern, wütend, apathisch, resigniert in anbetracht des Verlustes ihrer Selbstverständlichkeiten und Gewissheiten, Halt suchend in Erinnerungen und alten Bildern. Denn welchen Halt haben sie denn jetzt, nachdem der Abwicklung Ost die Abwicklung West folgt.
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22.9.2004
Deutschland im Herbst
Was hilft gegen Depressionen?
Von Susanne Gaschke
Suchte man heute nach einer Krankheit, um den Seelenzustand der Deutschen zu beschreiben, dann käme man unweigerlich auf die Depression. Dieses Land ist düster gestimmt, ohne Hoffnung auf eine viel versprechende Zukunft. Jeden Morgen fragt sich der Zeitgeist, ob es überhaupt Sinn hat, heute aufzustehen.
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21.9.2004
Die Fettnäpfchen der Normalität
Von Arno Orzessek
Es gibt Anzeichen dafür, dass sich Deutschland in einem neuen Stadium der Erinnerungspolitik befindet, das die Verdrängung der ersten Nachkriegszeit, die ungelenke "Vergangenheitsbewältigung" und die manchmal exzessive Erinnerungsarbeit der 80er und 90er Jahre ablöst. So etwas wie Normalisierung - verstanden als mentale Deeskalation und Abschied von der Hysterie im Umgang mit der deutschen Vergangenheit - lässt sich in Deutschland ausmachen.
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20.9.2004
Das Ende der bürgerlichen Höflichkeit?
Wider die Verachtung der guten Manieren
Von Uwe Bork
Dass so scheinbar altmodische Dinge wie Sitte und Anstand fehlen, werde in immer mehr Lebensbereichen und für immer mehr Menschen spürbar, meint der Journalist Uwe Bork. Auf unseren Straßen, in vollbesetzten Bussen und Bahnen gelte uneingeschränkt das Recht des Stärkeren. Und der Urlaubsjet werde in eine fliegende Dependance der nächsten Eckkneipe verwandelt.
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18.9.2004
Hartz IV und die Unternehmer
Von Klaus Leciejewski
Was denkt ein Unternehmer über Hartz IV und über die politischen Begleiterscheinungen dieses Reformgesetzes? Zuerst fallen ihm die eklatanten handwerklichen Fehler auf, schreibt Klaus Leciejewski, geschäftsführender Gesellschafter der Kölner KDL-Consulting. In einem Unternehmen mit gut funktionierenden Aufsichtsgremien würden die Verantwortlichen für dieses Desaster abgelöst werden.
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17.9.2004
Die Umwelt wird wichtiger
Beobachtungen zu aktuellen Naturkatastrophen
Von Gunter Hofmann
"Alle reden vom Wetter. Wir nicht". So stand es vor Jahren auf einem legendären Plakat, das eine ebenso pfiffige Werbung der Bundesbahn parodierte. An Stelle eines Zuges, der durch die Winterlandschaft fährt, waren die Profile von Marx, Engels und Lenin zu sehen. Was heißen sollte: Die drei reden von wahrhaft Wichtigem, wozu Wetter nicht zählt. Denn - Wetter ist nicht Politik. Wetter ist nicht Politik?
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15.9.2004
NPD
Die rechtsradikale Versuchung
Von Lutz Rathenow
Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg werden PDS und rechtsradikale Parteien Gewinne verbuchen. Beide Parteien knüpfen am Bedürfnis nach autoritär geprägten staatlichen Ordnungsmustern an. Plötzlich wirkt die DDR-Vergangenheit doch wieder ganz speziell nach. Der deutsche Osten simuliert sich eine gesamtdeutsche Gesellschaftskrise herbei, um seine ganz spezielle zu verdecken.
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