Politisches Feuilleton
Archiv | Politisches Feuilleton | Montag bis Samstag • 7:20
16.2.2005
Der rechte Umgang mit den Rechten
Von Dieter Rulff
Man kann darüber streiten, ob die NPD am äußersten rechten Rand beheimatet ist, wo der Verfassungsschutz sie verortet, oder ob sie bereits in die Mitte der Gesellschaft eingedrungen ist, wo Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sie entdeckt haben will. Eines ist auf jeden Fall klar: Sie steht wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit, seit sie im Dresdner Landtag über den Bombenholocaust schwadronierte.
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15.2.2005
Das Ende des deutschen Sonderweges: sogar im Fußball
Von Norbert Seitz
Seit drei Wochen zieht die Schiedsrichteraffäre immer weitere Kreise. Der Imageschaden für den Veranstalter der nächsten WM 2006 ist beträchtlich. Die Schadenfreude prustet aus vielen auswärtigen Gazetten. Endlich ist auch der ewig als Musterknabe sich gerierende deutsche Fußball auf dem Boden der korruptiven Tatsachen gelandet.
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14.2.2005
Was die Deutschen anrichten
Von Peter Frei
Stellen Sie sich für einen Moment vor: Jemand soll auf einem anderen Stern in einer fernen Galaxie deutsche Fernsehprogramme analysieren. Nach ein paar Beobachtungswochen gibt er seinen Bericht: "Die Deutschen sitzen mit anderen Deutschen zusammen und diskutieren, meistens sehr heftig. In der übrigen Programmzeit kochen Meisterköche den Deutschen was vor, anschließend erteilen Fernsehärzte den Rat, das Gekochte nach Möglichkeit nicht zu essen."
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12.2.2005
Das unverwechselbare Ich
Jugend, Mode und Sampling
Von Hannelore Schlaffer
Ihre modische Individualität stellen Jugendliche heutzutage durch Mischung her, wofür sie den Ausdruck "Sampling", die Kopie akustischer Versatzstücke, aus der Unterhaltungsmusik beziehen. Die Jugendmode verzichtet weitgehend auf Modeschöpfer; sie "sampled" ihr Outfit selbst.
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11.2.2005
Der Rechtsextremismus im Urteil der politischen Klasse
Von Josef Schmid
Hier folgt keine Einmischung in einen tagespolitischen Streit. Denn Streitereien und Schuldzuweisungen immer nach Wahlerfolgen rechtsextremer Parteien sind so etwas wie ein Stück politischer Kultur des Nachkriegsdeutschlands. Somit verfügen wir doch über einige Erfahrungen - sowohl mit dem vielschichtigen Phänomen Rechtsradikalismus, als auch mit der Nervosität der politischen Führungsklasse angesichts des plötzlichen Auftauchens rechtsradikaler Abgeordneter in Landesparlamenten.
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10.2.2005
Falsche Toleranz
Frucht der Verdrängung
Von Ralph Giordano
Ein in Deutschland weit verbreitetes Leiden heißt: falsche Toleranz. Sie zeigt sich nicht nur darin, dass inzwischen die extreme Rechte ihre taktische Zurückhaltung aufgeben und die Sprachschablonen des Dritten Reiches offen übernehmen konnte. Verstörenderweise bewirkt zugleich der aus dem Morduniversum der Nazizeit herrührende Schulddruck diese falsche Toleranz auf einem anderen Gebiet - dem der Ausländer- und Integrationspolitik.
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9.2.2005
Nomadentum als Chance
Agenten der Modernisierung
Von Karl Schlögel
Der Migrant als neuer Typ! Nomadentum nicht als Schicksal, sondern als Chance! Vieles spricht dafür, dass dem so ist. Der neue Mensch ist unterwegs, und er scheint überall am Werk, wo sich in den letzten Jahren etwas getan hat. Die Migration hat Folge für die Aufnahmeländer, sie verändert die ethnische sprachliche, kulturelle Balance. Sie setzt aber auch die Herkunftskultur unter Druck, sie unterminiert unweigerlich die alten Hierarchien und Autoritäten.
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8.2.2005
Geschichte ist kompliziert
Bitte mehr historical correctness!
Von Bruno Preisendörfer
Hitler ist nicht für die Bombardierung Dresdens verantwortlich. Auch nicht irgendwie letztlich. Ohne Hitlers Aggressionskrieg wäre es zwar nicht zur Zerstörung Dresdens gekommen. Aber eine historische Voraussetzung ist etwas anderes als ein kausales Verhältnis. Der britische Doppelangriff auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 war keine kausale Folge der deutschen Verbrechen. Er war aber auch ein militärisches Experiment, um das Verhältnis zwischen der Zahl der eingesetzten Bomben und der Zahl der getöteten Menschen zu "optimieren".
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7.2.2005
Otto Normalabweicher
Vom Aufstieg der Minderheiten
Von Jürgen Kaube
Soziologen diskutieren seit längerem schon, dass es den "Otto Normalverbraucher" nicht mehr gibt. Und auch die "Otto Normalfamilie" und den "Otto Normalwähler" nicht. Die Experten bezeichneten diesen Trend als Individualisierung. Doch aus dem Zerfall des Typischen und Durchschnittlichen, also aus dem Zerfall eines klaren Mehrheitsverhaltens ergeben sich nicht Individuen, sondern Minderheiten.
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5.2.2005
Leben nach Liste
Wider den Verlust der eigenen Urteilskraft
Von Uwe Bork
Dem 'roten Buch' zu widersprechen, erfordert einigen Mut, nicht umsonst wird es der Bibel gleichgesetzt. Das 'rote Buch' hat Autorität und immer mehr Menschen in immer mehr Ländern hören - und schwören - auf seine Worte. Die stammen nun allerdings keineswegs vom großen Steuermann Mao, nein, bei dem roten Buch, von dem hier die Rede ist, handelt es sich um ein genuin kapitalistisches Produkt, einen Wälzer mit einer Seitenzahl im vierstelligen Bereich, der sich durch und durch dem Gedanken des Marktes und des Wettbewerbs verschrieben hat: Möge der Beste gewinnen!
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