Politisches Feuilleton
Archiv | Politisches Feuilleton | Montag bis Samstag • 7:20
4.2.2005
Zukunftsthema Nr. 1: Kinder!
Von Ulrich Deupmann
Die Autorin Donata Elschenbroich hat vor einigen Jahren einen Satz formuliert, der so viel Wahrheit enthält, dass er sich immer wieder zum Zitieren eignet. "Kinder", so schrieb sie, "sind der Schlüssel zum Verständnis eines Landes - nicht nur der Sitten einer Gesellschaft, sondern auch ihrer kollektiven Intelligenz, ihrer Zukunftsfähigkeit."
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3.2.2005
Jahrestage
Auf der Suche nach neuen Gedenkformen
Von Jürgen Busche
Jahrestage häufen sich. Zwei ganz einfache Gründe dafür kann man sogleich nennen. Je länger die Geschichte dauert, umso mehr passiert, woran man sich bei runden Jubiläen erinnert. Sodann: Wenn rund im Sinne von Jahrestagen auch schon 40 oder 60 Jahre sind, ist ohnehin kein Halten mehr auf der Jagd nach Gedenkterminen. Das kann man sich gegenüber einfallsarmen Veranstaltern so ausdenken! Aber warum wird es akzeptiert? Weil die Veranstalter zwar arm an Einfällen, jedoch stark im Inszenieren ihrer Jubiläen sind? Wohl kaum.
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2.2.2005
Lacht die Faschisten aus, wo ihr sie trefft!
Von Claus Leggewie
Rechtsradikale sitzen in Fraktionsstärke im Sächsischen Landtag und führen sich dort genau so auf, wie man es von ihnen erwarten durfte. Stark gemacht haben sie knapp zehn Prozent der Wähler und die anderen in Dresden vertretenen Fraktionen, aus denen seit der blamablen Wahl des Ministerpräsidenten noch mehrfach Stimmen für NPD-Kandidaten abgegeben wurden.
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1.2.2005
Enttäuscht, Empört, Vertröstet.
Der Streit um die Fußball-WM-Karten
Von Peter Zudeick
Ach, waren das noch Zeiten. Als man sich eine Viertelstunde vor Anpfiff in eine Schlange vor einem Kassenhäuschen stellte, gegen ein überschaubares Entgelt ein schmales Stück Karton bekam - und man war drin. Im Fußballstadion. Gut, eine Fußballweltmeisterschaft muss etwas anders organisiert werden als ein Punktespiel in der Bezirksliga - aber musste es tatsächlich so weit kommen?
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31.1.2005
Dem Zeitgeist widerstehen?
Angela Merkel und die Krise der Konservativen
Von Alexander Gauland
Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen, so könnte man auf die CDU reimen, der plötzlich nichts mehr glücken will. Nun ist es noch lange hin bis zur nächsten Bundestagswahl und die Regierung - kaum kräftiger als die Opposition - macht den Eindruck eines von schwerer Krankheit Genesenden, den jeder neue Fieberanfall erneut aufs Krankenbett werfen kann. Aber es ist schon etwas dran an der Beobachtung, dass Schröder auf- und Merkel absteigt.
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29.1.2005
Die Ambivalenz des Mahnmals
Eine Besichtigung
Von Iris Hanika
Die Straße vom Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz ist aufgerissen und von Baustellen gesäumt. Erst kommt die der amerikanischen Botschaft, wo noch nichts zu sehen ist. Auch an der benachbarten Baustelle ist erst einmal nichts zu sehen, dabei ist der Bau fast fertig. Doch geht dieser Bau in die Tiefe, nicht in die Höhe, so dass der Blick frei darüber schweifen kann. Ein sehr großes buntes Schild am Rande der Baustelle gibt kund, dass es die des Denkmals für die ermordeten Juden Europas ist.
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28.1.2005
Nächstenliebe, Fernstenliebe. Das moderne Geben
Von Bernd Wagner
An einem trüben Sonntag saß ich in einer Berliner Kirche. Die Wände darin waren weiß getüncht, so dass der Pfarrer an sie Lichtbilder von mittelalterlichen Darstellungen der Sintflut werfen konnte, auf denen Noah die Tiere dieser Welt rettete, obwohl sich gerade herausgestellt hatte, dass die Tiere eher uns, wenn nicht vor der großen Welle zu retten so doch zu warnen in der Lage sind als wir sie. Der Pfarrer predigte, die Gemeinde sang, und ein beleibter Mann las Stellen aus der Bibel vor.
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27.1.2005
Nach Auschwitz: Juden und Deutsche heute
Von Michael Wolffsohn
Juden buchstabieren den Anfang von Auschwitz so: A-p-p-e-a-s-e-m-e-n-t. Appeasement, das Nachgeben der Demokratien Europas gegenüber Hitler und seinen Mitverbrechern, habe die deutschen Nationalsozialisten ermutigt, den Weg von der Aggression zum Völkermord zu beschreiten.
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26.1.2005
Das Drama ums deutsche Theater
Euro-Trash und organisierte Unverantwortlichkeit
Von Jürgen Kesting
Wohin ist das Theater getrieben? Vielerorts ins Abseits. Es verprellt sein altes Publikum, ohne das neue schon zu kennen. Gustav Gründgens war ein amoralischer Mann, aber kein unmoralischer Theaterleiter. Als eine Nachmittagsvorstellung des "Faust" in Hamburg nicht ausverkauft war, strich er seine Vorstellungsgage. Heute streichen Regisseure in diesem System der organisierten Unverantwortlichkeit bei ihren Abgängen Abfindungen ein.
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25.1.2005
Outen, bekennen - belästigen?
Öffentlichkeit und sexuelle Geständnisse
Von Tilman Krause
Jemand, der soviel von sozialen Rollenspielen verstand wie "Mosi", hat sich also sehr zu Recht nicht geoutet. Er hatte etwas begriffen, was ihn in der Tat als Wahlverwandten des legendären Bayernkönigs Ludwig II. auswies. Er wusste nämlich um den Zauber des Ungesagten. Er wusste um die Aura des Geheimnisvollen.
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