Politisches Feuilleton
Archiv | Politisches Feuilleton | Montag bis Samstag • 7:20
24.1.2005
Erbarmen mit den Vätern!
Ein Beitrag von Jörg Lau
Von Jörg Lau
Warum erregt das Verbot heimlicher Vaterschaftstests den Widerwillen so vieler Männer, weit über den kleinen Kreis der Betroffenen hinaus? Viele Männer würden am liebsten auch heimlich einen solchen Test machen. Sie empfinden es als ungerecht, dass das Interesse an Klarheit über die Vaterschaft anderen Rechtsgütern wie selbstverständlich untergeordnet wird.
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22.1.2005
Wille zur Weltliteratur
Von Dirk Knipphals
Im deutschen Kaiserreich wurde Schiller hochgejubelt zu dem patriotischen deutschen Dichter schlechthin. Die Nazis betrieben einen regelrechten Schiller-Kult. Und das Schillerjahr 2005? Es gibt keinen pathetischen Geniekult mehr. Auf der anderen Seite ist die Zeit der Denkmalstürze auch vorbei. Aber was ist an die Stelle getreten von Geniekult und Genieentlarvung?
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21.1.2005
Nichts als die Wahrheit
Von Florian Felix Weyh
Seit ein paar Jahren können wir ohne praktische Hürden den Vater eines Kindes mittels DNA-Analyse zweifelsfrei feststellen. Doch diese Wahrheit ist gelegentlich unerwünscht, weil sich Menschen in den zusammen geflunkerten Szenarios gemütlich eingerichtet haben. Die Wahrheit erzwingt dagegen Stellungnahmen, Handlungen, Urteile, die Revision bisheriger Lebensumstände. Das sei eine Zumutung für den Einzelnen (und wohl auch eine potentielle Belastung für die Staatskasse), befindet der trotz aller Reformen immer noch allgegenwärtig fürsorgliche Staat.
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20.1.2005
Hartz IV und die Künstler
Von Bernd Cailloux
In Schillers Gedicht "Die Teilung der Erde" kommt der Künstler, der Poet, bekanntlich zu spät - die Verteilung war längst geschehen, der Kaufmann, der Abt, der König hatte sich bedient, der Ackermann schon nach den Früchten gegriffen. Die Welt ist weggeben, sprach der damals noch sprechende Gott Zeus und schlug dem klagenden Dichter vor, bei ihm im jederzeit offen stehenden Himmel zu leben. Im gerade angelaufenen Schiller-Gedenkjahr kommt es im Rahmen der reformierten Sozialgesetze zumindest teilweise zur neuerlichen Verteilung der Erde. 2005 wird das ominöse Hartz-Vier-Gesetz seine Bedeutung entfalten - natürlich auch für Künstler.
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19.1.2005
Angela Merkel und die Krise der Konservativen
Von Thomas Schmid
Besonders gut steht es um die Bundesregierung nicht. Zwar wittert der schlaue Franz Müntefering schon wieder Anzeichen für einen sozialdemokratischen Frühling und lobt seine Partei sowie den Kanzler für beider Standfestigkeit. Doch in Wahrheit kann von einem Erfolg der Bundesregierung keine Rede sein. So stellt sich also eine ganz andere Frage: Warum gelingt es der Opposition, warum gelingt es deren Anführerin Angela Merkel nicht, aus der Schwäche der Regierung Kapital zu schlagen?
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18.1.2005
Reden wir über Geld und Leistung
Von Reinhard Kreissl
Während in Deutschland das Leistungsprinzip gilt und die Volksseele kocht, wenn jemand - wie im Fall Meyer - exorbitante Gehälter für keinerlei Leistung erhält, ist es in Amerika genau andersherum: Wer viel Geld kassiert, hat dort kein Legitimationsproblem. Im Gegenteil: je mehr einer hat, desto angesehener ist er. Aber wehe, es stellt sich heraus, dass er den Sonntagsgottesdienst geschwänzt hat.
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17.1.2005
Wähler und Politiker - zwei Welten
Wie viel Reform darf's 2005 denn sein?
Von Christoph von Marschall
Leben Bürger und Politiker in der gleichen Welt? Natürlich nicht! Um das zu wissen, genügt ein Blick in die "Bild"-Zeitung: Über die Abzockermentalität lesen wir seit Wochen täglich, dazu die angeblich viel zu üppigen Diäten und anrüchigen Rabatte bei Flügen und Einkäufen. Das würde doch kein Bürger wagen, so aufs eigene Wohl bedacht zu sein. Ein bisschen Geiz ist geil, und hier und da noch was mitnehmen, auch mal hart am Rand der Legalität, das schon. Aber schummeln bei der Steuer oder bei den Angaben für Wohngeld oder Sozialhilfe? Würden wir doch nie machen, oder?
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15.1.2005
Was heißt heute Identität?
Von Karlheinz Weißmann
Identität ist ein seltsames Wort. Es wird häufig gebraucht und taucht in allen möglichen Zusammenhängen auf. Da ist die Rede von persönlicher Identität, von der Entfaltung kindlicher Identität, von der Identität eines Fanclubs, einer Marke, einer Nation, von Identitätskrise, Identitätsfindung und corporate identity. Aber wenige wüssten genau anzugeben, was das Wort Identität bedeutet und welchen Sinn es in dem jeweiligen Zusammenhang hat.
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14.1.2005
Skandale und kein Ende
Von Wolfert von Rahden
Gut, dass es Skandale gibt. Skandale haben unschätzbare Vorteile. Zunächst nennen sie Ross und Reiter. Arentz und Meyer, Kohl und Scharping, Nixon oder Clinton. Man kann einen Verantwortlichen identifizieren, ein Fehlverhalten zuschreiben, den bösen Täter der bösen Tat dingfest machen. Das geht bei Naturkatastrophen nicht. Da kann man höchstens fragen: Wo warst du, Gott? Wie die "Bild"-Zeitung in einer Schlagzeile zur Flutkatastrophe. Und kann dann stellvertretend Bischof Huber um Antwort bitten.
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13.1.2005
Ach, Rudi…Dutschke und die politische Sentimentalität
Von Alan Posener
Zugegeben, ich bin parteiisch. Rudi Dutschke gehörte zu meinen Jugendidolen, neben John Lennon und Mick Jagger. Wegen Dutschke bin ich als Teenager auf Demonstrationen gegangen, habe mich von Wasserwerfern bespritzen, von Tränengas halb ersticken, von Polizisten verprügeln lassen. Wenn jetzt die Kochstraße in Berlin umbenannt werden soll in "Rudi-Dutschke-Straße", habe ich also eine ziemlich entschiedene Meinung dazu.
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