Politisches Feuilleton
Archiv | Politisches Feuilleton | Montag bis Samstag • 7:20
12.1.2005
Surfen auf dem Tsunami
Erfahrungen in Sachen Globalität
Von Burkhard Müller-Ullrich
Wer je ein Erdbeben erlebt hat, weiß, wie sich die Erschütterungen im Gemüt fortsetzen: Es ist das Urvertrauen in den festen Grund, das einen Stoß bekommt. Wir erleben die Erde in unserer alltäglichen Wahrnehmung als das solideste überhaupt vorstellbare Gebilde. Jetzt aber lehrt der Globus uns alle eine strenge Lektion in Sachen Globalität. Denn diesmal spricht die Erde mit ihrer tektonischen Titanenstimme, und der Mensch erzittert bis ins Innerste seines Existenzkonzepts.
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11.1.2005
Schule neu erfinden?
Bildung und pädagogischer Fundamentalismus
Von Heribert Seifert
Die Ergebnisse der PISA-Studie schreckte die Republik auf. Danach wurde die Studie zum Grundbuch pädagogischer Fundamentalisten, die sich nicht länger mit Details aufhalten wollen, sondern unter dem Schock der Ergebnisse die Schule neu erfinden möchten. Schule soll dabei das Zentrum einer fürsorglichen Belagerung von Kindheit und Jugend werden, bei der die Heranwachsenden vom Babyalter bis zum Abitur unters Kuratel pädagogischer Fachleute zu stellen sind.
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10.1.2005
Die Guten und die Bösen?
Ein Blick über den Atlantik
Von Sibylle Tönnies
Eigentlich müsste man Kondolenzbriefe an die amerikanischen Demokraten schicken. Sie sind dauerhaft traumatisiert; sie fühlen sich verstoßen. Sie fühlen sich dominiert von einer Macht, mit der sie nichts zu tun haben, von einer fremden, bösen Macht, die ihnen wesensfremd ist. Manche denken an Auswanderung.
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8.1.2005
Lernen aus der Katastrophe
Von Gunter Hofmann
Vielleicht könnte man ja doch lernen. Mir scheint, dass die Politik, aber auch 'wir', die Journalisten oder die Nicht-Politiker, zu oft groß und klein verwechseln. Wir rücken ins Scheinwerferlicht, was Aufmerksamkeit verdienen mag, aber nicht Dauerschlagzeilen und -erregung. Ich frage mich, ob wir in den Medien - vielleicht geht es anderen anders? - nicht zu oft Nebensachen zu Staatsaffären machen.
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7.1.2005
Die Rückkehr der Religion
Von Dieter Rulff
In die vielstimmige Abwehr, welche das Erstarken des Islam in westlichen Gesellschaften hervorruft, mischt sich eine Grundmelodie ungläubigen Staunens über die Vitalität dieser Religion. Es ist eine Vitalität, die hierzulande allenfalls noch als ferner Abglanz auf Kirchentagen erscheint. Ansonsten herrscht die müde Routine professioneller Glaubensverwaltung.
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6.1.2005
Birthler muss weitermachen
Von Lutz Rathenow
Kein Erbe aus DDR-Zeiten ist vielen Menschen so lästig und beschäftigt sie gleichzeitig so anhaltend wie jene Akten der Staatssicherheit. Innenminister Schily hat seine Zuständigkeit darüber quasi über Nacht an die Ministerin für Kultur weitergereicht. Als ob diese Akten plötzlich nur noch ein Archivgut seien, das möglichst unauffällig verwahrt werden muss.
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5.1.2005
2005 - das Jahr für den Bundespräsidenten als Vermittler
Von Peter Frei
Die Reform unseres föderalistischen Systems, die Ende des Jahres gescheitert ist, ist dringend erforderlich. Manch einer rief nach einer Vermittlung des Bundespräsidenten. Horst Köhler muss ja nicht gleich das ganze Verhandlungsgeschäft an sich reißen. Aber er könnte mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl in Gesprächen mit Bundesregierung, Ländern, Bundestag und Bundesrat helfen, Verhandlungspositionen anzunähern.
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4.1.2005
Gegen das Verschwinden der atlantischen Gemeinschaft
Von Robert B. Goldmann
In Manhattan und anderen grossen Zentren des Nordostens Amerikas lebt man noch immer in Schock und Ärger über die Wiederwahl George W. Bushs. Auch im "Alten Europa". Aber was nun? Bush hat Mehrheiten in beiden Häusern des Kongresses und fühlt sich vom Volk mit einem Mandat bestätigt. Starrköpfigkeit gibt es auf beiden Seiten des Atlantiks. Gemeinsame Interessen der atlantischen Gemeinschaft verlangen aber einen Neuanfang.
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3.1.2005
Die Freiheit, die ich meine
Von Erik von Grawert-May
Die Glockentöne der Berliner Freiheitsglocke klingen, als kämen sie aus einer anderen Welt. Dabei kommen sie aus dem Turm des Schöneberger Rathauses, dem einstigen Sitz des Regierenden Bürgermeisters. Seit dem 24. Oktober 1950 ist das so. Anfangs erklangen sie sogar täglich um 18 Uhr. Später wurde die Zeremonie auf den Sonntag reduziert, vielleicht, weil man Sorge trug, dass sich das Zeremoniell bei täglicher Wiederholung abnützen könnte. Doch stattdessen ist etwas anderes eingetreten: Wir verstehen den Text nicht mehr, und die Glockentöne dringen nicht mehr in unser Herz. Politisch gesehen, sind wir in ein anderes Zeitalter eingetreten.
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31.12.2004
The same procedure as every year…
Silvesterrituale
Von Barbara Sichtermann
Wenn sich am letzten Tag des Jahres die Familie oder der Freundeskreis um 19 Uhr 40 vor'm Fernseher versammelt, um auf NDR 3 "Dinner for one" einzuschalten, dann ist es wie voriges Jahr. Und wie vorvoriges Jahr. Ein Hauch von Ewigkeit weht durch die Stube. Miss Sophie und James, sie sterben nie. Und das Silvester-Gefühl, genährt auch durch das immergleiche Mahl, den Sekt und das Knattern der ersten Böller auf der Straße - es stellt sich wieder ein, und es tut gut.
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