Politisches Feuilleton
Archiv | Politisches Feuilleton | Montag bis Samstag • 7:20
6.12.2004
Wer wünscht sich Kinder?
Gerät Deutschlands soziale Schichtung ins Rutschen?
Von Uwe Bork
Wie lagen die Dinge früher doch einfach. Unter einem "Treibhauseffekt" wusste sich jeder etwas vorzustellen, und dass ein "Waldsterben" etwas Bedrohliches sein könnte, erschließt sich selbst naturwissenschaftlichen Klippschülern. Aber "gespaltenes Fertilitätsverhalten"? Dieser Ausdruck ist nicht unbedingt vielsagend, eher bemäntelnd als enthüllend, nicht gerade ein Favorit im Rennen um mediale Beachtung.
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4.12.2004
Berlin, die ungeliebte Hauptstadt
Von Raphael Krüger
Den Deutschen ist ihre Hauptstadt lästig. Sie gilt als eine mit ausufernden Staatshilfen beatmete Party-Zone, irgendwo zwischen trostlosem Türkenkiez und bröselndem Plattenbau. Dagegen kommt selbst jene Dauergala nicht an, die aus Berlins schicker Mitte nahezu wöchentlich in deutsche Wohnzimmer flimmert. Sind die Bilder verflogen, bejammern die Voyeure, wie man ihre Steuern und Gebühren verbläst.
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3.12.2004
Ist Gott nur ein Four-Letter-Word?
Von Hans Christoph Buch
An die Stelle negativer Diskriminierung ist ein positives Vorurteil getreten: Schwul zu sein gilt als fortschrittlich und schick, denn Homosexuelle, so heißt es, seien einfallsreicher, kreativer und phantasievoller als heterosexuelle Frauen und Männer. Wer sich dem modischen Trend verweigert und auf einer traditionellen Geschlechterrolle beharrt, der oder die gilt als rückständig, reaktionär und langweilig.
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2.12.2004
Kulturcharta-Kosmetik
Schmierfett im knirschenden EU-Getriebe
Von Burkhard Müller-Ullrich
Die Politisierung der Kultur schreitet in einem atemberaubenden Tempo voran. Oder ist es die Kulturisierung der Politik? Egal - wer immer das eine oder das andere fordert, der hat den öffentlichen Beifall bereits sicher. Fraglich ist jedoch das diesen Forderungen zugrunde liegende Kulturverständnis. Kultur ist nämlich etwas völlig anderes als das, was sich all die Kulturbetriebsverwalter in Wirtschaft und Politik darunter vorstellen.
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1.12.2004
History-Sehnsucht
Geschichtsbewusstsein und moderne Existenz
Von Karlheinz Weißmann
Wahrscheinlich hat kein Genre der Unterhaltungsliteratur in den vergangenen zehn Jahren einen solchen Aufschwung erlebt wie der "Historical". In Buchhandlungen findet man regalweise Gebundenes und Broschiertes zu allen möglichen Themen der Geschichte. Romantisch oder martialisch verpackt, bringt man uns Figuren und Szenen der Vergangenheit nahe. Ähnliche Tendenzen lassen sich auch an Kino- und Fernsehproduktionen beobachten.
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30.11.2004
Würden Sie sich assimilieren?
Anmerkungen zu unserer Leitkultur
Von Alan Posener
Der Kanzler vermarktet seinen Terrier und der Regierende Bürgermeister der Hauptstadt macht vor den Kameras rum, als wäre er bei Big Brother. Auf der anderen Seite zeigt der Fall Rocco Buttiglione, dass das offene Bekenntnis zum Katechismus der katholischen Kirche ausreicht, um einen Politiker für hohe europäische Ämter zu disqualifizieren. Sollen unsere muslimischen Mitbürger sich wirklich so weit assimilieren, dass sie das in Ordnung finden?
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29.11.2004
Das holländische Modell - vielleicht doch nicht so falsch
Von Paul Stoop
Die Ereignisse in Holland auf dem Marsch durch die Institutionen des öffentlichen Wortes in Deutschland: von den vermischten Seiten der Zeitungen auf deren Titelseiten, von dort auf die Meinungsseiten. Dann hat sich das Thema als heiße Talkshow-Luft verbreitet, während ein realer Rest in die Lokalberichterstattung sickerte, unter der Überschrift: Wie viel Amsterdam ist in Neukölln?
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27.11.2004
Leben in Parallelgesellschaften
Von Gunter Hofmann
In Bedrängnis nach dem 11. September, den tödlichen Angriffen auf New York und das Pentagon, begannen die sehr heterogenen islamischen Immigranten in den USA sich erstmals als Gemeinschaft zu begreifen. Der Staat stellte sie unter Verdacht, und so entdeckten sie eine Art negativer Identität für sich. In der Bundesrepublik gab es keine pauschalen Verdächtigungen, man habe es hier mit lauter potentiellen "Schläfern" zu tun, und daher auch keine dramatischen Abwehrreaktionen. Jetzt plötzlich, nach dem Mord an dem holländischen Filmemacher Theo van Gogh, könnte sich das ändern.
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26.11.2004
Die Deutschen und Bush II
Von Stefan Theil
So. Die Wiederwahl George Bushs empört also 80 Prozent der deutschen Bevölkerung. Wahrscheinlich sogar 90 Prozent der veröffentlichten Meinung. Um das Entsetzen über diesen Sieg zu lindern, gibt es auch inzwischen eine weit verbreitete, wunderbar einfache Erklärung: es war die Religion. Mit Bush sei nun eine Truppe bibeltreuer Fanatiker im Weißen Haus bestätigt worden, die sich von Gott berufen sähe, die Welt zu retten. Eine gruselige und grundfalsche Vorstellung.
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25.11.2004
Die Tränen des Jahres
Die unheile Welt des deutschen Reitsports
Von Norbert Seitz
Nach dem für die deutschen Sportler so mittelprächtigen Verlauf der Olympischen Sommerspiele kam die Sportlergala im ZDF gerade recht, um sich an glorreiche Zeiten zu erinnern. Man schien seinen Augen aber kaum zu trauen, als in der vordersten Liste auch zwei Namen auftauchten, die derzeit unter Dopingverdacht stehen: Springreiter Ludger Beerbaum und die Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy.
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