Im Gespräch
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22.6.2004
Im Gespräch mit Wolfgang Schaupensteiner
Korruptionsfahnder

Immer nur das tun, was man vor sich selbst auch vertreten kann. Diesen Grundsatz hat Wolfgang Schaupensteiner schon als Kind von seinem Vater, einem Bauunternehmer von preussischem Temperament, gelernt. Damals wollte Schaupensteiner noch am liebsten Landwirt werden, später entschied er sich statt dessen für den Juristen-Beruf. Und als solcher fordert er heute von weiten Teilen der Gesellschaft ein größeres Unrechtsbewusstsein - mit Nachdruck und dem Gesetz hinter sich.

Schaupensteiner ist einer von Deutschlands führenden Korruptionsfahndern: Als Oberstaatsanwalt in Frankfurt/Main leitete er bereits seit 1987 die erste deutsche Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung. Sein Fachwissen sammelte der Frankfurter unter anderem als junger Anwalt in einer Kanzlei mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht, ab 1977 dann im Staatsdienst als Richter und später als Staatsanwalt in Hessen.

Dort stieß er auch auf seinen ersten Bestechungsfall - für Schaupensteiner ein Schlüsselerlebnis. Und der Einstieg in einen Ermittlungsbereich, der ihn nie wieder los lies: Denn "Korruption", so Schaupensteiner, "stößt an das Herz der Rechtstaatlichkeit. Sie hölt den Staat von innen aus."

Und die Branche, so stellt der Familienvater besorgt fest, wird beileibe nicht kleiner: Die Fallzahlen steigen. Genau wie die Dunkelziffer. "Korruption in Deutschland. Portrait einer Wachstumsbranche" heißt deshalb auch Schaupensteiners aktuelles Buch zum Thema, das er gemeinsam mit Britta Bannenberg im Beck-Verlag veröffentlicht hat.
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