Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
15.10.2004
Im Gespräch mit Herta Müller
Schriftstellerin
Moderation: Sonja Schäfer

Die aus Rumänien stammende Schriftstellerin Herta Müller posiert anlässlich der Verleihung des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung in Weimar am 16.5.2004 (Bild: AP-Archiv)
Die aus Rumänien stammende Schriftstellerin Herta Müller posiert anlässlich der Verleihung des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung in Weimar am 16.5.2004 (Bild: AP-Archiv)
Die Romane von Herta Müller wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Sie beschreibt darin ihre Erfahrungen mit der Ceausescu-Diktatur in Rumänien, denn dort wurde sie 1953 im deutschsprachigen Banat geboren. Ihr Vater war heimgekehrter SS-Soldat, die Mutter Bäuerin. Nach dem Germanistik- und Romanistikstudium in Temesvar arbeitete sie so lange als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik und im Schuldienst, bis sie die Zusammenarbeit mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate verweigerte und entlassen wurde.

Ihr erstes Buch, der Erzählband "Niederungen", erschien 1984. Nachdem die Originalmanuskripte dazu in den Westen geschmuggelt worden waren, wurde Herta Müller dort als Entdeckung gefeiert. Im Jahre 1987 gelang ihr, nach der Heirat mit dem rumäniendeutschen Schriftsteller und Journalisten Richard Wagner, gemeinsam mit ihrer Mutter die Ausreise in die Bundesrepublik, nach Westberlin.

"Drückender Tango, "Der Teufel sitzt im Spiegel", "Hunger und Seide", "Heimat ist das, was gesprochen wird", so die Titel einiger ihrer Bücher, die beim Lesen den Eindruck vermitteln, Lehrbuch und Literatur gleichzeitig zu sein. Herta Müller wurde bereits mit zahlreichen Preisen für ihre Arbeit geehrt, unter anderem im Mai dieses Jahres mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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