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20.10.2004
Im Gespräch mit Kathrin Röggla
Schriftstellerin und Dramatikerin

Ihr erstes Stück schrieb sie mit 15 für das Schultheater. Im vergangenen Frühjahr hat Kathrin Röggla für ihren Roman "wir schlafen nicht" und für das Theaterstück gleichen Namens den Preis der SWR-Bestenliste bekommen - nur eine von vielen Ehrungen, die der 33-jährigen Schriftstellerin aus Österreich inzwischen zuteil geworden sind.

Kathrin Röggla hat Germanistik und Publizistik, zunächst in Salzburg, studiert. Nebenher macht sie in freien Gruppen Theater, tritt mit eigenen Performances auf, schreibt für eine Literaturzeitschrift bis sie nach Berlin umzieht. Dort gewinnt sie 1993 bei dem Wettbewerb für Nachwuchsschriftsteller "open-mike" den ersten Preis und ist damit in der Berliner Literaturszene angekommen.

Bald kann Kathrin Röggla, deren Vorliebe für das Absurde, für den Dadaismus und den Expressionismus sich in ihrem Werk wiederspiegelt, vom Schreiben leben. Sie entdeckt das Radio als geeignetes Medium für ihren experimentellen Umgang mit Sprache. Hörspiele und Sendungen entstehen. 1997 erscheint ihr erster Roman "Abrauschen". Als sie sich 2001 im September in New York aufhält, erlebt sie die Anschläge auf das World Trade Center mit. Innerhalb kürzester Zeit verarbeitet sie ihre Eindrücke in dem Roman "really ground zero". Etwas später schreibt sie das Theaterstück "Fake Reports", das beim "Steierischen Herbst" 2002 uraufgeführt wird. "Fake Reports" widmet sich dem Umgang der Deutschen mit den Ereignissen um den 11. September.
In ihrem jüngsten Buch "wir schlafen nicht" geht es um die Innenwelten von Unternehmensberatern, Programmierern, Managern in deutschen Unternehmen. Die Menschen in der Leistungsgesellschaft und ihre Ängsten stehen auch im Mittelpunkt ihres neuen Theaterstücks: "junk-space - ein Trimm-Dich für Angsthasen".

Das Gespräch führt Matthias Hanselmann.
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