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25.10.2004
Im Gespräch mit Bernd Hensch
Zoodirektor

Als Junge wäre Bernd Hensch am liebsten Meeresbiologe geworden. Mit einem Forschungsschiff durch die Karibik kreuzen - das war seine Idee von einem Traumjob. Später musste der gebürtige Eberswalder dann feststellen, dass die DDR keine entsprechenden Forschungsschiffe besaß. So studiert Bernd Hensch nach dem Grundwehrdienst dann Biologie, an der Berliner Humboldt-Universität. Abschluss, Promotion, dann: ins Labor, forschen - so Henschs erster Plan.

Doch stattdessen findet der junge Verhaltensforscher auf Jobsuche in seiner Heimatstadt nicht nur Arbeit, sondern auch seine Leidenschaft. Damals, 1981, fängt er als Assistent an im Tierpark Eberswalde. Acht Jahre später, kurz vor dem Fall der Mauer, wird er Direktor des Tierparks.

Seitdem hat Bernd Hensch aus dem kleinen Waldtierpark einen international geachteten Zoo gemacht, eine touristische Attraktion, und eine kommunale Einrichtung, die sich auch sozial engagiert. Straffällig Gewordene können hier ihre Sozialstunden ableisten, Lehrlinge Arbeit finden, es gibt zahlreiche ABM-Stellen und Projekte für verhaltensauffällige Jugendliche und Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen.

Und natürlich das Wichtigste: Die Tiere. Hensch selbst hat bereits eine junge Löwin von Hand aufgezogen und wochenlang das Schlafzimmer mit einem Uhu-Küken geteilt, seine Mitarbeiter haben unter anderem Pflegeeltern für junge Papageien und Affen gespielt, die von ihrem wirklichen Eltern nicht angenommen wurden. Der Zoo kann auf einige seltene Zuchterfolg verweisen, 25 vom Aussterben bedrohten Tierarten leben im Zoo, und werden teils auch gezüchtet. Über die Tierbabys freuen sich natürlich auch die Besucher. Doch nach klassischen Publikumsmagneten wie Elefanten oder Giraffen suchen sie vergeblich. Schon vor Jahren hat Bernd Hensch alle Tierarten abgegeben, die sich in seinem Zoo nicht artgerecht halten lassen, so der Direktor. Privat lebt der 47-Jährige heute mit seiner Lebenspartnerin in einem Dorf nahe Eberswalde - und mit einem Esel, zwei Alpacas, einer Katze, zwei Papageien und einem ganzen Schwarm Fischen. Im Gespräch mit Bernd Hensch ist Gisela Steinhauer.
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