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1.11.2004
Im Gespräch mit Faris al-Sultan
Triathlet und Student

Seinen ersten Marathon trat er mit einem gefälschten Pass an, weil er mit seinen damals 16 Jahren noch zu jung für den 42-km-Lauf war. Beim letzten Ironman, dem Triathlon-Wettkampf, in Hawaii machte der heute 26-jährige Münchner Faris al-Sultan den dritten Platz. 3, 8 km durch den Pazifischen Ozean schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,195 km laufen in acht Stunden, 45 Minuten und 14 Sekunden. "Ritter und Herrscher" lautet die deutsche Übersetzung für seinen arabischen Namen Faris al-Sultan, dem er nun alle Ehre gemacht hat.

Faris al-Sultans Vater kommt ursprünglich aus dem Irak, seine Mutter aus München. Dort wuchs der Extremsportler auch auf. Kein Wunder, dass sein Deutsch eine deutlich bayerische Färbung hat. Von seinem Vater hat er ein wenig Arabisch gelernt. Im Rahmen seines Studiums für Geschichte und Kultur des Nahen Orients an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität vertieft er nun nicht nur seine Sprachkenntnisse. Er beschäftigt sich zum ersten Mal auch intensiver mit der Region, in der die väterliche Familie verwurzelt ist. Den Irak kennt er bisher nur aus Erzählungen.

Faris al-Sultans wahre Passion bleibt der Sport. Täglich trainiert er in seinem Kraftraum im Keller des elterlichen Hauses, läuft, schwimmt, fährt Rad - mindestens 20 Stunden in der Woche. Gerne übt er sich auch im Sport treiben unter extremen Bedingungen. So trainiert er regelmäßig in der Wüste der Vereinigten Arabischen Emirate. Für Faris al-Sultan, der als Einzelkind aufgewachsen ist und dem es nie an irgendetwas gefehlt hat, liegt der besondere Reiz des Hochleistungssports darin, an seine Grenzen zu stoßen.

Das Gespräch führt Dieter Kassel.
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