Im Gespräch
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2.12.2004
Im Gespräch mit Sonja Fatma Bläser
Ausländer-Beraterin an Schulen

Von der Enge eines ost-anatolischen Dorfes über einen "goldenen Käfig" in Deutschland bis hin zur spät gefundenen Selbstbestimmung - so lässt sich der Lebensweg von Sonja Fatma Bläser skizzieren. Die 40-Jährige arbeitet als Ausländer-Beraterin an Schulen, gibt Seminare und unterhält die Internet-Seite www.hennamond.de, die sich an ratsuchende türkischen Mädchen und Frauen richtet.

"Hennamond" ist auch der Titel ihres Buches, in dem Sonja Fatma Bläser ihre Lebensgeschichte aufgeschrieben hat. Ihre Kindheit in einem kurdischen Dorf mit all seinen verkrusteten, patriarchalisch geprägten Strukturen. Mit neun Jahren zieht Fatma Bläser mit ihren Eltern nach Köln - eine Zeitreise ins 20. Jahrhundert, aber auch ein Leben im Spannungsfeld zwischen liberaler Umgebung und einem Elternhaus, das sich gegen die deutsche Realität abschottet. Bevor sie Jahre später mit einem Cousin aus Anatolien zwangsverheiratet werden soll, flüchtet sie von zu Hause zu einem deutschen Zahnarzt, in den sie sich verliebt hatte. Die Morddrohungen aus Sonja Bläsers anatolischer Familie ließen nicht lange auf sich warten.

Doch das Leben als Zahnarztfrau empfindet Sonja Fatma Bläser als "goldenen Käfig". Sie trennt sich von ihrem Mann und widmet sich ganz ihrer Mission: Frauen zu unterstützen, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie früher. Sie berät muslimische Frauen, besucht Schulen, berät Lehrer und gibt Seminare.
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