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Montag - Samstag • 9:05
8.12.2004
Im Gespräch mit Sarah Wiener
Restaurantchefin und "Mamsell" in der ARD-Serie "Leben im Gutshaus"
Moderation: Sonja Schäfer

Aus dem Nichts hat sich Sarah Wiener in den letzten 15 Jahren ein eigenes kleines Restaurant-Imperium in Berlin aufgebaut. Ihr erstes Lokal, das "Speisezimmer", eröffnete sie 1999, mittlerweile sind zwei weitere Restaurants hinzugekommen, eines davon im Technikmuseum der Stadt, ein anderes im Kunstmuseum "Hamburger Bahnhof", wo sie zudem auch die Espressobar der dort seit kurzem präsentierten "Flick Collection" betreibt.

Der breiten Öffentlichkeit wurde Sarah Wieners vor kurzem aber auf eine andere Art bekannt: Als Köchin in der Fernseh-Doku-Serie "Abenteuer 1900 - Leben im Gutshaus" im Vorabendprogramm der ARD. Als Mamsell, resolut und streng, war sie der Motor des nach historischem Vorbild nachgestellten Gutshaus-Lebens, musste dafür sorgen, dass die Herrschaften ihr Essen pünktlich bekamen, dass eingekauft wird und dass die Dienstboten spurten.

Dabei kommt Sarah Wiener selbst aus einem ganz und gar nicht gutbürgerlichen Elternhaus: Die Tochter einer Malerin und eines Schriftstellers wuchs in den 60ern bei der Mutter in den Künstler- und Intellektuellenkreisen Wiens auf. Mit 17 Jahren zieht sie um, nach Westberlin, zum Vater, dem Schriftsteller und Happening-Künstler der "Wiener Gruppe" Oswald Wiener. Dort arbeitet sie einige Zeit als Küchenhilfe in einem der Restaurants, die der Vater dort betreibt, und wo sich bis in die 80er Jahre hinein die Künstler-Prominenz der Stadt die Klinke in die Hand gibt.

Doch auch als Schäferin in Südfrankreich, als Sekretärin und als Köchin in einer Werbeagentur hat Sarah Wiener schon gearbeitet, bevor sie kurz nach dem Fall der Mauer mithilfe einer alten, mobilen NVA-Küche ins Film-Catering einsteigt - und das ohne irgendjemanden im Filmgeschäft zu kennen.

Geklappt hat es trotzdem: Heute hat Sarah Wiener in Restaurant und Buffetservice rund 100 feste Mitarbeiter; wenn der Catering-Service Hochsaison hat, kommen noch einmal so viele hinzu - zum Beispiel für Filmproduktionen wie "Helden wie wir", "Conamara" oder "Auf Wiedersehen, Amerika".

Wie schwer ihr die Umstellung von der immer beschäftigten Restaurantchefin zur historischen Köchin ohne Strom, Handy und E-Mails fiel, und warum sie jetzt ein Kochbuch geschrieben hat - unter anderem darüber erzählt Sarah Wiener "Im Gespräch" mit Sonja Schäfer.

Sarah Wiener: Kochen mit Sarah Wiener. Berlin Verlags GmbH, Bloomsbury Berlin, 2004

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